{"id":1316,"date":"2010-04-14T15:00:58","date_gmt":"2010-04-14T13:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.flyerpilot.de\/?p=1316"},"modified":"2023-11-09T11:18:55","modified_gmt":"2023-11-09T10:18:55","slug":"hosentaschenverlag-oder-lyrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/flyerpilot-intern\/presse\/hosentaschenverlag-oder-lyrik","title":{"rendered":"Hosentaschenverlag oder Lyrik"},"content":{"rendered":"<p>Die Stiftung Lesen schlugt zuletzt Alarm, ein Viertel aller Deutschen haben noch nie ein Buch gelesen, weniger als zehn Prozent der Bundesb\u00fcrger lesen \u00fcberhaupt t\u00e4glich. Ganz anders sieht es da schon mit dem Internet aus. Bei Facebook und StudiVZ loggen sich mehr als die H\u00e4lfte aller User t\u00e4glich ein, um die Statusnachrichten ihrer Freunde zu lesen und ihre Neuigkeiten mitzuteilen. Kritiker werfen der Buchbranche deshalb h\u00e4ufig vor, keine Innovation zu bringen. B\u00fccher seien zu unhandlich und w\u00fcrden nicht in die mobile Welt voller Netbooks und Smartphones passen. Das auch Verlage zu Innovationen f\u00e4hig sind, beweist eine junge Gr\u00fcnderin aus Hannover. Dorthe Hodemacher hat die Literatur aus ihrem Buchformat befreit und gibt Kurzgeschichten im faltbaren <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/falzflyer\">A3-Format<\/a> heraus. Die B\u00fccher passen in jede Hosentaschen und sind die literarische Erg\u00e4nzung zum Coffee-To-Go. Viertelj\u00e4hrlich erscheinen nun die Kurzgeschichten von unbekannten und bekannten Autoren aus ganz Deutschland. Neben dem Direktvertrieb \u00fcber den Verlag hat Hodemacher Kooperationen mit Gastronomen und Einzelh\u00e4ndlern geschlossen. Die Geschichten werden dort zum Beispiel gleich mit dem Kaffee verkauft. So kann man bequem seinen Nachmittag mit Literatur, Kaffee und Kuchen genie\u00dfen. Eine Geschichte kostet rund 2,50 Euro.<\/p>\n<h2>Am Anfang war der Fensterkasten<\/h2>\n<p>Angefangen hatte die Erfolgsgeschichte mit einem WG-Zimmer im Erdgeschoss. Um mit den vorbeigehenden und hinguckenden Menschen in Kontakt zu treten, kam Hodemacher auf die Idee einen Kasten mit kleinen Geschichten zum Mitnehmen ans Fenster zu h\u00e4ngen. Die Kurzgeschichten schrieb sie selbst und druckte sie per Drucker aus. Diese ungew\u00f6hnliche Idee wurde schnell zum Geheimtipp und schon bald musste sie pro Tag fast 250 Geschichten ausdrucken. Als Gegenleistung landete einige Fanpost, Schokolade und andere Leckereien im dem Fensterkasten. Auch andere Autoren wurde auf Hodemachers Zettelkasten aufmerksam und baten um \u201eVer\u00f6ffentlichung\u201c. Damit war die Schritt zur Verlagsgr\u00fcndung nur logisch.<\/p>\n<h2>Buchmarkt-Award und Startup-Preis<\/h2>\n<p>F\u00fcr ihre innovative Idee bekam die junge Literatur-Unternehmerin auf der diesj\u00e4hrigen Leipziger Buchmesse den Buchmarkt-Award als \u201eNewcomer des Jahres\u201c. Die Jury, in der unter anderem Elmar Krekeler (Kritiker der Welt) und Klaus Kluge (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bastei) sa\u00dfen, w\u00fcrdigten die Lyrik im Hosentaschenformat: \u201eEin Hingucker witzig gemacht \u2013 auf diese Idee kann man neidisch werden.\u201c Auch von der Startup-F\u00f6rderung von Hannover impuls wurde der Verlag ausgezeichnet und erh\u00e4lt nun eine finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Der Erfolg ist aber f\u00fcr Dorthe Hodemacher kein Grund sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, der n\u00e4chste Coup ist schon in Planung: Die n\u00e4chsten Kurzgeschichten sollen als Postkarte verschickt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Web: www.hosentaschengeschichten.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stiftung Lesen schlugt zuletzt Alarm, ein Viertel aller Deutschen haben noch nie ein Buch gelesen, weniger als zehn Prozent der Bundesb\u00fcrger lesen \u00fcberhaupt t\u00e4glich. Ganz anders sieht es da schon mit dem Internet aus. 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