{"id":3248,"date":"2022-11-22T12:25:46","date_gmt":"2022-11-22T11:25:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gutenbergblog.de\/?p=3248"},"modified":"2023-11-02T15:58:33","modified_gmt":"2023-11-02T14:58:33","slug":"alois-senefelders-erfindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/alois-senefelders-erfindung","title":{"rendered":"Alois Senefelder Erfindung"},"content":{"rendered":"<h2>Zu Alois Senefelders 240. Geburtstag: Geschichte der Druckelemente in der Reproduktionstechnik<\/h2>\n<p>Senefelders heutige Bedeutung ergibt sich aus seiner Erfindung der Lithographie, seiner Punktiertechnik, des Stein- und Umdruckes sowie in der Folge der Repro-duktionstechnik wie dem Offsetdruck, somit heute bis zu 60% des inzwischen wichtigsten Vervielf\u00e4ltigungsprozesses. Um das geschichtlich besser zuordnen zu k\u00f6nnen, bedarf es zuerst einer Auseinandersetzung mit dem Druckelement f\u00fcr den Bilderdruck, dem Punkt. Eine aktuelle Zuordnung dieser bedeutenden Erfindung die \u00fcber 200 Jahre unter-bewertet wurde, schlie\u00dft vor allem 2 wichtige deutsche Erfinder nach Senefelder mit ein: Georg Meisenbach, M\u00fcnchen: Rastertechnik und Dr. Ing. Rudolf Hell, Kiel, die elektronische Reproduktion.<\/p>\n<p>1. Als man die Punkte \u201avon Hand\u2019 erstellte<\/p>\n<p>Die Reproduktionstechnik umfasst nach DIN 16500\/2 ganz einfach das erneute Herstellen von etwas Vorhandenem, einem Abbild. Um ein Abbild drucktechnisch vervielf\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, bedient man sich verschiedener Druckelemente: dem Punkt und Korn, auch dem Strich. Das begegnet uns so auch in der Malerei und der Schrift, sowie in alten H\u00f6hlenmalereien. Bei der Schrift ist die Aufgabe einer Linie, eines Striches, auch Punktes relativ einfach zuzuordnen. Beim Bild muss man sich mit \u201aechten\u2019 Halbt\u00f6nen \u2013 also verlaufenden Tonwerten und Farbt\u00f6nen befassen. Die werden weniger durch Striche dargestellt, wie im Holzschnitt, in Federzeichnungen oder Gravuren, sondern durch kleinste Druckelemente die uns z.B. vom fr\u00fchen Kupferdruck als Punktstich bekannt sind.<\/p>\n<p>Die Wiedergabe vielf\u00e4ltiger und feiner Tonwertstufen ist also im wesentlichen dem Punkt bzw. Korn vorbehalten. Es ist die besondere Kunst der Lithographen die richtige Punktgr\u00f6\u00dfe manuell auf dem Stein so zu platzieren, dass die notwendigen Tonwert- und Zeichnungselemente f\u00fcr die Wiedergabe einer Vorlage im Druck zur Verf\u00fcgung stehen. Kleine Punkte f\u00fcr helle T\u00f6ne, gro\u00dfe Punkte f\u00fcr dunkle T\u00f6ne. Das gilt f\u00fcr das Kreidekorn ebenso wie f\u00fcr die Spritztechnik oder den mit Senefelders Federpunktiermanier erzeugten Punkten. Diese Technik f\u00fchrte zum heutigen Bilderdruck. Um 1800 wurde anf\u00e4nglich neben den Punkten auch Senefelders Kreidetechnik angewendet. Durch die Chromolithographie setzten sich dann folgende Techniken durch: neben dem Punktieren das Kreiden, Tamponieren, Spritzen &#8211; oft im Mix &#8211; das ist sehr gut in alten Postkarten erkennbar.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6288\" title=\"punktiertechnik\" src=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Punktiertechnik.png\" alt=\"Punktiertechnik\" width=\"370\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Punktiertechnik.png 370w, https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Punktiertechnik-300x276.png 300w\" sizes=\"(max-width: 370px) 85vw, 370px\" \/><\/p>\n<p>1.2 Senefelders Erfindung erobert den Markt der Bilder<\/p>\n<p>Zum Beginn des 19. Jahrhunderts erlangten diese Reproduktionstechniken und der Steindruck durch die einfachere Handhabung f\u00fcr die Bilderwiedergabe eine spontane Verbreitung. Das bewirkte starke Konkurrenz zu den damaligen Hoch- und Tiefdruckern. Die folgenden Auseinandersetzungen erfassten die Druckereien wie<br \/>\ndie organisierten Mitarbeiter (Verband der Lithographen und Steindrucker, 1851).<br \/>\nUm das besser zuordnen zu k\u00f6nnen, muss man sich in die Zeit um 1800 zur\u00fcckversetzen. Es dominierte der Hochdruck seit Gutenbergs Erfindung der beweglichen Letter, die Bilder wurden als Holschnitte in die Text- Druckform montiert. Richtigen Mehrfarbendruck gab es nicht \u2013 es fehlten die kleinen Druckelemente, die Punkte. Da bietet Senefelders neue Reprotechnik mittels Lithographie sowie dem von ihm entwickelten Umdruck ganz neue Chancen. Die Fachliteratur des 19. Jahrhunderts ist voll von Zeugnissen, wie Vervielf\u00e4ltigungen mittels Umdrucktechnik auch f\u00fcr Texte, Noten *), Gravuren, Holzschnitte, auch die Wiedergabe alter Drucke nun direkt m\u00f6glich ist.<br \/>\nDazu kam nun neu der Bilderdruck. Schon kurz nach Senefelders Erfindung ist ein solcher Druck in s\/w von ihm bekannt. Bald aber brachte es Gottfried Engelmann<br \/>\nin Paris zur wahren Meisterschaft. Er nutzte den Umdruck f\u00fcr Motivpausen zur Herstellung der einzelnen Farben f\u00fcr seine Chromolithographien. Diese Drucke, mit 10 \u2013 20 Einzelfarben gefertigt, faszinieren heute noch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6289\" aria-describedby=\"caption-attachment-6289\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6289\" title=\"viewer-540x393\" src=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/viewer-540x393.png\" alt=\"Punktiertechnik\" width=\"540\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/viewer-540x393.png 540w, https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/viewer-540x393-300x218.png 300w\" sizes=\"(max-width: 540px) 85vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6289\" class=\"wp-caption-text\">R. Schulz, Leipzig 1880<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\">Die hohe Anzahl von meist hellen Einzelfarben war n\u00f6tig, um vor allem die manuell erzeugten Punkte optisch nicht wirksam werden zu lassen. Die Tonabstufungen wurden durch die Kreidetechnik, die Federtechnik, das Spritzkorn und ab ca.1850 auch mittels Tangiertechnik erreicht. Dabei wurden auf Folien zuvor punktierte Tonwerte an eine vorbereitete Stelle des Steines umgedruckt. Das Verfahren kann man auch als Ansto\u00df f\u00fcr Meisenbachs Rastertechnik (1882) ansehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es entstanden nat\u00fcrlich auch neue Berufe. Neben den Kupferstechern, Holz-schneidern nun die Lithographen als Chromolithographen, Schriftlithographen, Steinschleifer und vor allem die Steindrucker. Auch Arbeitsteilung in der Repro-duktionstechnik war angesagt. Das ging soweit, dass es Lithographen gab, die \u201anur\u2019 glatte T\u00f6ne und andere, die Faltenw\u00fcrfe oder Gesichter punktierten. Die Herstellung eines 8 Farben Postkartenlithos dauerte damals so ca. 2-3 Wochen. Das alles ging nat\u00fcrlich bald wieder zu langsam. So kamen neue Verfahren auf &#8211; vor allem aber die Fotografie.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">2. der Rasterpunkt mittels Reprokamera<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zusammenfassung zu Alois Senefelder<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"flex flex-grow flex-col gap-3 max-w-full\">\n<div class=\"min-h-[20px] flex flex-col items-start gap-3 whitespace-pre-wrap break-words overflow-x-auto\" data-message-author-role=\"assistant\" data-message-id=\"d69c1237-7258-4e42-9db6-acdbf08aefbc\">\n<div class=\"markdown prose w-full break-words dark:prose-invert dark\">\n<p>Alois Senefelder: Die Erfindung des Lithografiedrucks<\/p>\n<p>Alois Senefelder war ein vision\u00e4rer Erfinder, dessen Innovationen die Welt des Drucks f\u00fcr immer ver\u00e4nderten. Geboren im Jahr 1771 in Prag, widmete er sein Leben der Entwicklung einer revolution\u00e4ren Drucktechnik, die als Lithografie bekannt wurde.<\/p>\n<p>Senefelders Reise begann, als er nach einer kosteng\u00fcnstigen M\u00f6glichkeit suchte, Theaterst\u00fccke zu drucken, ohne teure Druckplatten verwenden zu m\u00fcssen. In einem Moment bahnbrechender Erkenntnis entdeckte er, dass bestimmte Arten von Kalkstein die F\u00e4higkeit besa\u00dfen, Fett und Wasser voneinander zu trennen. Diese Entdeckung bildete die Grundlage f\u00fcr die Lithografie.<\/p>\n<p>Die Lithografie erm\u00f6glichte es, Bilder und Texte direkt auf die Oberfl\u00e4che eines speziell pr\u00e4parierten Steins zu zeichnen oder zu schreiben. Der Stein wurde dann mit Wasser angefeuchtet, und Tinte wurde auf die gezeichneten Bereiche aufgetragen, wobei sie nur auf den fettigen Markierungen haften blieb. Schlie\u00dflich konnte der Stein auf Papier oder andere Materialien \u00fcbertragen werden, um hochpr\u00e4zise Drucke zu erzeugen.<\/p>\n<p>Senefelders Erfindung revolutionierte die Druckindustrie. Zum ersten Mal war es m\u00f6glich, Bilder und Texte in gro\u00dfer Menge kosteng\u00fcnstig und in hoher Qualit\u00e4t zu vervielf\u00e4ltigen. Die Lithografie fand Anwendung in der Kunst, im Verlagswesen, in der Werbung und in vielen anderen Bereichen.<\/p>\n<p>Die Bedeutung von Alois Senefelders Erfindung kann nicht \u00fcberbetont werden. Sie legte den Grundstein f\u00fcr moderne Drucktechniken und beeinflusste ma\u00dfgeblich die Art und Weise, wie Informationen und Kunstwerke verbreitet werden. Alois Senefelder starb im Jahr 1834, aber sein Erbe lebt weiter in der Welt des Drucks und der Grafik, und seine Lithografie bleibt eine bewunderte Technik, die auch heute noch in der Kunstwelt gesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Alois Senefelders 240. Geburtstag: Geschichte der Druckelemente in der Reproduktionstechnik Senefelders heutige Bedeutung ergibt sich aus seiner Erfindung der Lithographie, seiner Punktiertechnik, des Stein- und Umdruckes sowie in der Folge der Repro-duktionstechnik wie dem Offsetdruck, somit heute bis zu 60% des inzwischen wichtigsten Vervielf\u00e4ltigungsprozesses. 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