Visitenkarten im Wandel der Zeit

Visitenkarten und ihre Entwicklung

Eines weiß beinahe jeder über Visitenkarten. Es gibt kaum eine Folge der berühmten Detektivgeschichte „Die drei ???“ von H. G. Francis, in der die drei Hobbydetektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews nicht irgendeiner Person ihre Karte aushändigen.

Visitenkarten im Wandelder Zeit

Doch auch in der Realität spielen Visitenkarten (engl.: business cards) eine
bedeutende Rolle – sowohl in früheren Zeiten, als auch heute.
Für die Menschen des 21. Jahrhunderts gehört das Austauschen von
Visitenkarten zum alltäglichen Leben. Die Internet-Suchmaschine „Google“
zeigt über 9 Millionen Ergebnisseiten an, wenn nach dem Begriff „Visitenkarte“
gesucht wird. Ferner hat dieses Wort auch als Metapher Einzug in unseren
Sprachgebrauch erhalten: der erste Eindruck einer Institution oder ähnlichem
wird oft genauso bezeichnet. Zum Beispiel wurde in der „Tiroler Tageszeitung“
im Jahr 2005 eine Volksschule als „Visitenkarte für die Stadt Innsbruck“
deklariert.1
Man wird in der heutigen Gesellschaft häufig mit der Visitenkarte als Textsorte
konfrontiert, wobei sie primär im beruflichen Bereich verwendet wird. Hier hat
das Medium den Nutzen, möglichst schnell alle wichtigen Informationen eines
Geschäftspartners zu liefern, so dass eine Kontaktaufnahme möglich ist. Diese
Funktion hatte die viereckige Karte jedoch nicht immer. Vielmehr unterlag sie
einer langen Entwicklung, bei der sich nicht nur die Verwendungsart gewandelt
hat, sondern auch das Format, die Gestaltung,

Schon die Abstammung des Wortes (lat.: visitare;. frz.: visiter = besuchen)
weist auf die ursprüngliche Funktion des Kärtchens hin, die ehemals als
„Besuchskarte“ Verwendung fand.
Früher wurde die Visitenkarte nämlich bei einem Besuch in hohem Hause dem
Bediensteten übergeben, welcher diese anschließend auf einem Silbertablett
dem Hausherrn oder der Dame des Hauses weiterreichte, um den Besucher
anzukündigen. Danach wurde entschieden, ob der Gast empfangen wird oder
nicht. Häufig signalisierte der Gast den Anlass seines Besuches durch eine
bestimmte Knickung in der Visitenkarte. Bei festlichen Veranstaltungen am Hofe
dienten die Kärtchen dem Zeremoniemeister auch zur öffentlichen Ankündigung
der Gäste. Die Besuchskarten durchschritten also einen Wandel vom
Bestandteil der Etikette zum Mittel geschäftlicher Eigenwerbung.
In diesem Manuskript erfolgt eine genauere Betrachtung der geschichtlichen
Entwicklung der Visitenkarte. Anschließend wird näher auf die inhaltlichen
Aspekte der Visitenkarte von heute eingegangen und deren Gestaltung
untersucht. Zum Schluss wird ihre Verwendung im Berufsleben diskutiert, es
werden Soft- und Hardware in Bezug auf Visitenkarten und die VCard
vorgestellt.

2. Geschichte der Visitenkarte

Heute verstehen wir unter einer Visitenkarte ein kleines (vier-) eckiges
Kärtchen, auf welcher die wichtigsten Daten einer Person oder einer Institution
verzeichnet sind.
Im folgenden Abschnitt werden die Vorformen der heutigen Textsorte behandelt
und die geschichtliche Entwicklung der Karte näher beleuchtet.
Ein Problem dabei ist, dass die Ansichten zu den Anfängen der Visitenkarte
weit auseinandergehen. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Karte ihre Wurzeln im alten Ägypten hat.
Andere behaupten wiederum, dass es bei den Römern erstmals ähnliche Formen dieser Textsorte gegeben hätte. Beweisen assen sich diese Vermutungen jedoch genauso wenig, wie das Auftreten dieser assen sich diese Vermutungen jedoch genauso wenig, wie das Auftreten dieser Textart im China des 15. Jahrhunderts.
Eckhart Henning (ein Sammler von Visitenkarten) äußert dazu: „Die
<<Erfindung>> der Visitenkarten lässt sich vielmehr in die Zeit des
Sonnenkönigs in Frankreich datieren.“

2.1. Die Visitenkarte im 17. Jahrhundert

Angeblich war es Anfang des 16. Jahrhunderts bei deutschen Studenten in
Padua üblich, Besuchskarten bei einem vergeblichen Abschiedsbesuch zu
hinterlassen. Bei genauerer Betrachtung stellten sie sich jedoch entweder als
Erinnerungszeichen oder als Wunschbilletts heraus.
Unumstritten ist allerdings, dass die Besuchskarte ab dem 17. Jahrhundert in
Frankreich, England und Österreich zur guten Sitte der feinen Gesellschaft
gehörte. Dies hatte unter anderem mit dem Aufkommen der Buchdruckerkunst
zu tun.

4 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 4
5 Henning, Tasler; La Carte; S. 7
6 Vgl.: Henning, Tasler; La Carte; S. 7
7 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 4

2.2. Die Visitenkarte im 18. Jahrhundert

Während die Verwendung der Besuchskarte im 18. Jahrhundert bekannt ist,
kann man über ihr Aussehen nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich waren
die meisten von ihnen noch nicht gestochen8, sondern bestanden aus
Papierstreifen oder zerschnittenen und signierten Tarockkarten.
Der Gebrauch der Karten wurde, wie viele sonstige Moden der französischen
Gesellschaft, im restlichen Europa bald nachgeahmt.
Hierbei muss differenziert werden zwischen individuellen Karten, die für
einzelne Auftraggeber entworfen und gestochen wurden und den weitaus
verbreiteteren Rahmenkarten (auch Kartenblanketts genannt), welche man im
Handel kaufen konnte, und bei denen man nur noch seinen Namen hinein
schreiben oder drucken musste (s. Abb. 2). Dabei blieb jedoch keine dieser
beiden Kartengruppen einer bestimmten Bürgerschicht vorbehalten.

 

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Kupferstich
Abbildung 2: Rahmenkarte; Kupferstich; um 1800

Die Sonderanfertigungen waren freilich viel kostspieliger,weshalb letztendlich neben dem individuellen Geschmack hauptsächlich die Kapazität des Geldbeutels ausschlaggebend für die Entscheidung war. Rahmenkarten wurden zum  Beispiel in Berlin um 1780 von der Ungerschen Buchdruckerein in der „Vossischen Zeitung“ angeboten.
Da die Menschen zu dieser Zeit ein großes Bedürfnis nach Abwechslung hatten
(und auch aus Mode- und Kostengründen), waren damals die Rahmenkarten
vorherrschend, da diese vom Besitzer oft gewechselt werden konnten. Ein
häufiger Wechsel von individuell gestochenen Karten wäre teuer gewesen.
Für die Gestaltung der Besuchskarte hatte der allgemeine Stilwandel eine
große Bedeutung.

(8 Hiermit ist der Kupferstich gemeint: die bearbeitete und erwärmte Platte nimmt die Druckerschwärze
auf . Diese gelangt in die Vertiefungen, welche das Spiegelbild des gewünschten Motivs sind. Die
Oberfläche wird anschließend gereinigt und es erfolgt der Druck mit einer Walzenpresse.)

So waren die frühesten Exemplare des 18. Jahrhunderts von Barock- und
Rokokoformen geprägt und bald wurde auch der Berufsstand des Auftraggebers Thema der Visitenkarte. So wurden zum Beispiel die Karten von Offizieren mit Waffen, Fahnen oder Zelten versehen, bei Jägern wurden Gewehre und Hunde
abgebildet, bei Musikern waren es Instrumente und Ärzte wurden amKrankenbett sitzend dargestellt (siehe Abb. 3).

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarten für Ärzte
Abbildung 3: Kupferstich; nach 1790

In den achtziger Jahren fand man wieder Gefallen an Motiven, die Personen
der griechischen und römischen Mythologie zeigten.
Etwa zehn Jahre später waren dann antike Rahmenverzierungen beliebt.
Die Blütezeit der illustrierten Visitenkarten platziert Henning in den Zeitraum von
1780 bis 1815, an dessen Ende die „Reliefkarte“, zu ihrer Entstehungszeit auch
„Visitenkarte englisch gepresst“ genannt, stand. Diese entsteht meist im
Prägedruck (von unten her gearbeitet) und seltener durch Pressung, wo von
oben her gearbeitet wird. Obwohl diese Art von Karten in den neunziger Jahren
des Jahrhunderts beliebt waren, löste die Prägung den Kupferstich nicht
wirklich ab.
Wirft man einen Blick auf die internationale Entwicklung der Besuchskarte, so
spielte sich diese hauptsächlich in Italien ab. In Frankreich waren es dagegen
eher die Adress- und Geschäftskarten, denen man sich zuwandte. Die Meister
der italienischen Grafiker bekamen dabei auch Aufträge von Deutschen. Vor
allem Angehörige der gehobenen Gesellschaft ließen sich eigene, prunkvoll
gestaltete Karten herstellen. Einige Namen, die in diesem Zusammenhang
erwähnenswert sind: Giovanni Volpato (Begründer der römischen
Stecherschule), Francesco Bartolozzi (stilbestimmend für die englische
Visitenkarte), Raphael Morghens (Volpatos Schwiegersohn und beliebter
Stecher), Pietro Fontana (in Rom tätig), Antonio Canova (Bildhauer), Francesco
Rosapina (Bologna), Domenico Cagnoni (Mailand), J.B. Cipriani (für die
englische Besuchskarte bestimmend).9
Die Geschichte der deutschen Besuchskarten wurde bislang nicht hinlänglich
erforscht, obwohl ein überraschender Formenreichtum vorliegt. Die Zentren der
süddeutschen Kupferstichproduktion waren seit den sechziger Jahren Augsburg
und Nürnberg, bekannt geworden durch die Stecher Johann Elias Nilson, Jacob
Andreas Friedrich, Johann Michael Söckler, Freiherr Christoph Haller von
Hallerstein und Johann Michael Mettenleiter. Etwas später als in
Süddeutschland fanden sich auch in Berlin Kartenstecher, wodurch die
Besuchskarte dann auch hier Einzug erhielt. Hier waren es jedoch nicht
feierliche Illustrationen, die den preußischen Geschmack trafen, sondern
überwiegend Exemplare mit schlichten Umrahmungen, also bescheidenen
ornamentalen Verzierungen. Hier sind als Kartenhersteller zu nennen: Daniel
Berger (1744-1824), Johann Wilhelm Meil (1732-1805), Johann Friedrich Bolt
(1769-1836) und Friedrich Wilhelm Gubitz (1786-1870).10

2.3. Die Visitenkarte im 19. Jahrhundert

Bisher wurden Besuchskarten gestochen, geprägt oder in Holz geschnitten.
1796 erfand Alois Senefelder den Steindruck als eine Möglichkeit der
Vervielfältigung der Karten. So erstellte Karten heißen Lithographien. Sogar
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen konnte sich für den Musterdruck
(1804) von Wilhelm Reuter, dem Wegbereiter der Lithographien in Berlin,
begeistern. Dennoch wurde Reuters Verfahren in einem Akademiegutachten
abgelehnt und er konnte sich mit seiner Methode nicht durchsetzen. Sachse
(W. v. Humboldts Privatsekretär) hatte dereinst mehr Erfolg, als er 1832 in
Berlin eine Steindruckerei errichtete, in der Adolf Menzel (damals noch jung und
unbekannt) als Steinzeichner arbeitete.
9 Vgl.: Henning, Tasler; La Carte; S. 8ff
10 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 6
11 Vgl.: Henning, Tasler; La Carte; S. 11ff

In Wien kamen Besuchskarten erst um 1800, dann allerdings sehr verbreitet
auf, wobei hier Klassizismus und Anmut stilvorgebend waren.
Doch bald nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress (1815) verringerten sich der Formenreichtum und die Fülle der Motive. Stattdessen wurden die Karten kalligrafisch gestaltet, die Beschriftung beschränkte sich auf Titel und Name (s. dazu Abb. 4)

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarte von Goethe
Abbildung 4: Visitenkarte von Wolfgang
v. Goethe; nach 1804

Dieser fehlenden Gestaltungsvielfalt folgte dann in den dreißiger und vierziger
Jahren die sogenannte „Glanzpapierkarte“, für die ein kleines zierliches Format
und eine feine Druckschrift, die manchmal von „Schreiberschnörkeln“ umgeben
war, charakteristisch waren.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Geschmack
bezüglich der Visitenkarten jedoch wieder. Die Karten sollten schlicht und ohne
jegliche Schnörkel sein. Ende des Jahrhunderts wurden die Besuchskarten
dann immer uniformer. Während bis in die siebziger Jahre der Karton meist
gemustert, besonders geglättet, perlmuttartig glasiert oder mit Goldschnitt
versehen war, musste er nun weiß (höchstens leicht gelblich oder bläulich) und
steif sein. Außerdem hatte ein Besitzer, der sich in Trauer befand, Karten mit
schwarzem Rand zu verwenden. Im Gegensatz zur Attraktivität der
Visitenkarten, wuchs ihr Format. Für Herren war die Größe 10,5 x 6,5 cm
üblich, die der Damen waren mit 5,0 x 8,0 cm etwas kleiner. Dem damaligen
Kaiser war ein stattliches Format von 12,0 x 8,0 cm vorbehalten und es wurde
als törichte Anmaßung angesehen, wenn jemand sich nicht an diese Vorgaben
gehalten hat.
Im Vergleich dazu benutzten die Franzosen damals schmale lange Karten, die
Engländer hielten sich noch an die kleinformatige Variante (3,0 x 6,5 cm bis 3,2
x 6,0 cm) und in Amerika neigte man zu quadratischen Formen.
In Deutschland verwahrte man die Karten zu dieser Zeit in
Visitenkartentäschchen, in England dagegen im Portemonnaie.
Die Größe blieb allerdings modeabhängig. So waren um die Jahrhundertwende
längliche Formate mit abgerundeten Ecken vor allem bei jungen Frauen sehr
begehrt.
Bei den Schriftarten im Kartendruck überwogen die lateinische Druckschrift, die
gotische Druckschrift und die lateinische Schreibschrift, wobei letztere (auch
„englische Schreibschrift“ genannt) am beliebtesten war und auch heute noch
verwendet wird.
Spätestens seit den dreißiger Jahren des Jahrhunderts betrachtete man die
dekorierte Besuchskarte als altmodisch und später verschwand sie ganz. Erst
um die Wende zum 20. Jahrhundert tauchten wieder künstlerische Exemplare
mit ornamentalem oder figürlichem Schmuck auf, welche nun zum
Sammelobjekt wurden. Durch den großen Anfertigungsaufwand einer Radierung oder eines Kupferstiches besaßen sie einen hohen Wert. Als Beispiel kann eine Radierung des Grafikers, Landschaftsmalers und Portraitisten Fritz Mock genannt werden, die er für sich selbst und seine Frau gestaltete.

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarte von Herrn Molke
Abbildung 5: Signierte Radierung von Fritz Mock

Im Grunde überwogen im Jugendstil rein ornamentale Verzierungen. Henning
Eckart denkt, dass dies auch dem Wesen der Visitenkarte, bei der es weniger
auf das Bild, sondern vorwiegend auf die Schrift ankommt, besser entspräche.
Schließlich ist der Zweck der Karte, den Namen seines Inhabers zu verraten.
Bilder und sonstige Schmückungen sollten im Hintergrund stehen. Aus diesem
Grund blieben üppige Karten, auf welchen Bilder des Besitzers dargestellt sind,
eher eine Seltenheit. Ferner bevorzugten die Gebrauchsgrafiker damals (statt
des traditionellen Kupferstichs) die Radierung als vielseitiges Ausdrucksmittel.
Wenige dieser geschmückten Besuchskarten wurden dann tatsächlich noch bei
Besuchen abgegeben, da deren Anfertigung einfach zu teuer war und so
wurden sie eher als Tausch- und Gedenkgegenstände gesammelt. Die
Menschen wurden zurückhaltender, so dass allenfalls Titel und Beruf des
Besitzers noch bildnerisch dargestellt wurden. Ansonsten wurde der künstlerische Gestaltungsspielraum immer weniger, man wollte nicht
hervorstechen und hielt sich so an reine Schriftkarten.

2.4. Verwendung der Visitenkarte

Ebenso wie die Gestaltung der Visitenkarte hat auch ihre Verwendung im Laufe
der Zeit einen Wandel erfahren. Sie durchlief verschiedene Stationen, in
welchen ihr unterschiedliche Bedeutungen zugemessen wurden. Nachfolgend
wird die historische Art der Verwendung dargelegt, um die Entwicklung zur
heutigen Karte besser nachvollziehen zu können.
Bis ins 20. Jahrhundert gab es für die Gesellschaft neben dem Briefkontakt nur
den persönlichen. Dafür wurde dieser aber umso mehr gehegt und gepflegt. Die
Besuchskarte war dabei ein häufig benutztes Kommunikationsmedium. Zur
Kaiserzeit waren Visiten (Anstandsbesuche) Pflicht, zumal bei Auslassung
eines solchen Besuches die Ausweisung aus der Gesellschaft drohte. Ebenso
waren Besuche zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel um bei der Geburt
eines Kindes, zu einer Konfirmation, Verlobung oder Hochzeit seinen
Glückwunsch auszusprechen oder um bei einem Krankheits- oder Todesfall
zu kondolieren, üblich.
Ebenfalls war es für Heranwachsende vorgesehen, in Begleitung eines
Elternteils alle Bekannten der Familie zu beehren, mit dem Zwecke, in die
Gesellschaft eingeführt zu werden. Nach einem Umzug war es Sitte,
Antrittsbesuche bei neuen Vorgesetzten und Kollegen zu erledigen und auch
junge Ehegatten oder Brautpaare hatten Visiten abzustatten. Erhielt man eine
Einladung, so musste man bei dem Gastgeber innerhalb von acht Tagen einen
Dankbesuch machen (egal ob man die Einladung wahrgenommen hatte, oder
nicht). Die Etikette sah es vor, dass Anstandsbesuche, egal welcher Art, am
späten Vormittag zwischen 11:30 Uhr und 13:00 Uhr zu erfolgen und keinesfalls
länger als 15 Minuten anzudauern hatten. Manchmal waren auf der linken
unteren Ecke der Visitenkarte bestimmte Empfangstage und Zeiten angegeben.
Der Karteninhaber durfte dann zu keiner anderen Zeit besucht werden. Bei
Katholiken durften in der Fastenzeit keine Visiten gemacht werden. Allgemein
war es auch an Samstagen, am Bußtag, am Totensonntag und am Karfreitag
untersagt.
Beim ersten Besuch hatte die Karte den Zweck, als „Vertreter der Person“ in
den Salon geschickt zu werden, da die mündlichen Mitteilungen des Personals
über den Besuch und die Person oft sehr nachlässig und lückenhaft waren. War
bei einem Besuch der Gasteber nicht anwesend, so hinterließ man nach
damaligem Brauch auch seine Karte. Von jenem wurde nun erwartet, dass er
einen Gegenbesuch machte. Nur Respektspersonen (beispielsweise
Vorgesetzte gegenüber Untergebenen, Frauen gegenüber Männern oder
Manierliche gegenüber Geringeren) durften diese unterlassen.
Überdies war es üblich, für jede Person, die man zu besuchen beabsichtigte,
eine Visitenkarte zu hinterlassen, auf welcher zugleich der Zweck des
Besuches in chiffrierter Form mitgeteilt wurde. Dieser wurde durch einen Code
dargestellt, der den Menschen damals durchaus vertraut war. Ebenso verhielt
es sich mit dem Chiffriersystem für Kondolationen (Beileidsaussprechungen)
und Gratulationen.

Henning zählt folgende Abkürzungen auf: (14)
1. Bei Antritts- oder gewöhnlichen Besuchen:
p. f. v. = pour faire visite (um Besuch zu machen) …;
p. r. v. = pour rendre visite (desgl.);
p. p. = pour présenter (um vorzustellen);
p. r. = pour remercier (um zu danken);
u. B. z. m. = um Besuch zu machen.
2. Bei Abschiedsbesuchen:
p. p. c. = pour prendre congé (um Abschied zu nehmen) …;
z. A. = zum Abschied
u. A. z. n. = um Abschied zu nehmen.

13 Vgl.: Henning, Tasler; La Carte; S. 17f
14 Henning, Tasler; La Carte; S. 18

Als Merkhilfe für Anfänger gibt es auch ein Gedicht, dessen Verfasserunbekannt ist:

„Visitenkarten sind bequem
Und oft im Leben angenehm.
Wer danken will, schreibt drauf p. r.,
Das heißt zu deutsch: Ich danke sehr.
Willst ferner sagen du Adieu,
So schreibst du einfach p. p. c.
Bringst einen Fremden du ins Haus,
So drückst du durch p. p. es aus.
Thut dir das Leid des andern weh,
Schreibst auf die Karte du p. c.
Der Glückwunsch, was er auch betreff´,
Er lautet einfach nur p. f.
Und in der Kart´ ein Eselsohr
Bedeutet: Ich sprach selber vor.“

Je nach Art des Besuches konnte eine der vier Ecken der Karte geknickt
werden. Der Gast äußerte also nicht nur den Wunsch, den Empfänger der
Besuchskarte zu sehen, sondern teilte auch gleich mit, welcher Art sein Besuch
sein wird.

(15 Henning, Tasler; La Carte; S. 18)

So wurde bei einem vergeblichen Besuch der linke Rand nach vorne
umgeknickt und bei einem Beileidsbesuch der rechte Rand nach hinten. Bei
einem Antritts- oder einem persönlichen Besuch knickte man üblicherweise die
linke obere Ecke um, bei einem Abschiedsbesuch die rechte obere.Kam man um zu
Gratulieren, war es die linke untere Ecke und wollte man

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Knickung der Visitenkarte
Abbildung 6: Die Knickung der Visitenkarte

kondolieren, die rechte untere Ecke, die geknickt wurde (vgl. Abb. 6). Doch
schon zur Wende vom 19. zu 20. Jahrhundert war dieser Usus kaum mehr zu
finden. Die französischen Abkürzungen für die Besuchszwecke hielten sich
aber wesentlich länger.
Konnte man (etwa aus Zeitgründen) die Visitenkarte nicht persönlich an den
Empfänger beziehungsweise dessen Bediensteten überreichen, gab es auch
die Möglichkeit, sie hinzuschicken. Schickte man sie innerhalb von acht Tagen
nach einer angenommenen Einladung (ließ sich jemand länger Zeit, so wurde
das als unhöflich angesehen) statt einer Gegeneinladung oder einer
Dankesvisite, dann hieß das, dass man von diesem Gastgeber nicht mehr
eingeladen werden wollte. Außerdem war es auch Brauch, nach der Heimkehr
aus dem Sommerurlaub all jenen eine Karte zukommen zu lassen, die man
gerne bald wieder sehen wollte. Eine doppelte Visitenkarte, bei der die Karte
der Dame oben auflag und etwas kleiner war, als die des Herrn darunter
(verbunden durch ein rosa oder blaues Band), oder auch eine gemeinsame
Karte zeigten eine Verlobung der beiden an.16

2.5. Aufbau der Visitenkarte

Durch Visitenkarten konnten dem Empfänger verschiedene Angaben über den
Besitzer bereitgestellt werden. Unter anderem sollte zweifelsohne der Name
dabei sein, manchmal stand auch der Taufname darauf. Bei Personen von
höherem Rang, wie zum Beispiel Beamten, Offizieren und Geistlichen, wurden
Titel und Chargen statt des Taufnamens angegeben und zwar in etwas
kleinerer Schrift über und später auch unter dem Namen. Offizieren war es
außerdem angeraten, zusätzlich zu ihrem Namen auch die Nummer ihres
Regiments und, falls erheblich, ihr Kommando aufzuführen. Bei
verabschiedeten Zivil- und Militärpersonen war es dabei üblich, Titel bzw.
Dienstgrad mit dem Zusatz „a. D.“ (außer Dienst), „i. R.“ (im Ruhestand) oder
„z. D.“ (zur Disposition) zu versehen. Das Familienwappen, falls vorhanden,
konnte auf der Karte links oben abgebildet werden und Adelige konnten statt
ihres Adelstitels auch eine so genannte Rangkrone illustrieren lassen. Damit die
Visitenkarte nicht wie eine Geschäftsempfehlung wirkte, war es auf keinen Fall
denkbar, Angaben über den Beruf darauf zu verzeichnen. Damen setzten
damals die Bezeichnung „Frau“ vor ihren Namen, um herauszustellen, dass sie
verheiratet waren, oder sie gaben ihren Geburtsnamen an. Um
Verwechslungen mit Namensvettern auszuschließen, konnte auch der Name
des Ehemannes angegeben werden (z. B. „Frau Gerhard Kaul“). Bei
gemeinsamen Visitenkarten wurde immer nur der Name des Gatten genannt
(z.B. „Herr & Frau Karl Mayer“ oder „Friedrich Wagner und Frau“).
Befand sich der Wohnort einer Person in einer größeren Stadt, wurden auch
Ort, Strasse und Hausnummer unten auf der Karte vermerkt.
Auf jeden Fall sollte aber noch Platz für die handschriftliche Bekanntgabe des
Besuchszwecks aufgehoben werden.
Wie bereits erwähnt hat sich im Laufe der Zeit der Besuchszweck der
Visitenkarte immer mehr verloren. Nach dem zweiten Weltkrieg war dieser in
Deutschland dann kaum mehr üblich. Im Gegensatz zu Österreich findet man
hier nur noch die beruflich verwendete Visitenkarte (Geschäftskarte). Diese wird
immer noch in einem Sekretariat bzw. bei der Anmeldung abgegeben und auch
Kurznachrichten können mit ihrer Hilfe übermittelt werden. Oft wird die Karte. auch mit Blumensträußen übergeben und sie dient zum Austausch von Adressen.

(17 Vgl.: Henning, Tasler; La Carte; S. 19ff )

2.6. Das Visitenkartenporträt

Diese auch als „Visitenkartenfoto“, „Carte-de-visite“
oder einfach „Visit“ bekannten Porträtfotografien kamen
etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Sie wurden
auf einen dünnen Karton aufgezogen und hatten mit
5,5 x 9,0 cm annähernd das Format einer Visitenkarte.
Visitenkartenporträts wurden überwiegend zwischen
Freunden oder Familienangehörigen ausgetauscht und
in besonderen Alben gesammelt.
Die französische Zeitschrift „La Lumiere“ schrieb am
28. Oktober 1854 :“Eine originelle Idee hatten E.
Dellesert und Graf Aguado bezüglich der Verwendung

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkartenporträt
Abbildung 7:
Visitenkarten Porträ
1864

kleiner Portraits. Bis jetzt trugen die Visitenkarten Namen, Adresse und
zuweilen den Titel der Personen welche sie vorstellten. Weshalb sollte man
nicht den Namen durch das Bildnis ersetzten können?“19
Dieser Kommentar stellt die erste Notiz über die Einführung der carte-de-visite
dar. Nach einer anderen Version soll jedoch Herzog von Parma 1857 die Idee
aufgebracht haben, Fotos auf Visitenkarten zu kleben. Aber erst durch den
Pariser Fotografen André Adolphe-Eugène Disdéri erfuhr die
Visitenkartenfotografie einen fassbaren Aufschwung. Jener hat 1854 auf die
Anwendung des Kollodiumverfahrens ein Patent angemeldet. Dieses Verfahren
hielt sich dann bis Ende des 19. Jahrhunderts. Angehörige deutscher
Studentenverbindungen sollen diese Abbildungen noch bis in die 1920er als
Erinnerungsstücke verschenkt haben.

18 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkartenporträt
19 http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkartenporträt

Visitenkartenporträts sind auf Karton aufgezogene Papierkopien von Kollodium-
Nassplatten-Negativen, die mit speziellen Kameras belichtet wurden. Da die
Plattengrößen um 1850 zwischen 16,5 x 21,6 cm (Ganzplatten) und 5,1 x 6,4
cm (Neuntelplatten) lagen, war es schwierig, kleine Aufnahmeformate zu
erreichen. Disdéris Spezialkamera verfügte über eine Mehrfachoptik (vier
Objektive und eine verschiebbare Plattenkassette), vermöge derer kleine
Aufnahmeformate möglich waren. Auf der ersten Hälfte der Glasplatte konnten
vier Belichtungen festgehalten werden. Anschließend wurde die Platte mit Hilfe
der Kassette verschoben und auf der zweiten Hälfte konnten noch mal vier
Belichtungen aufgenommen werden. Auf Albuminpapier wurden dann Abzüge
im Negativformat von zirka 8,0 x 10,0 Zoll hergestellt, die in das Format von
Visitenkarten zerschnitten wurden. Die einzelnen Porträts maßen dann etwa 5,5
x 9,0 cm und wurden auf Karton aufgeklebt.

Mit Hilfe dieser Technik konnte man also Mit Hilfe dieser Technik konnte man also Glasplatte anordnen. Dies ermöglichte eine deutliche Reduzierung des Preises für Visitenkartenporträts und somit eine steigende Beliebtheit. Sie wurden zum ersten fotografischen Massenartikel. Ihr künstlerischer Wert war dagegen vergleichsweise gering. Allein in England mehrere Negative auf einer einzigen Glasplatte anordnen. Dies ermöglichte eine deutliche Reduzierung des Preises für Visitenkartenporträts und somit eine steigende Beliebtheit. Sie wurden zum ersten fotografischen Massenartikel. Ihr künstlerischer Wert war dagegenvergleichsweise gering. Allein in England

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarten im Nutzen
Abbildung 8: Aufteilung einer
Kollodium-Nassplatte, 1860

wurden von 1861 bis 1867 zwischen 300 und 400 Millionen Visitenkartenfotos
jährlich hergestellt. Auch Prominente ließen Visitenkartenporträts von sich
anfertigen. So sollen vom britischen Prinzgemahlen nach dessen Tod 70.000
Cartes-de-visite verkauft worden sein.

3. Die moderne Visitenkarte

Der Austausch von Visitenkarten gehört zum alltäglichen Leben des Menschen
im 21. Jahrhundert. Allgemein muss ein Unterschied zwischen persönlich
genutzten Visitenkarten und beruflich genutzten Karten (auch
„Geschäftskarten“) gemacht werden.
Die privaten Kärtchen werden an Freunde, Bekannte oder Verwandte
übergeben. Sie können spaßeshalber oder aber mit der wirklichen Absicht der
Kontaktübermittlung genutzt werden. Dennoch wird eine steife Darstellung nicht
von Vorteil sein. Vielmehr sollte sie einen lockeren formlosen Stil aufweisen,
was zum Beispiel durch einen lustigen Spruch, eine kleine Karikatur oder einen
auffälligen Hintergrund erreicht werden kann.20
Gewerbliche Karten sind dagegen seriös zu gestalten. Denkbar ist etwa ein
matter, seichter Hintergrund. Auch Visitenkarten ohne Hintergrund sind
ansprechend. Dann sollte jedoch zum Beispiel ein auffälliges Firmenlogo oder
ähnliches vorhanden sein, damit die Karte nicht zu langweilig wirkt.
Andererseits sollte sie aber auf keinen Fall überladen sein.21

3.1. Inhaltliche Aspekte der Visitenkarte

3.1.1. Elemente der Visitenkarte
Allgemein soll eine Visitenkarte alle Kontaktinformationen einer Person oder
eines Unternehmens liefern. Es sollten also unter allen Umständen der Namen,
die Adresse, gewöhnlich auch die Telefonnummer und – falls vorhanden – die
Faxnummer des Karteninhabers auf ihr zu finden sein. Letztere ist jedoch
mittlerweile fast vollständig verschwunden. Dafür ist eine Mobilfunknummer jetzt
unentbehrlich. Seltener sind ein Foto oder ein Geschäftsmotto darauf
abgebildet.

(20 Vgl.: http://www.visitenkarten-info.de/private-visitenkarten.html
21 Vgl.: http://www.visitenkarten-info.de/gewerbliche-visitenkarten.html )

Geschäftskarten enthalten auch das Firmenlogo. Auch kurze Slogans sind
möglich. Das sollte man sich jedoch gut überlegen, denn zu deutliche Werbung
wird oft als zu aufdringlich oder unseriös empfunden. Dagegen sind die e-Mail-
Adresse und eventuell auch die Angabe einer Website unentbehrlich. Erstere ist
auch immer öfter auf privaten Visitenkarten zu sehen. Eine Geschäftskarte
enthält auch immer den Firma sowie die Tätigkeit beziehungsweise die Position
der betreffenden Person im Betrieb.
Grundsätzlich sollten aber weder auf privat genutzten Karten berufliche Daten,
noch auf Geschäftskarten persönliche Daten angegeben werden. Das eine
scheint zu aufdringlich und das andere eher unprofessionell.
Während also der Inhalt der Vorderseite relativ festen Vorgaben unterliegt, kann
die Rückseite ganz unterschiedlich genutzt werden. Will man keine Blankseite,
so nutzt man sie zum Beispiel für eine fremdsprachige Version (vor allem
internationale Unternehmen), ein Foto, eine Anfahrtsskizze oder auch für eine
Beschreibung der angebotenen Dienstleistungen.22
Als Textsorte ist die Visitenkarte klar abzugrenzen von Flyern. Diese werden
zwar auch zu geschäftlichen Zwecken genutzt, dabei geht es aber um das
Event-Marketing und nicht um die Kontaktaufnahme.23

3.1.2. Verwendung der Visitenkarte im digitalen Zeitalter

Heutzutage werden Visitenkarten primär im Berufsleben ausgetauscht, wie zum
Beispiel auf Messen um potentielle Kunden anzusprechen, auf Konferenzen
oder beim Erstkontakt zwischen möglichen Geschäftspartnern. Sie dient dabei
der beruflichen Eigenwerbung. Im persönlichen Bereich wird sie beispielsweise
als Gruß zu einem Blumenstrauß oder zum Austausch von Adressen
verwendet. Außerdem erspart man durch das Bereithalten der Kärtchen das
Aufschreiben von Daten und vereinfacht das Knüpfen von Kontakten.24
Es gibt spezielle Mappen, in denen die Karten aufbewahrt und gesammelt
werden können. Andere nutzen Rotationskarteien. Dann werden auf der

(22 Vgl.: http://www.druckbesser.de/index.php?pg=redaktion&artikel_ID=371&me1=107&PHPSESSID
=fda4f44f3c25944fb6d8bb4f647a16ea
23 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkarte
24 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 11)

Rückseite häufig Notizen zum Besitzer gemacht, um wichtige Informationen im
Zusammenhang mit dem Karteninhaber immer parat zu haben
beziehungsweise um ihn sich besser in Erinnerung halten zu können. Immer
aktueller wird es jedoch, Visitenkarten einfach einzuscannen, um über den
Computer Zugriff auf die Kontaktdaten und wichtige Details über die betreffende
Person zu haben (genaueres dazu in 7.2).25

3.1.3. Bedeutung der Visitenkarte

„Visitenkarten … sind besser als viele andere graphische Erzeugnisse geeignet,
den gesellschaftlichen Umgang im Lauf der Jahrhunderte und Jahrzehnte
kritisch zu erhellen und zu deuten. Eine Sozialgeschichte der Visitenkarte ist
bisher allerdings noch nicht geschrieben worden.“26 So waren auf der Visitenkarte des deutschen Film- und Bühnenschauspielers Otto Eduard Hasse (1903-1978) nur dessen Initialen vermerkt (siehe Abb. 9). Wenn man früher im Besitz solch einer Karte war, konnte man damit zeigen, dass man diese Berühmtheit aufgrund seiner

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarte von Hasse
Abbildung 9: Visitenkarte von Hasse;
 Stich auf Pergament

Leistungen und seines Bekanntheitsgrades kennt. Heute wäre eine Visitenkarte
mit solch einer unvollständigen Information für uns unbrauchbar. Auch ist es
heute nicht mehr das Privileg einer bestimmten Gesellschaftsschicht, so ein
Kärtchen zu besitzen. Trotzdem steht es immer noch für eine „gepflegte Art“.
Nebenbei kann bei Geschäftskarten teilweise auch noch die Position des
Gegenübers im Unternehmen festgestellt werden.27

(25 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkarte
26 Henning, Tasler; La Carte; S. 22
27 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 11f )

3.2. Leitfaden zur Gestaltung der Visitenkarte

Die Gestaltung der Visitenkarte richtet sich immer nach der Frage, was man mit
dieser bezwecken will. Es macht einen Unterschied, ob sie privat genutzt wird,
oder ob sie als Geschäftskarte dienen soll. Auch ob sie nur
Kontaktinformationen übermitteln soll, oder ob durch sie das Image des
Unternehmens repräsentiert werden und Eindruck gemacht werden soll. Dabei
sollte man sich folgenden Spruch im Gedächtnis behalten: „You never get a
second chance to make a first impression“. Und bekanntlich zählt der erste
Eindruck.28
Mit gekonntem Einsatz von Material, Format, Schrift und Farbe können gute
Ergebnisse erzielt werden. Wichtig ist auch, dass Farbe und Schrift zur
Gestaltung von Logo und Firmennamen passen. Manchmal werden auch
Grafiken oder kleine Fotos eingesetzt. Die Visitenkarte sollte am Schluss aber
nicht überladen wirken, da sonst die Struktur verloren geht.29

3.2.1. Format der Visitenkarten

Anders als bei Briefumschlägen, Briefpapier oder Plakaten ist die Größe von
Visitenkarten nicht genormt. Je nachdem wie der Kunde es wünscht, können
sie vollkommen unterschiedliche Formate aufweisen. Informiert man sich über
Standardformate, so bekommt man ganz unterschiedliche Meinungen zu hören.
Dabei bewegt sich die Standardbreite zwischen 8,5 cm und 9,1 cm und die
Standardlänge zwischen 5,0 cm und 5,7 cm. Das übliche Format ist hierzulande
8,5 x 5,5 cm (vgl. „goldener Schnitt“ mit den Seitenverhältnissen 5:8), welches
der Größe einer europäischen Kreditkarte entspricht und deshalb gut in ein
Portemonnaie passt. Ebenso richtet sich die Größe der Visitenkartenetuis nach
diesem Maß. Wenn Logos, Bilder oder Grafiken auf einer Karte platziert werden
sollen, reicht diese Größe aber oft nicht aus. So sind auch 8,1 x 5,7 cm, 8,6 x
5,4 cm und 9,1 x 5,5 cm häufig verwendete Formate. Daneben gibt es noch die
Abmessungen nach Din A8 (7,4 x 5,2 cm) und Din C8 (8,2 x 5,7 cm). Man kann

(28 Vgl.: http://www.christian-ulrich.de/visitenkarten.html

sich allerdings auch für individuelle und ausgefallene Visitenkarten-Formate
entscheiden. Mit etwas Kreativität kann sich die Karte so von anderen
abheben.
Man kann zum Beispiel aufklappbare Visitenkarten verwenden, um die
Nutzfläche zu vergrößern. Diese haben jedoch den Nachteil, dass bei der
Aufbewahrung in Einsteckhüllen nur ein Teil der Kontaktdaten lesbar ist und
dass die Karte zum Lesen der Innenseite entnommen werden muss.31 Ebenso
kann man die Karte im Hochformat bedrucken lassen. Des Weiteren sind
abgerundete Ecken oder Visitenkarten zugeschnitten in der Form eines
bestimmten Gegenstandes denkbar.
Die Einhaltung von Normen ist hier also nicht unbedingt von Bedeutung.
Vielmehr kommt es darauf an, welche Absichten der Besitzer bezüglich der
Visitenkarten hat. Sollen sie zum Beispiel zu Werbezwecken in der
Fußgängerzone verteilt oder an Autoscheiben geheftet werden, dann ist das
Format eher unwichtig. Dienen sie jedoch dem Aufrechterhalten von Kontakten
und sollen sie etwa von Bekannten oder Geschäftspartnern in der Geldbörse
oder in einer Visitenkartenmappe aufbewahrt werden, so sollten übliche Maße
eingehalten werden.32

3.2.2. Material

Wie bereits erläutert waren die ersten Besuchskarten zugeschnittene und
beschriftete Papierreste oder Tarockkarten. Dies bezeugen jedenfalls Karten
aus dem Jahre 1759, die am kurfürstlichen Hof von Karl Theodor von der Pfalz
aufgefunden wurden. Später kamen neben gestochenen auch geprägte, in Holz
geschnittene und durch Steindruck vervielfältigte Besuchskarten auf.33
In der Regel wird für Visitenkarten ein ähnliches Papier verwendet wie für
Briefgut, nur stärker. Sie müssen grifffester sein, da sie im Vergleich zu
Anschreiben oder Prospekten viel länger aufgehoben werden. Ein gutes
Visitenkartenpapier sollte mindestens eine Grammatur von 160 g/m2 haben.

31 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkarte
33 Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 15

Optimal sind Kartonpapiere mit 200 bis 300 g/m2, je nachdem ob die Karte aus
einem Blatt oder als Klappkarte aus mehreren Blättern besteht. Visitenkarten für
Privatpersonen werden oft mit üblichen Computerdruckern auf Spezialpappe
ausgedruckt, während die Geschäftskarten von Druckereien aus edleren
Papiersorten, wie zum Beispiel Büttenpapier (mit einem Sieb geschöpftes
Papier) hergestellt werden.
Hier werden zum Beispiel auch Leinen-Visitenkarten angeboten. Dabei wird auf
einen Karton mit Leinenstruktur gedruckt. Auf Grund dieser Musterung wird
beim Druck die Farbaufnahme leicht reduziert, wodurch die Farben sanfter sind,
als bei glatten Kartons.
Die oft auch angebotene Cellophanierung (Frontfolierung) macht die Karten
langlebiger und hebt überdies die Farben hervor.36 Partielle Lackierungen und
Hochglanzbeschichtungen geben den Karten ein exklusiveres Aussehen.
Eine weitere Option sind Chromolux-Visitenkarten. Diese besitzen eine
besonders glatte Oberfläche, wodurch die Karten stark glänzen.37
Visitenkarten sind heute nicht mehr nur Träger von Kontaktdaten, sondern sie
sollen ein Image vermitteln und bewirken, dass der Inhaber im Gedächtnis
behalten wird. Deshalb sind ausgefallene Visitenkarten immer mehr gefragt. Als
Materialien bieten sich da beispielsweise Kunststoff (PVC) transparent-satiniert
beziehungsweise gefrostet, kristallklar, in weiß oder metallic an, genauso wie
Aluminium (unter Umständen mit Ausstanzungen), Holz, Gummi (nicht zu
verwechselnd mit gummierten Karten) und viele mehr.
Bei Visitenkarten aus PVC wird die Stärke in micron angegeben. Üblich sind
Visitenkarten zu 300, 500 oder 760 micron, wobei erstere von der Stärke her
mit den herkömmlichen Karten aus Karton vergleichbar sind und letztere mit
Kreditkarten. Abgerundete Ecken bieten sich ab einer Stärke von etwa 500
micron an. Außerdem haben Visitenkarten aus Kunststoff gegenüber
cellophanierten und laminierten Varianten den Vorteil, dass sich keine
Schichten ablösen können.
Spezielle Materialien zeigen Kreativität und sind eine Abwechslung. Sie können
aber genauso in Bezug zum beruflichen Bereich des Besitzers stehen. So wirkt es passend, wenn etwa eine Glaserei kristallklare Karten aus PVC besitzt, eine
Tischlerei solche aus Holz, oder eine Spenglerei sich für Visitenkarten aus
Kunststoff im metallic-look oder aus Aluminium entscheidet.38
Manche Internetfirmen bieten auch essbare Karten an, die dann zum Beispiel
aus Marzipan oder Schokolade sind. Solche passen zwar gut zur Berufssparte
der Konditoren, verfehlen aber eigentlich ihren Zweck, da ihre Haltbarkeit
begrenzt ist und sie somit vergänglich sind.
Mittels Stahlstich werden Visitenkarten von besonders hoher Qualität
hergestellt. Das Druckmotiv wird hier von Hand als Gravur in eine Stahlplatte
gestochen. Im Gegensatz zu üblichen gedruckten Visitenkarten entsteht durch
diese Arbeitsweise ein erhabenes aufgedrucktes Druckbild, das zusätzlich leicht
glänzt. Die Schrift hebt sich also dreidimensional vom Papier ab. Dieser Effekt
kann aber auch durch preiswertere Varianten, wie den UV-Spotlack-Druck, den
UV-Lack-Druck oder durch den in den USA entwickelten Thermoreliefdruck
(Thermography) erreicht werden. Die letzten beiden Methoden sind vor allem in
Nord- und Südamerika weit verbreitet. Visitenkarten Übersicht.

3.2.3. Fotos und Abbildungen

Wie bereits erwähnt kamen um 1850 die ersten cartes-de-visite auf.
Besuchskarten mit einem Porträt des Besitzers statt dessen Namen.
Visitenkarten mit Passfoto konnten sich bisher nicht durchsetzen. Der Trend
zeigt aber, dass diese künftig häufiger zu sehen sein werden. Gerade bei
Großveranstaltungen, wo man meist sehr viele Menschen kennen lernt, kann
sich ein Foto auf einer Visitenkarte als Wiedererkennungsfaktor als sehr
nützlich erweisen.40
Auf Geschäftskarten kann man auch andere Abbildungen finden, wie zum
Beispiel das Firmenlogo oder kleine Abbildungen, die den
Dienstleistungsbereich beziehungsweise das Berufsfeld einer Firma oder eines
Unternehmens darstellen. Auch auf privaten Visitenkarten können verschiedene Bildelemente erscheinen.
Ein kleines Familienwappen, ein verkleinertes Familienfoto oder ein Porträt vom
Besitzer selbst sind hier denkbar. Bei der Verkleinerung von Fotos ist jedoch
darauf zu achten, dass sich die Qualität des Fotos nicht verschlechtert und alles
noch klar erkennbar ist.41
Im Allgemeinen ziehen Bilder aller Art die Aufmerksamkeit auf sich.
Abbildungen jeglicher Art dienen also als „Eyecatcher“.

3.2.4. Rückseite

Die Rückseite einer Visitenkarte kann zur Vermeidung einer Informationsflut
oder der Übersichtlichkeit halber einfach weiß bleiben. Ebenso ist es aber
möglich und bei internationalen Unternehmen sowie Dolmetschern auch
empfehlenswert, die Rückseite mit einer fremdsprachigen Version der
Kontaktinformationen bedrucken zu lassen. Weniger bekannte Institutionen
oder solche, die schwierig zu finden sind, sollten in Erwägung ziehen, hinten
vielleicht eine Anfahrtsskizze unterzubringen.
Die Entscheidung, was mit der Rückseite passiert ist also Geschmackssache
und hängt von der Situation des Betriebs ab.

3.2.5. Farbliche Gestaltung

Geschäftskarten haben vorwiegend einen weißen Hintergrund. Oft ist das
farbige Firmenlogo das einzige, das sich von der schwarzen Einheitsschrift
abhebt. Die Karten sollen aber natürlich auch nicht zu bunt sein. Sie ziehen
dann zwar die Aufmerksamkeit auf sich, lenken aber vom eigentlichen Thema
ab. Besser ist ein dezent farbiger Hintergrund der zur Branche und zum
Unternehmen passt. Ein Bestattungsunternehmen sollte vielleicht von einem
knallig orangefarbenen Hintergrund und allgemein von einer zu farbenfrohen Gestaltung absehen. Gedecktere Farbtöne wie beige, oliv oder grau wären hier
eher angebracht.42
Aber auch hier gehen die Meinungen auseinander. Auf jeden Fall richtet sich
die farbliche Gestaltung einer Geschäftskarte eigentlich nach dem Corporate
Design eines Unternehmens (Näheres dazu in 6.1).
Bei privat genutzten Visitenkarten, wie auch bei gestalterisch oder künstlerisch
tätigen Unternehmen oder Selbständigen, ist ein farbenreiches Gesamtbild
durchaus möglich. Dafür wäre ein auffälliges Hintergrundbild eine Option.
Dieses sollte dann aber zum restlichen Design der Karte passen.

3.2.6. Schrift

Visitenkarten sollen in erster Linie informieren. Daher sollte man die
Schriftgröße nicht zu klein wählen und schlecht lesbare Schriftarten
vermeiden.
Die Schrift sollte also nicht zu verschnörkelt sein. Des Weiteren ist es zu
empfehlen, nicht mehr als zwei verschiedene Schriftarten zu verwenden, damit
ein einheitliches Gesamtbild bewahrt wird. Ein klares, einfaches Schriftbild
signalisiert Struktur und Ordnung, was vor allem für Unternehmen von Vorteil
ist. Bei privaten Visitenkarten kommen dagegen häufiger ausgefallene Schriftarten
vor. Lediglich Geschmack und gute Lesbarkeit setzten der Kreativität hier
Grenzen.

3.2.7. Anordnung der Kartenelemente

Generell sollte man den Informationen, die durch die Visitenkarte
weitergegeben werden, ausreichend Raum lassen. Die Daten und sonstige
Gestaltungselemente richtet man an einem Raster aus. Dies wirkt strukturierter
und hilft dem Betrachter, die dargebotenen Informationen wahrzunehmen.
Wichtige Informationen werden hervorgehoben und die natürliche Leseabfolge wird berücksichtigt, also von links nach rechts oder von oben nach unten. Es
soll auf einen Blick erkannt werden, wer der Überbringer ist beziehungsweise
um welches Unternehmen es sich handelt. Aus diesem Grund platziert man
diese Daten auch größer und deutlicher auf der Karte. Name und Firmierung
können zusammen mit dem Logo auch etwas anders positioniert werden, als
die restlichen Informationen. Die Anschrift, Rufnummern und e-Mail-Adresse et
cetera werden kleiner gehalten und stehen im unteren Bereich der Karte.

3.3. Das Visitenkartenetui

Wie schon erwähnt werden Visitenkarten heutzutage hauptsächlich geschäftlich
genutzt. Dabei ist es natürlich wichtig, einen guten Eindruck zu Hinterlassen.
Will man eine Karte überreichen, so sollte diese nicht abgenutzt aussehen oder
gar Risse oder Eselsohren aufweisen. Um die Visitenkarten schadlos und
knitterfrei transportieren zu können, bietet sich die Verwendung von Etuis (auch
Visitenkartenmappen) an, die speziell für die Kärtchen angefertigt werden.
Solche Behältnisse gibt es mittlerweile in jeglichen Materialien, Designs und
Preisklassen.
Der erste Eindruck zählt. Und will man diesen besonders edel gestalten, so
erweist sich zum Beispiel Leder als die Richtige Wahl für ein Visitenkartenetui.
Ebenso gibt es schon Mappen, die exklusiv von namhaften Designern
hergestellt wurden, die dann aber natürlich ihren Preis haben.
Will man seinen Stil bewahren, so sollte man in diesen Etuis nichts
aufbewahren, wofür sie nicht gemacht sind (wie zum Beispiel Bankkarten).
Neben der Luxusvariante gibt es aber auch weitaus preisgünstigere Angebote
etwa aus Kunstleder oder Aluminium.
Noch werden Visitenkartenbehälter größtenteils von Männern benutzt. Modelle
für Damen sind noch selten, aber sie sind im Kommen.

3.4. Originelle Visitenkarten

„Müssen Visitenkarten immer rechteckig und aus Papier sein? Nein! Rund, oval,
aus Holz, Plastik oder Alunahezu alles ist möglich.“
Es gibt zum Beispiel Internetunternehmen, die sich auf das Bedrucken von
Schokolade spezialisiert haben. Ebenso kann man sich Karten aus Metall,
Edelstahl, Acryl oder Lederimitaten anfertigen lassen. Auch sogenannte
SoftCards aus flexiblem Weichkunststoff, sowie Visitenkartenaufkleber sind
mittlerweile auf dem Markt zu finden. Noch spezieller sind Visitenkarten als CDs oder magnetische business cards. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Karte beflocken, perforieren, prägen, stanzen oder einfach besonders knicken zu lassen.
Ein Beispiel dafür sehen sie in Abbildung 10. Dass hier eigentlich viel mehr möglich ist, als man denkt und der Kreativität auch ansonsten keine Grenzen gesetzt sind, zeigen folgende Fotos.

Visitenkarten im Wandel der Zeit -
Visitenkarten alles ist möglich Karten aus Metal

3.5. Tipps und Tabus

Recherchiert man zu Informationen über Visitenkarten,
so liest man häufig.
Tipps oder es wird aufgezeigt, was bei den Kärtchen überhaupt nicht angesagt
ist. In diesem Abschnitt werden einige Anregungen zusammengetragen, die
aber auf keinen Fall als Dogma zu interpretieren sind, denn wie gesagt sind bei
der Erstellung von Visitenkarten Geschmack und Verwendungszweck
ausschlaggebend.
Selbstgedruckte Visitenkarten oder solche aus Automaten sind zwar
billig, wirken aber auch so. Deshalb lieber Druckereibetriebe
beanspruchen.
• Die Karten sollten in das Portemonnaie des Empfängers passen oder
sonst von ihm abgelegt werden können. Das Format von 5,5 x 9,0 cm
sollte deshalb nicht überschritten werden.
Stabiles Papier wirkt professioneller. Man sollte also mindestens ein
Papier der Stärke 180 g/m2 verwenden.
• Hintergrund, Farbe und Schrift sollten mit dem Gesamtauftritt des
Unternehmens übereinstimmen. Falls vorhanden, sollte das Firmenlogo
nicht weggelassen werden.48
„Don`t be too similar”, “Don`t be too different” – zwei Empfehlungen, die
einen Konflikt bilden. Dabei die Balance zu finden kann eine
Herausforderung sein, die angenommen werden sollte.
• Eine Visitenkarte wirkt leicht überladen. Deswegen sollten sich nur die
wichtigsten Informationen darauf befinden.
Rechtschreib- oder Tippfehler machen keinen guten Eindruck. Auch
wenn der Design noch so toll ist. Also den Text mehrmals durchlesen
und auf Fehler überprüfen oder überprüfen lassen, bevor man die Karte
zum Druck gibt.
• Wenn sich Kontaktdaten, wie zum Beispiel die Telefonnummer ändern,
sollte auf keinen Fall eine handschriftliche Korrektur auf der Karte
erfolgen. Bei geänderten Daten erstellt man eine neue Karte.
• Hat man sich nach eventuell langer Arbeit eine Visitenkarte zugelegt,
sollte man sich keine Gelegenheit entgehen lassen, diese (potentiellen)
Geschäftspartnern, Kunden und so weiter zu überreichen. Im
Berufsleben empfiehlt es sich daher immer ein paar Exemplare bei sich
zu tragen.
Geschäftskarten sollten scanbar sein.
• Wenn mehr als ein Name auf der Karte steht, ist es für den Empfänger
schwer, sich zu merken, mit wem er in Kontakt getreten ist. Visitenkarten
sollte man sich deshalb nicht teilen und in größeren Unternehmen sollte
jeder Mitarbeiter eine eigene Karte besitzen.

(49 Vgl.: http://www.selbstaendig-im-netz.de/2008/03/26/marketing/offline-marketing-fuer-selbstaendige-
4-visitenkarten/ )

3.6. Untersuchung zur Visitenkarte von heute

Um sich ein genaueres Bild von modernen Visitenkarten machen zu können,
werden im Folgenden 20 willkürlich ausgewählte Visitenkarten auf die in Punkt
3.2 schon diskutierten Eigenschaften untersucht. Um die Anschaulichkeit dieser
Analyse sicherzustellen, sind die Abbildungen dieser Karten im Anhang zu
finden.

3.6.1. Format

Bei den untersuchten Karten lag die Länge im Bereich zwischen 5,3 cm und 9,0
cm und die Breite zwischen 4,9 cm und 5,5 cm. Bei den Vermessungen wurden
dabei immer die Maße im Querformat benutzt. Im Durchschnitt haben die
Karten die Abmessung von 8,45 x 5,34 cm. Am häufigsten wurden dabei die
Längen 8,5 cm (zehn Mal) und 8,7 cm (vier Mal) und die Breiten 5,5 cm (zehn
Mal) und 5,4 cm (vier Mal) verwendet. Insgesamt wurde 16 Mal das Querformat gewählt, 3 Mal das Hochformat und eine quadratische Karte befand sich
darunter. Das am häufigsten verwendete Format ist 8,5 x 5,5 cm (acht Mal).
Dies bestätigt, dass das Kreditkartenmaß eine Richtgröße für Visitenkarten-
Formate darstellt. Dem Empfänger wird so ermöglicht, die Karte sachgerecht
aufzubewahren. Ebenso sind einfache rechteckige Formate am üblichsten.
Unter den untersuchten Karten befand sich kein Exemplar mit abgerundeten
Ecken oder sonstigen Besonderheiten.

3.6.2. Material

Alle zwanzig Karten wurden aus Kartonpapier angefertigt. Es gibt lediglich
leichte Unterschiede bei den verwendeten Stärken. Außerdem sind acht Karten
cellophaniert, die restlichen sind unbehandelt.

3.6.3. Farbliche Gestaltung

Die dominierende Hintergrundfarbe ist weiß. Sie wurde dreizehn Mal
verwendet. Dreimal wurden bräunliche beziehungsweise gelbliche Farbtöne
verwendet, einmal ist der Hintergrund schwarz. Des Weiteren wurde zweimal
ein Hintergrundbild benutzt und eine Karte ist auf der Vorderseite weiß und hat
auf der Rückseite ein Bild als Hintergrund.
Als Schriftfarbe wurde hauptsächlich schwarz verwendet (vierzehn Mal).
Ebenso wurde weiße Schrift (auf schwarzem Hintergrund oder bunten
Farbelementen) graue, blaue, violette und dunkelbraune Schrift gewählt. Bei
allen Karten wird darauf geachtet, dass sich die Schrift vom Hintergrund abhebt.
Die Firmenlogos sind auffallend bunt gehalten. Hier wurden hauptsächlich die
Farben rot, orange, blau und schwarz eingesetzt. Ebenso wurden vereinzelt
wichtige Informationen wie die e-Mail-Adresse durch die Farbgebung
hervorgehoben.

3.6.4. Fotos und Abbildungen

Neben den Firmenlogos und den Hintergrundbildern findet man auf den
Visitenkarten meist keine weiteren Abbildungen. Nur auf einem Exemplar ist ein
Foto des Besitzers zu sehen. Auf weiteren fünf Karten sind kleine Abbildungen,
die zu der jeweiligen Tätigkeit des Karteninhabers passen. So zeigt zum
Beispiel die Visitenkarte einer Musiklehrerin Klaviertasten und die eines Kinderund
Jugendmediziners ist mit einem spielenden Kind verziert.

3.6.5. Rückseite Visitenkarten

Auf zwölf der zwanzig Visitenkarten wurde die Rückseite weiß gelassen. Bei
neun Karten wird sie also genutzt, um auf der Vorderseite fehlende
Informationen zu liefern. Bei drei davon wird auf der Rückseite der
Tätigkeitsbereich näher definiert. Auf einer findet man dort die englische
Version der Kontaktdaten und zwei Unternehmen (ein Restaurant und ein
Frisör) teilen sich ihre Kärtchen mit einem Unternehmen, welches jeweils in der
gleichen Sparte tätig ist und ihren Sitz im selben Ort hat (diese beiden
Rückseiten werden im Anhang nicht aufgeführt). Auf weiteren drei Exemplaren
wurde die Vorderseite nur dazu genutzt, das Firmenlogo darzustellen und die
Berufsbezeichnung beziehungsweise Tätigkeitsbereiche zu erläutern. Hier
wurde also die hintere Seite mit dem Namen, der Adresse und sonstigen
Informationen bedruckt.

3.6.6. Schrift

Bei der Wahl der Schrift wurden keine Experimente gemacht. Auf allen
Exemplaren wurden übliche Druckschriften eingehalten. Nur die Visitenkarte
der Cantina „La Cueva“ weist eine leicht verschnörkelte Schrift auf, die aber
noch sehr gut lesbar ist. Der Name des Unternehmens beziehungsweise von der jeweiligen Kontaktperson ist meist hervorgehoben. Sie wurden in größerem Schriftgrad gehalten und manchmal auch fett geschrieben.

3.6.7. Anordnung der Kartenelemente

Auf die Platzierung der einzelnen Kartenelemente wurde bereits eingegangen.
Erwähnenswert ist noch, dass sich der Name des Unternehmens
beziehungsweise des Besitzers üblicherweise in der oberen Hälfte der Karte
befinden. Bei Betrieben befindet sich darunter meist der zuständige
Ansprechpartner und dessen Position oder Berufsbezeichnung. Die Adresse,
Rufnummern, e-Mail-Adresse und eventuell Angaben zur Website befinden sich
bis auf wenige Ausnahmen im unteren Bereich der Karte. Vor allem bei Ärzten
findet man hier auch die Sprechzeiten, bei einer Kaffeerösterei dagegen die
Öffnungszeiten.

4. Druck von Visitenkarten

4.1. Arten

Beim Druck von Visitenkarten gibt es mehrere Möglichkeiten, je nachdem ob
man die Kärtchen von einer Werbeagentur gestalten lässt und diese dann den
Druck veranlasst, oder ob man sie selbst entwirft und designed und sie dann
drucken lässt. Denkbar ist auch die Variante, die Visitenkarten designen zu
lassen und den Druck dann selbst in Auftrag zu geben.
Immer dann, wenn der Auftrag zum Drucken vergeben wird, kann man dies der
örtlichen Druckerei überlassen, oder man wendet sich an Onlinedruckereien.
Selbst bei Kaufhausketten kann man Visitenkarten drucken lassen.
Grundsätzlich eignet sich jedes Druckverfahren für den Druck von
Visitenkarten. Je nach gewünschtem Ergebnis beziehungsweise das zu
bedruckende Material, eignen sich manche Verfahren besser. Folgende
Druckvarianten stehen zur Verfügung:
• Der Offsetdruck
• Der Siebdruck
• Der Digitaldruck
• Der Sublimationsdruck
• Der Flexodruck

Offsetdruck
Qualitativ hochwertiges Druckverfahren für mehrfarbige Motive mit
Farbverläufen. Da aber Fixkosten (z.B. Film- und Sieberstellung) entstehen,
eignet sich der Offsetdruck besonders bei großen Stückzahlen. Ab etwa 500
Stück ist der Offsetdruck generell rentabeler als andere Verfahren.

Siebdruck
„Die Siebdruck-Technik eignet sich für eine Vielzahl von Materialien, wie
Textilien, Keramik, Holz, Papier, Glas, Metall und Kunststoff. Der Siebdruck
kann deshalb in vielen Branchen angewendet werden, unter anderem in der
Bekleidungsindustrie oder für die Produktion von Aufklebern für die
verschiedensten Anwendungen. Das Verfahren eignet sich besonders gut für
große Auflagen, da für jede Farbe ein eigenes Drucksieb erstellt werden muss.“
Das Einsatzgebiet ist zwar nahezu unbegrenzt, aber bei kleineren Auflagen
sollte man, wenn die Möglichkeit besteht, auf den Digitaldruck ausweichen.“

Digitaldruck
Durch die Vielseitigkeit der verwendeten Tinten können eine ganze Reihe
verschiedenster Materialien bedruckt werden. Der Digitaldruck eignet sich
hervorragend für kleine bis mittlere Auflagen und personalisierte Drucke.
Gerade im Bereich der Werbetechnik hat der Digitaldruck in den letzen Jahren
enorme Fortschritte gemacht. Große Auflagen sind im Digitaldruck eher
ungünstig.

Digitaldruck mit Sublimationstinte
Der Sublimationsdruck ist das weltweit neueste Druckverfahren.56 Gedruckt
wird mit einer Spezialtinte (Sublimationstinte), die sehr resistent gegen UVStrahlung
und andere Umwelteinflüsse ist. In der Werbetechnik kommen
hauptsächlich zwei Methoden des Sublimationsdrucks zum Einsatz: Beim Sublimationsdruck mit Zwischenträger wird eine Spezialfolie mit
Sublimationstinte bedruckt und anschließend mit einer Transferpresse
durch Hitze und Druck auf das Objekt übertragen. Die verwendbaren
Materialien sind sehr vielfältig. Häufig wird der Sublimationsdruck im
Bereich Textilveredelung, Glas, Porzellan und zur Veredelung von
Werbemitteln eingesetzt. Die Vorteile des Sublimationsdrucks sind die
fotorealistische Darstellung und die niedrigen Produktionskosten.
Beim Sublimationsdirektdruck wird die zu druckende Grafik direkt ohne
Zwischenträger auf das Material aufgedruckt und direkt in der Maschine
fixiert. Diese relativ neue Technik wird hauptsächlich zur Produktion von
Fahnen, Bühnenbildern und Stoffdrucken eingesetzt. Die
Sublimationsdrucke können im Innen- und Außenbereich eingesetzt
werden und sind mehrere Jahre UV- und wetterbeständig.

Flexodruck
„Der Flexodruck ist ein direktes Hochdruckverfahren in der Art wie man es aus
dem Stempeldruck kennt. Wie bei einem Stempel sind die zu druckenden Teile
auf dem Druckträger erhaben.
Die nicht zu druckenden Teile liegen tiefer auf dem Druckträger. Da der
Flexodruck ein direktes Druckverfahren ist, gibt die Druckform die Farbe direkt
an die zu bedruckenden Materialen ab. Auf dem Druckträger muss das
Druckbild spiegelverkehrt aufgebracht werden. Beim Druckvorgang wird der
erhabene Teil mit Farbe eingefärbt und auf das Druckmaterial gepresst. Als
Druckfarben kommen Lösemittelbasierende, Wasserbasierende und UV-Farben zum Einsatz.“

4.2. Spezifikationen

Für den Druck von Visitenkarten müssen folgende Spezifikationen eingehalten
werden. Gemäß dem Standardformat (Endformat) 85 x 55 mm muss beim
anlegen von Visitenkarten am Pc ein Beschnittrand von 2-3 mm berücksichtigt
werden. Für ein gutes Erscheinungsbild der Karte, sollte zusätzlich einen
Abstand von 3-5 mm zum Kartenrand angelegt werden.

Visitenkarten im Wandel der Zeit - Visitenkarten Beschnitt
Abbildung 15: Grunddaten zur Visitenkartenerstellung

 

Die Visitenkarten-Datei hat dann die Maße
85 x 55 mm Endvormat bei 2 mm Beschnitt ist das  89mm x 59 mm und bei 3 mm Beschnitt 91mm x 61mm
Die gängigen Dateiformate, die von jeder Druckerei verarbeitet werden, sind
PDF, EPS, TIFF und JPG. Dabei sind die Daten im CMYK-Farbmodus und in
300 dpi anzulegen.

Farbigkeit
Ob in 1- oder 4-farbigem Druck, das ist heute eher eine ästhetische Frage, als
eine Frage des Preises. Da die meisten Visitenkartenproduktionen kleine
Auflagen haben, bieten sich auf dem Markt eine Menge an Online-Druckereien
an, die versuchen, sich gegenseitig zu unterbieten. Diese drucken grundsätzlich
im 4c-Euroskala-Prozess und diese 4 Farben sind Standard und vorhanden.
Viele größere Unternehmen drucken dennoch 2-farbig und mit so genannten
Schmuck- bzw. Sonderfarben. Dies hat zwei Gründe. Wer bei unterschiedlichen
Druckereien und in unterschiedlichen Ländern drucken lässt, definiert seine
Farben nach der Pantone oder HKS Farbskala. Dies sind klar definierte Farben,
die sich nicht aus den 4 Farben des 4c-Prozesses zusammensetzten. Damit
wird sichergestellt, dass man immer die gleiche definierte Farbe bekommt.
Dieses System berücksichtigt auch die Farbschwankungen, die bei
gestrichenen und ungestrichenen Papieren auftreten.

Papierauswahl
Ungestrichene Papiere haben – vereinfacht ausgedrückt – offene Poren, in die
die Farbe wie ein „Schwamm“ aufgesogen wird. Dadurch ergibt sich ein anderer
Farbeindruck als bei gestrichenen Papieren. Hier steht die Farbe auf der
Oberfläche und wirkt dadurch deutlich leuchtender und klarer. Der zweite Grund für die Verwendung von Sonderfarben liegt in Ihrer Leuchtkraft. Bei den
Sonderfarben gibt es Farbtöne, die besonders kräftig und leuchtend sind. Dies
wissen z.B. auch Verpackungshersteller und verwenden Sonderfarben, um die
Produkte besonders gut zu präsentieren. Diese Intensität der Farbe lässt sich
nicht über den 4c-Prozess erreichen.
Das Papier definiert sich durch seine Oberflächeneigenschaften und durch
seine Stärke. Während die günstigen Online-Druckereien meistens nur zwei
Papiere (matt / glänzend) anbieten, kann man sich bei Offset-Druckereien vor
Ort eine Vielzahl von unterschiedlichen Papiermustern zeigen lassen. Ab 180
g/qm werden Papiere für Visitenkarten eingesetzt. Traditionell wird 300 g/qm
verwendet.

4.3. Druckanbieter

Im Geschäftsbereich werden neue Web2print Lösungen in Zukunft eine große
Rolle spielen, da bei Druckaufträgen die Drucksachen einfach online aufgerufen
und editiert werden können (siehe dazu auch 6.1. Corporate Design).  Darüber
hinaus können bei Online-Druckereien die Visitenkarten auch interaktiv, nach
Upload der Daten, gestaltet werden.  Manche Anbieter bieten sogar an,
unterschiedliche Motive in einem bestellten Visitenkartenpaket zu liefern. Dies
ist von Vorteil, wenn man verschiedene Produkte, ein Portfolio oder mehrere
Dienstleistungen präsentieren will. Die potentiellen Kunden können sich die
Karte aussuchen, die ihnen am besten gefällt bzw. die für sie am relevantesten
ist. So können die unterschiedlichen Facetten des Unternehmens perfekt
gezeigt werden und gleichzeitig eine Karte verteilt werden, die Kunden und im
Kopf behalten.
Die Suche nach „der besten Druckerei“ stellt sich bei jedem Druckobjekt neu.
Wer die besten Visitenkarten anbietet, ist nicht gleichzeitig auch der beste
Broschürenproduzent. Visitenkarten können natürlich auch auf einem Drucker
selbst ausgedruckt werden. Allerdings wirken diese unprofessionell, da sie selten auf festem, für Visitenkarten geeignetem Papier gedruckt werden. Bei
mehreren hundert Exemplaren sind überdies Online-Druckereien deutlich
günstiger. Selbst die Hersteller von Visitenkarten-Druckern haben reagiert und
die Produktion dieser Drucker eingestellt.
Online-Druckereien Im Internet ist heute vieles leichter zu regeln. So lässt sich auch bei Visitenkarten eine Internet-Schnittstelle zwischen einer Druckerei und dessen
Kunden nutzen (Online-Druckereien). Dort kann der Kunde seine Visitenkarten
selbst erstellen, oder wie oben erwähnt, diese nach externem Entwurf in Auftrag
geben. Für eine selbständige Gestaltung können tausende von Grafikvorlagen
ausgewählt und dutzende von Schriften verwendet werden. In Deutschland
gibt es mittlerweile über 370 Druckereien, die die Be- oder Erstellung von
Visitenkarten online ermöglichen.

Online-Druckereien bieten folgende Vorteile:

• Sind bei Standardausführungen meist günstiger als die örtlichen
Druckereien
• Zeitersparnis (durch Grafik und Vorlagen-Nutzung)
• Web2Prind Systeme erleichtern das Vorgehen bei Änderungen
Weitere Vorteile sind
• Sofort-Kalkulation im Webbrowser ohne Schriftverkehr per Fax und
langwierige telefonische Nachfragen
• Produktionssicherheit durch standardisierten Workflow und vor allem
sichere Farben nach ISO-Standard
• Beim Auftragsstatus immer auf dem Laufenden – per eMail oder onlinetracking.
• Online Softproofs geben (ein wenig) Sicherheit
• Kunden eines Grafikbüros können die Druckabwicklung ab PDF-Datei
ggf. selber übernehmen.
• Transparenter Gestaltungs- und Produktionsverlauf
• On-Demand-Druck für den unmittelbaren und tatsächlichen Bedarf
• Wegezeiten und -kosten z. B. für Kurierfahrten entfallen
• Archivfunktion
• Verkürzter Beschaffungsprozess spart Aufwand und Kosten
• Zugriff auf Angebot und Aufträge in Echtzeit
• Gesichertes Corporate Design – auch bei dezentralem Zugriff

Für die Online-Druckereien ergeben sich ebenfalls Vorteile:
Verkürzte Lieferzeit spart Administration und Kosten
• Hohe Kundenbindung durch tagesaktuelle Angebote und
Dienstleistungen
• Schnelle Information über Produkt- und Dienstleistungs-Neuheiten
• Automatisierung der Arbeitsabläufe, zum Beispiel bei Kreation, Layout,
Freigaben, Kurierfahrten, Archivierung und in der Buchhaltung
• (Kosten-) Transparenz und Kontrolle der Arbeitsschritte

Druckereien
Zum Standardangebot von Druckereien „vor Ort“ gehören zum Beispiel Plakate,
Flyer, Kataloge und natürlich auch der Druck von Visitenkarten. Druckereien
ohne Online-Angebote haben zwar ein gewisses Potenzial eingebüßt, aber
dennoch auch Vorteile behaupten können:
• Beratungsleistung durch langjährige Erfahrung
• Das eingespielte Team des Grafik-Designers bzw. der Designerin und
der Druckerei „vor Ort“ samt Vorstufe empfiehlt sich nach wie vor für
individuelle, nicht standardisierbare Druckprojekte
• Druck von Sonderfarben
• Qualitativ hochwertige Papiere
• Bessere Verarbeitung und Veredelung
• Bei besonders hochwertigen Ergebnissen kann vorab zur Sicherheit
auch ein Probeabzug geliefert werden

5. Visitenkarten im Berufsleben

5.1. Corporate Design

“Corporate Design stellt ein Element der Corporate Identity dar und ist
vereinfacht ausgedrückt das visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens.“
Dabei wird die Identität, Kultur und Vision eines Unternehmens
widergespiegelt.
Zum Corporate Design gehört unter anderem die Gestaltung der
Kommunikationsmittel wie Firmen-Logo und Firmen-Schriftzug. Darüber hinaus
werden für alle Präsentationen, Kataloge oder ähnliches Firmenfarben
festgelegt, die durchwegs zu verwenden sind. Selbiges gilt für die Website,
Briefpapiere, Umschläge, Visitenkarten, Plakate, Prospekte, Firmen T-Shirts,
Hinweisschilder, Inserate und sonstige Werbemittel – hier wird ebenfalls ein
eindeutig zuordenbares Erscheinungsbild propagiert.
Die Gestaltung aller Elemente des Corporate Design geschieht unter
einheitlichen Gesichtspunkten, um bei jedem Empfänger dieser visuellen
Botschaft einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen. Dies gelingt durch
konsequent verwendete Schriftarten, Farben, Elementanordnungen und
Layouts.
Von Unternehmen zu Unternehmen gibt es dabei unterschiedliche
Schwerpunkte und Grade der Ausführung. Die wirksamsten
Wiedererkennungsmerkmale sind Firmenschriftzug und Farbeinsatz. Wie bei
allen Werbemitteln gilt auch bei Visitenkarten, dass Firmenfarben und -logo
möglichst präsent eingesetzt werden und auch schon von weitem erkennbar
sein sollten.
Eine Weitere Lösung in Bezug auf das Corporate Design bietet ein
Geschäftsmodell, in dem zusammen mit dem Kunden eine Corporate Design erstellt wird. Mit dem so erstellten Grund-Layout können dann –datenbankgestützt – online die zu druckenden Visitenkarten in Auftrag gegeben
werden. Durch die webgestützte Produktion lassen sich Änderungen
selbständig eingeben und man erhält am Bildschirm einen Korrekturabzug
(Proof).

5.2. Visitenkarten International

Eine ganz besonders große Bedeutung kommt der Visitenkarte in Japan zu.
Sie hat dort einen höheren Stellenwert als in anderen Ländern.
Durch die Aufschrift klärt sie das Verhältnis zwischen zwei Geschäftspartnern,
indem sie Informationen über die Position des jeweiligen Geschäftspartners
übermittelt. Trotz der vielen japanischen Schriftzeichen, die teilweise auch
gleichlautend sind, lässt sich mit Hilfe der Visitenkarte der Name mit der
korrekten Schreibweise erfahren.  Darüber hinaus spielt die Position des
Geschäftspartners in seinem Unternehmen eine wichtige Rolle für den Umgang
miteinander.
Außerdem ist es in Japan verpönt, eine Visitenkarte, die man gerade erhalten
hat, sogleich in die Tasche zu stecken. Durch das Format von 91 x 55 mm
verweigert die Karte selbst die Aufbewahrung beispielsweise in einem
Standard-Visitenkartenetui. In Japan werden die Visitenkarten mit viel Respekt
behandelt und in passenden Utensilien oder in Ordnern aufbewahrt.
Nicht nur das Format ist in Asien anders, sondern auch die Farbgebung.
Farbiger gestaltet, mit liebevollen Details versehen und auf aufwändig
hergestelltem Büttenpapier gedruckt, muten die Karten stellenweise wie von
einem Kalligraphen verewigt an. Allerdings unterscheiden sich die japanischen Visitenkarten vom Aufbau und
Inhalt kaum von europäischen.  Viele Asiaten halten sich aber an Feng-Shui-
Regeln, um dadurch ihren berufliche Erfolg zu erhöhen

5.2.1. Format International

Als Ausnahme zum europäischen Format ist das vorher genannte japanische
Format 91 x 55 mm zu sehen. Einen weiteren Sonderfall stellt die USA dar. Hier
hat die Visitenkarte auch mal das Format 88,9 x 54,0 mm
Allgemein ist es üblich, das Format von etwa 10 x 7 cm nicht zu überschreiten.
Praktisch ist das Scheckkartenformat, es sind aber auch kleinere Maße bis zu
7 x 4 cm üblich.
Visitenkarten-Formate in der Übersicht:

Land     Format
Europa  85 x 55 mm
Japan    91 x 55 mm
USA       88,9 x 54 mm

5.2.2. Visitenkartenübergabe

„Visitenkarten sind nicht gleich Visitenkarten. Vor allem die Art und Weise wie
man mit ihnen umgeht kann sich von Land zu Land deutlich unterscheiden.“
Es gilt aber generell überall: Mit Visitenkarten geht man souverän um!
Besonders stilvoll ist es, wenn die Visitenkarte aus einem Lederetui übereicht wird. Wer eine Visitenkarte übereicht bekommt, sollte auf jeden Fall einen Blick
darauf werfen, denn die Karte ungeachtet wegzustecken gilt als unhöflich. Wird
die Visitenkarte gar ganz abgelehnt, oder einfach auf dem Tisch liegen
gelassen, so bedient man ebenfalls ein Tabu.
Zusätzlich zu diesen allgemeingültigen Gepflogenheiten herrschen in anderen
Ländern ganz spezielle Regeln und Gebräuche:

Checkliste Visitenkarten-Tausch und –Übergabe
Deutschland
Visitenkarten bewahrt man am besten immer am
gleichen Ort auf. Geeignet sind die rechte Außentasche
und die linke Innentasche, wenn man Rechtshänder ist.
Bei Linkshänder ist es umgekehrt. So vermeidet man
die unkompetent wirkende Sucherei. Visitenkarten
verteilt man großzügig, aber gezielt: An Kundinnen und
Kunden, interessante Personen, selten angetroffene
Bekannte. Damit hinterlässt man neben dem flüchtigen
auch noch einen schriftlichen Eindruck.
Übergeben wird die Karte so, dass der
Gesprächspartner die Schrift lesen kann. Er braucht
und bekommt die Gelegenheit, sich Zeit für das
Studium zu nehmen. Visitenkarten unbeachtet in eine
Jackentasche zu stecken, gilt als extrem unhöflich.
Erhält man eine Visitenkarte, so übergibt man dem
anderen auch eine. Es ist nicht optimal, dem
Gegenüber eine Visitenkarte aufzudrängen. Schnell
entsteht ein falscher Eindruck. Mit diesem Satz
funktioniert es aber erfolgreich: „Vielleicht benötigen Sie
einmal einen Experten?“

 Visitenkarten- Übergabeim Großbritannien
Visitenkarten werden üblicherweise am Anfang des
Gesprächs ausgetauscht. Der Gastgeber beginnt mit
dem Visitenkartentausch.

 Visitenkarten- Übergabeim Königreich der
Niederlande
In Belgien, Flandern, hat man zwei Varianten von
Visitenkarten. Die kleine Karte, die bei geschäftlichen
Anlässen überreicht und zum Kondolieren verwendet
wird, und die größere, die verschickt werden kann.
Visitenkarten sind gute Anhaltspunkte dafür, wie
jemand angeschrieben werden will.

 Visitenkarten- Übergabeim  Italien
Die Visitenkartenübergabe findet erst dann statt, wenn
man im Gespräch näher auf die beruflichen Tätigkeiten
zu sprechen kommt oder gar erst bei der Verabschiedung.
Die Visitenkarte wird der entsprechenden Person direkt
in die Hand übergeben und nicht wie eine Spielkarte
über den Tisch geschoben.
Auf der Visitenkarte sollten alle akademischen Grade,
Titel und Positionen stehen, da der Status sehr wichtig
ist.

Visitenkarten- Übergabe im  Österreich
Visitenkarten werden dem Partner schon zu Beginn
einer geschäftlichen Besprechung, nach der Vorstellung
und dem ersten Händeschütteln persönlich überreicht.
Titel sind in Österreich sehr wichtig und sollten deutlich
und in gleicher Schrift vor dem Namen stehen.
Im österreichischen Geschäftsleben findet man häufig
zwei Arten von Visitenkarten: Eine spezielle
österreichische Variante, auf der alle akademischen
Grade inklusive Fakultäten und Prädikate aufgezeichnet
sind, und eine internationale nur mit Name und
Funktion.

 Übergabe in der Schweiz
Auf Visitenkarten werden nicht immer die Titel vermerkt.
Wenn überhaupt, werden sie nachgestellt unter den
Namen geschrieben. Wichtig ist vor allem der Name
des Gesprächspartners.

Übergabe in der  Tschechische Republik
Visitenkarten sind in der tschechischen Republik
besonders wichtig. Alle Tschechen sind darum bemüht,
die Visitenkarten großzügig zu verteilen. Erhält man
eine Businesscard, sollte man im Gegenzug ebenfalls
seine Karte überreichen.

Übergabe in Russland
Die geschäftliche Visitenkarte ist auch in Russland ein
unabdingbares Attribut einer Geschäftsperson. Der
erste Kontakt läuft in der Regel unter Austausch von
Visitenkarten zu Beginn einer Verhandlung ab.
Erhält man eine Visitenkarte, ist es unerlässlich, diese
auch langsam sowie offensichtlich zu lesen und nicht
nur einen flüchtigen Blick darauf zu werfen.
Jeder akademische Grad, der vollständige Titel und die
Position sollten auf der Visitenkarte zu lesen sein. Der
Status ist in Russland besonders wichtig.
Heute ist es international üblich, die Visitenkarte in
Landessprache übersetzen zu lassen. Die Visitenkarte
sollte dann immer mit der Landessprache nach oben an
den Gesprächspartner überreicht werden.

Visitenkarten Übergabe in Länder mit muslimischer
Prägung

In diesen Ländern wird eine Visitenkarte stets mit der
rechten Hand überreicht und ebenso mit der rechten
Hand im Empfang genommen. Man tauscht die Karten
meist direkt nach der ersten Begrüßung aus. Genau wie
im asiatischen Raum gilt es auch hier, die Visitenkarte
mit besonderem Respekt zu behandeln.

Übergabe in Asien
Im asiatischen Raum sind Visitenkarten ein absolutes
Muss. Die Übergabe wird als Ritual zelebriert, das von
Lächeln, Verbeugungen und „thank you“ begleitet wird.
Zuerst gibt die ältere oder ranghöhere Person der
jüngeren oder rangniedrigeren Person die Karte (jeweils
zwischen Daumen und Zeigefinger an den oberen
Ecken angefasst und dem Gegenüber so überreicht,
dass dieser sie sofort lesen kann). Der Rangniedrigere
nimmt die Karte in beide Hände und verbeugt sich
anschließend. Daraufhin betrachtet er die Karte genau.
Sie darf auf keinen Fall direkt verstaut, sondern muss
sorgfältig auf die Seite gelegt werden. Anschließend
erfolgt das gleiche Ritual durch die
jüngere/rangniedrigere Person. Dabei verbeugt sich
immer derjenige mit der niedrigeren Funktion tiefer
Es ist auch gebräuchlich während der Übergabe leise,
aber deutlich und langsam seinen Namen zu sagen.
Dabei betont man leicht den Familiennamen. (Da in
Europa Doppelnamen durchaus üblich sind, sollte der
Familienname klar verdeutlicht werden, denn in Asien
redet man sich in der Regel mit dem Nachnamen an).
Die Karten werden mit viel Respekt behandelt und in
passenden Utensilien aufbewahrt oder in Ordnern
abgelegt. Vor allem in China und Japan hat man mit
zweisprachigen Visitenkarten einen großen Vorteil.
Am Ende eines Geschäftstreffens wird die Visitenkarte
vorsichtig in die Anzugtasche oder in ein
Visitenkartenetui gesteckt. Auf der Visitenkarte eines
asiatischen Gesprächspartners darf nichts notiert bzw.
skizziert oder unterstrichen werden.

In den einzelnen Asiatischen Ländern,
gibt es aber feine unterschiede:

China

Wie in Europa tauschen die chinesischen
Geschäftsleute gegenseitig die Visitenkarten, wenn
man sich zum ersten Mal begegnet. Die erste
Begegnung mit dem Geschäftspartner ist in China sehr
wichtig. Man tauscht nicht nur einfach die Karten,
sondern bringt dem Partner mit dem Überreichen der
Visitenkarte Respekt entgegen.
Der Ablauf der Übergabe ist dabei genau geregelt:
Zuerst die Begrüßung (Händeschütteln wie in Westen
oder wie in China üblich, mit dem Kopf nicken und den
Körper leicht nach vorn neigen). Dann ist die
Visitenkarte mit beiden Hände zu halten und in einem
60 Grad Winkel etwa auf Brusthöhe des Gegenübers
anzuheben, dabei stets den Körper leicht nach vorn
gebeugt. Dann dem Partner die eigene Karte mit einer
Hand reichen und gleichzeitig die angebotene Karte
mit der anderen Hand in Empfang nehmen. Bei der
Annahme der Visitenkarte schnell den Namen und Titel
lesen. Den Partner nun mit Namen ansprechen.
Die angenommene Visitenkarte sollte vor sich auf den
Tisch gelegt werde.

Südkorea

Die Visitenkarte wir mit der rechten Hand übergeben,
wobei die linke Hand das rechte Handgelenk bzw. den
rechten Unterarm stützend hält.

Japan

In Japan ist die Übergabe durch Verbeugen und die
Karte in beiden Händen haltend – durch die ältere oder
ranghöhere Person zuerst – durchzuführen. In Japan
gilt es als besondere Ehrerbietung, wenn die
Visitenkarte mit der rechten Hand und mit leicht
gesenktem Kopf gegenüber einer Person überreicht
wird. Nach der Übergabe wird die Visitenkarte durch
genau Betrachtung gewürdigt. Nachfolgend übergibt die
jüngere oder rangniedrigere Person die Visitenkarte in
gleicher Weise. Die Visitenkarte wird anschließend
achtsam auf die Seite gelegt. Wenn Japaner
regelmäßigen Kontakt mit Ausländischen
Geschäftspartnern pflegen, verwenden sie meist eine
zweisprachige Karte, auf der sich auf einer Seite eine
englische Übersetzung befindet.

(http://books.google.de/books?id=n9Qx__SHJocC&pg=PA63&lpg=PA63&dq=Visitenkarten-Tausch+und+-%C3%BCbergabe&source=bl&ots=vf_aP3g7t5&sig=5ClzgkFfiVK8FKO9o5zVes9IJtM&hl=de&ei=82iJSuDvKdiMsAal76zyBw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2#v=onepage&q=&f=true )

USA

In den USA haben Visitenkarten bzw. Business Cards
keine so große Bedeutung wie etwa in Asien. Werden
die Business Cards ausgetauscht, so beginnt der
Ranghöchste mit der Übergabe. Es kann allerdings
durchaus vorkommen, dass dies unterbleibt. In diesem
Fall gilt: Behalten auch Sie Ihre Visitenkarte besser bei
sich. Sie können diese später immer noch einer
schriftlichen Kommunikation beilegen.

5.3. Strategisches Vorgehen beim Entwurf und Einsatz von
Visitenkarten

Über 90% aller Visitenkarten kommunizieren nicht richtig!“
Um die fehlerhafte Wirkung, also die Wirkungslosigkeit der Visitenkarte zu
vermeiden, sollten vor Erstellung der Karten, folgende Fragen geklärt werden:
Warum brauche ich überhaupt Visitenkarten?
Bei manchen Unternehmen wird auf die Gestaltung der Visitenkarten kein
besonderer Wert gelegt. Schriften werden frei kombiniert und zweckfremde
Grafiken verwendet. Die Frage aber lautet: repräsentiert eine auf diese Weise
erstellte Visitenkarte das, was repräsentiert werden soll? Bei der Entscheidung
über das Visitenkarten-Design sollte man sich immer darüber bewusst sein,
dass es wie bereits erwähnt „keine zweite Chance gibt um einen ersten
Eindruck zu machen“ – wie ein amerikanisches Sprichwort sagt. Einen
ungünstigen ersten Eindruck kann sich eigentlich niemand leisten.
Um sein Unternehmen wirklich richtig zu repräsentieren, muss Folgendes
beachtet werden: „Das Visitenkarten-Design richtet sich nach der Aufgabe, die sie erfüllen soll.“  Bevor das Design entwickelt wird, sollte klar sein, was mit
der Visitenkarte erreicht werden soll. Wem soll die Visitenkarte übereicht
werden? Was soll mit der Visitenkarte ausgesagt werden? Welchen Eindruck
will man hinterlassen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, können die
Visitenkarten erstellt werden.
Welche Menge soll produziert werden?
Geht man auf 5 der größeren Messen jedes Jahr? Oder wie viele
Geschäftstreffen gibt es monatlich im Unternehmen, oder gibt es
Handlungsreisende unter den Vertriebsmitarbeitern? Je nach Geschäftsbereich
und –tätigkeit gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Anzahl der vorab
zu produzierenden Visitenkarten.
Wenn auf jeder Messe ca. 50 Visitenkarten abgeben werden, sind es 250 Stück
in einem Jahr. Oder gibt man eine bestimmte Anzahl von Visitenkarten pro
Woche? Das Jahr hat 52 Wochen. Auf diese Weise kann man rationell
einschätzten, wie viele Visitenkarten eingesetzt werden könnten.
Mehrere Visitenkarten als Reserve sind empfehlenswert. Auf diese Weise sind
1000 Stück im Jahr eine durchschnittliche Menge.

6. Soft und Hardware

Wie in 4.3 beschrieben gibt es zwar spezielle Visitenkarten-Drucker, diese sind
aber aus den dort aufgeführten Gründen nicht mehr zeitgemäß. Im Folgenden
soll nun auf Software und Hardware eingegangen werden, welche die
Erstellung beziehungsweise Aufbewahrung von Visitenkarten erleichtert.

6.1. Software zur Visitenkartenerstellung

Da bei einigen Online-Druckereien oder Web2print-Anbietern die Erstellung der
Visitenkarten über Onlinegestalter oder herkömmlichen Online-Designer
möglich ist, sind für einfache Standard-Visitenkarten keine Software zur
Erstellung notwendig. Online können Hintergrund und Text geändert werden
und die Visitenkarte wird synchron dazu angezeigt.
Wenn allerdings individuelle Hintergründe oder spezielle Schriften (zum Beispiel
eine extra für ein Unternehmen entwickelte Schrift) zum Einsatz kommen
sollen, ist es notwendig, die Visitenkarten von einem Werbe- oder Grafikbüro
anfertigen zu lassen oder sie selbst zu erstellen.
Sollen die Entwürfe selbst angelegt werden, stehen diverse Grafikprogramme
dafür zur Verfügung. Es eignen sich dafür branchenübliche Programme, die
auch von Grafikern verwendet werden, wie Quark XPress, Adobe Photoshop,
Adobe InDesign, Corel Drawund einige mehr.
Es können aber auch frei erhältliche Programme (freeware) wie Gimp
verwendet werden. Für die Erstellung des Hintergrundes sollte dabei
grundsätzlich ein Bildbearbeitungsprogramm (beispielsweise Corel Photo Paint
oder Adobe Photoshop) und für die Textgestaltung ein Layoutprogramm (zum
Beispiel Quark XPress oder Corel Ventura) verwendet werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Programme für die Visitenkartenerstellung.
Diese sind in einer einfacheren Version als freeware und umfangreicheren
Versionen ab 4 € bis 30 € erhältlich. Sie enthalten wiederum Grafik- und
Hintergrund-Vorlagen um Visitenkarten schnell anlegen zu können. Der Vorteil
dieser Software liegt am großen Umfang der Vorlagen und Grafiken. Bei
manchen Produkten sind mehr als 300.000 Bilder und Vorlagen enthalten und
bieten so mehr Möglichkeiten als Online-Designer.

6.2. Visitenkaten Scanner

Im laufe eines Geschäftsjahres häufen sich eine Menge von Visitenkarten an.
Um diese am Pc oder Laptop zu archivieren und mit anderen Geräten (zum
Beispiel Palm-Geräte oder Handy) synchronisieren zu können, ist es möglich,
die Visitenkarten von Geschäftspartnern mit speziellen Scannern einzuscannen.
Es gibt Hersteller von OCR-Software (Optical Character Recognition, optische
Zeichenerkennung), die die Software und den dazugehörigen
Visitenkartenscanner für zirka 130 € anbieten. Diese Geräte sind sehr
leistungsfähig, denn sie benötigen nur wenige Sekunden (pro Kartenseite) und
scannen die Kärtchen dabei in 600 dpi ein. Egal ob Englisch oder Chinesisch,
die verschiedenen Sprachen und dazugehörigen Regionen können beim Scann
festgelegt werden.
Die Visitenkarten können anschließend nicht nur archiviert werden, sondern die
Daten lassen sich auch nach Datenbanken wie Microsoft Excel, oder E-Mail
Programmen wie Microsoft Outlook oder Lotus Notes exportieren. Bei
manchen Geräten ist es möglich, die eingescannten Daten mittels einer
Infrarotschnittstelle direkt an ein Handy zu übertragen.
Das Vorliegen der Kontaktdaten in elektronischer Form erleichtert die
Verwaltung und Archivierung. So kann beispielsweise eine geänderte
Telefonnummer eines Geschäftspartners einfach in der Datenbank
überschrieben werden.

7. VCard

Unter einer vCard versteht man eine „elektronische Visitenkarte“, die der
Benutzer mit einem Mausklick direkt in ein Adressbuch eines E-Mail
Programms übernehmen kann. Anders ausgedrückt: „Eine vCard ist eine kleine
Textdatei, die Adressinformationen zu einer Person und/oder Unternehmen
enthält.“  Die Adressinformationen sind in einer exakt vorgeschriebenen
Struktur gespeichert. Durch diesen Strukturstandard ist es möglich, die
Adressinformationen in eine Vielzahl an Programmen zu importieren und dort
zu nutzen.97
Vcards können in eine HTML-Seite eingebettet (und sind damit downloadfähig)
oder als Dateianhang mit einer E-Mail verschickt werden. Sie können auch
dazu verwendet werden, Kontaktinformationen in Mobiltelefonen und PDAs zu
speichern und per IrDA oder Bluetooth auszutauschen.
VCard-kompatible Programme sind beispielsweise:

• Apple Adressbuch für Mac OS X
• Lotus Notes, Lotus Organizer
• Google Mail
• Microsoft Outlook
• Mozilla Thunderbird
• Novell Evolution, Novell GroupWise
• Palm Desktop
VCard-Funktionen:
• VCards beinhalten grundlegende Informationen wie Name, Adresse
(geschäftlich, privat), Telefonnummern (geschäftlich, privat, Fax, Pager),
E-Mail Adresse und Internet URL.
• Alle vCards können Grafiken, Fotos, Firmen Logos, Soundfiles (zum
Beispiel für die Aussprache des Namens) enthalten.
• Geografische Daten und Zeitzonen in vCards informieren die Besitzer
darüber, wann der andere erreichbar ist.
• VCards unterstützten Mehrsprachigkeit.
• VCards sind unabhängig vom Betriebssystem einsetzbar und können
deshalb mit entsprechender Software auf jedem PC verwendet werden.
• VCards sind internettauglich, basieren auf Standards und werden von
der Wirtschaft unterstützt.

8. Visitenkarten im Wandel der Zeit

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Gestaltung der Visitenkarte
im Laufe der Zeit nicht überaus stark gewandelt hat. Heutzutage werden zwar keine Unterschiede mehr zwischen den Formaten von Frauen- und
Männerkarten gemacht und genauso wenig kann man durch die Größe einer
Karte Rückschlüsse auf den Rang, Titel oder Ämter des Besitzers machen.
Dennoch zeigen die Formate im Allgemeinen keine großen Veränderungen im
Vergleich zu früheren Zeiten auf.
Der größte Unterschied dürfte wohl bei der Einhaltung gewisser Standards
liegen. Während die moderne Visitenkarte bei der Gestaltung große Freiräume
lässt, gab es dafür in der Neueren und Neuesten Zeit diverse Vorschriften.
Analog zu heute wurden damals Name und Adresse angegeben, aber
zusätzlich waren es auch der Stand, das Amt, die Würde und der Taufnahme,
die auf der Karte zu finden waren. Der Titel stand in kleinerer Schrift über dem
Namen. Ebenso fehlt auf modernen privaten Karten meist das Familienwappen,
das früher in der linken oberen Ecke abgebildet wurde. Bei Geschäftskarten
sieht man heute stattdessen oft das Firmenlogo, für welches jedoch keinesfalls
mehr eine bestimmte Platzierung vorgesehen ist.
„Erlaubt ist, was gefällt“ – diesem Motto scheint die Gestaltung der
Visitenkarten derzeit eher zu folgen. Gleichwohl ist es immer noch Ziel, am
Ende ein ästhetisches Gesamtbild zu erreichen.
Gewisse Gestaltungselemente scheinen dabei zeitlos, wie zum Beispiel
ornamentale Schmuckelemente oder das „englische Format“ (abgerundete
Ecken), welche durchaus auch heutzutage noch eingesetzt werden.
Bevorzugte Schriftarten waren einst die „gotische Druckschrift“ und die
„englische Schreibschrift“. Momentan werden „Arial“ und „Times New Roman“
am häufigsten benutzt.

Außer der Standardisierung sind auch andere Bräuche verloren gegangen. Zum
Beispiel sind die Menschen heute nicht mehr mit den Codes durch Knickungen
und dem Chiffriersystem vertraut, was selbstverständlich damit
zusammenhängt, dass die Visitenkarten derzeit nicht mehr zum Gratulieren,
Kondolieren, Bedanken oder Verabschieden Verwendung finden und solches
Wissen somit nicht mehr von Nutzen ist. Stattdessen erfolgte eine Weiterentwicklung durch digitale Medien. So werden
die Karten heute nicht mehr nur per Hand überreicht. Via Internet können
Kontaktdaten über die ganze Welt verlinkt und abgerufen werden. Auch Handys
beinhalten mittlerweile verschiedene Programme, mit denen man persönliche
Angaben anderer Personen abspeichern kann.
Welche weiteren Entwicklungen die Visitenkarte noch durchlaufen wird, lässt
sich nur erahnen. Gewiss ist jedoch, dass sich neben modernen Visitenkarten
auch das Modell des 17. Jahrhunderts weitgehend behauptet hat.
Letztendlich ist zu sagen, dass die Visitenkarte eine lange Tradition, eine
weitgehende Entwicklung und ein großes Wirkungsfeld besitzt.

(Vgl.: Piel; Die Geschichte der Visitenkarte; S. 17f )

9. Quellenverzeichnis

• Henning, Eckart; Tasler, Wolfgang; La Carte, Visitenkarten von gestern
und heute; Dortmund;
• Piel, Manuela; Die Geschichte der Visitenkarte, Untersuchungen zur
Entwicklung vom 17. – 21. Jahrhundert; Studienarbeit; Greifswald;

9.2. Internetquellen
• http://advocat24.de/ger/anwaelte/inc/vcardhelp.php;
• http://de.wikipedia.org/wiki/VCard;
• http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkarte;
• http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkartenporträt;
• http://www.christian-ulrich.de/visitenkarten.html;
• http://www.selbstaendig-im-netz.de/2007/10/10/selbstaendig/10-tippswie-
sie-mit-visitenkarten-mehr-kunden-gewinnen/

9.3. Abbildungsverzeichnis
• Abbildung 1:

• Abbildung 2:
E. Henning; W. Tasler; La Carte;
• Abbildung 3:
E. Henning; W. Tasler; La Carte;
• Abbildung 4:
E. Henning; W. Tasler; La Carte;
• Abbildung 5:
E. Henning; W. Tasler; La Carte;
• Abbildung 6:
E. Henning; W. Tasler; La Carte;
• Abbildung 7:
http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkartenporträt;
• Abbildung 8:
http://de.wikipedia.org/wiki/Visitenkartenporträt;
• Abbildung 9:
E. Henning; W. Tasler; La Carte; S. 117

 

10.Inspirationen für  Visitenkarten

40 ausgefallene Visitenkarten Inspirationen für