{"id":4141,"date":"2013-05-17T12:05:34","date_gmt":"2013-05-17T10:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.flyerpilot.de\/?p=4141"},"modified":"2023-11-09T11:15:20","modified_gmt":"2023-11-09T10:15:20","slug":"buchdruck-gutenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/flyerpilot-intern\/presse\/buchdruck-gutenberg","title":{"rendered":"Der Buchdruck und Gutenberg"},"content":{"rendered":"<p>Johannes Gensfleisch, uns besser bekannt als Johannes Gutenberg, ist in unseren K\u00f6pfen wohl unausweichlich mit dem Buchdruck verankert. Obwohl er nicht der Erste war, der den Druck mit beweglichen Lettern entdeckte, ist er im europ\u00e4ischen Raum so etwas wie der \u201eVater des Buchdrucks\u201c.<\/p>\n<p>In der Zeit, in der Gutenberg lebte, im 15. Jahrhundert, gab es in der damaligen Welt viele Ver\u00e4nderungen. Zeitlich bewegte man sich gerade vom Mittelalter in die sogenannte Neuzeit und gleichsam auch in den Humanismus. Das war auch an den Entdeckungen und Errungenschaften deutlich zu sp\u00fcren. So machten sich unter anderem die Spanier und Portugiesen auf zu neuen Reisen, um die Welt zu entdecken und zu erkunden. Auch in der Technik wurden deutliche Fortschritte gemacht und geschriebene Werke wurden auch au\u00dferhalb kl\u00f6sterlicher Mauern immer beliebter. Es war also eine Zeit des Umdenkens, der Ver\u00e4nderung in die Johannes Gutenberg hineingeboren wurde.<\/p>\n<h2>Gutenberg &#8211; Vorreiter seiner Zeit wir drucken wieder wie in Gutenbergs Zeiten<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/visitenkarten-drucken\">Visitenkarten<\/a> Letterpress wir zu Guttenberg sieh hier<\/p>\n<p>Als Gutenberg im Mittelalter geboren wurde, gab es nur wenig bis gar keinen Raum f\u00fcr die Belange des Einzelnen. Es ging mehr darum, was ein Mensch in seinem Leben leisten kann, nicht um die Pers\u00f6nlichkeit jedes Einzelnen. Nur wenige hatten die M\u00f6glichkeit Lesen und Schreiben zu erlernen. Er, Sohn eines Kaufmanns und einer Kr\u00e4merstochter, z\u00e4hlte seinerzeit zu den privilegierten B\u00fcrgern, weshalb er auch das Gl\u00fcck hatte, einen Zugang zu h\u00f6herer Bildung zu erlangen. So erlernte er sogar die lateinische Sprache, welche in jener Zeit die Sprache der Gebildeten genannt wurde und eben auch diesen vorbehalten war.<\/p>\n<p>Seinen Namen Gutenberg hat er dem Hof zu verdanken, auf dem er aufgewachsen ist, denn dieser hie\u00df \u201eHof zum Gutenberg\u201c.<\/p>\n<p>Meinungsgeber zu seiner Zeit war vor allem die katholische Kirche. Wer anders dachte, wurde nicht selten als Hexe oder Ketzer verbrannt bzw. musste sich vor Verfolgung f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Doch das \u00e4nderte sich im Laufe der Zeit und als Johannes Gutenberg 1434 sein Studium abschloss, wandelte sich allm\u00e4hlich das Bild und man setzte zunehmend auch auf die Bildung jedes Einzelnen. Bildung sollte f\u00fcr jeden frei zug\u00e4nglich werden, was dem Buchdruck und dessen Weiterentwicklung nat\u00fcrlich sehr dienlich war.<\/p>\n<p>Ben\u00f6tigten doch all die Leute auch Lehrschriften, um zu mehr Bildung zu gelangen. Gutenberg war also zur rechten Zeit am rechten Ort. Nat\u00fcrlich war er nicht der Einzige, der \u00fcber Techniken zur Vervielf\u00e4ltigung von Schriften nachdachte und so musste er sich beeilen, sodass ihm m\u00f6glichst niemand zuvorkommen konnte.<\/p>\n<h2>Bewegliche Lettern \u2013 auch die Chinesen wussten darum<\/h2>\n<p>Bevor Gutenberg bewegliche Metalllettern f\u00fcr den Druck verwendete, nutzte man andere Mittel f\u00fcr Druckverfahren. Die Chinesen kannten bereits mehrere Jahrhunderte vor der Geburt Johannes Gutenbergs das Druckverfahren mithilfe von beweglichen Lettern. Im Gegensatz zu ihm jedoch nutzen die Chinesen Materialien wie Knochen, Bronzen und Keramik. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus vervielf\u00e4ltigten die Chinesen\u00a0 somit ihre Schriften.<\/p>\n<p>Auch druckte man bereits vor Gutenbergs Erfindung mit dem sogenannten Holzdruck. Das aufwendige Verfahren wurde mit einem Holzstock durchgef\u00fchrt. Auf dem Holzstock befand sich die Druckfarbe &#8211; man legte Papier auf den farbigen Holzstock. Von dort aus wurde dann die Farbe auf das Papier \u00fcbertragen, was recht zeitaufwendig und m\u00fchselig war.<\/p>\n<p>Gutenbergs Druckverfahren machte den Druck einfacher und das Druckbild gleichf\u00f6rmiger. Die Lettern hatten im Vergleich zu anderen Druckverfahren alle eine einheitliche H\u00f6he. F\u00fcr den Druck wurden bewegliche Metalllettern aus einer Legierung aus Zinn, Blei, Antimon und ein wenig Wismut genutzt sowie eine \u00f6lhaltige Tinte verwendet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung der Lettern wurde die Metall \u2013 Legierung in ein Handgie\u00dfinstrument gef\u00fcllt. Zuvor jedoch wurde jeder einzelne Buchstabe und jedes Zeichen in Einzelarbeit angefertigt. Hierzu wurde aus einem harten Metall eine Patrize also eine seitenverkehrte Form mit erhabener Oberfl\u00e4che hergestellt. Mit dieser Patrize schlug man die Form in Kupfer, sodass das Kupfer einen Negativabdruck bildete \u2013 die sogenannte Matrize. Nun konnte man in diese Form die fl\u00fcssige Legierung einbringen und mit dem Handgie\u00dfinstrument beliebig viele Lettern gie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Das Herzst\u00fcck des Drucks \u2013 die Druckerpresse<\/h2>\n<p>Mit einer Art Spindelpresse bzw. einer Weiterentwicklung dieser, welche man seit jeher f\u00fcr die Herstellung von Wein und Papier genutzt hatte, erstellte Gutenberg seine Druck-Erzeugnisse.<\/p>\n<p>Bis dato war die \u00fcbliche Druckfarbe f\u00fcr den Holztafeldruck eher d\u00fcnnfl\u00fcssig und damit ungeeignet f\u00fcr den Druck auf Papier. Gutenberg entwickelte daher eine z\u00e4hfl\u00fcssigere Tinte, mit der man sogar beide Seiten eines Papierbogens problemlos bedrucken konnte. Mit diesen Materialien druckte er auch die so bekannte Gutenberg-Bibel. Dieses Schriftst\u00fcck verf\u00fcgt \u00fcber jeweils 42 Zeilen, deshalb wird sie auch gern mit der Abk\u00fcrzung B42 bezeichnet.<\/p>\n<p>Auch heute ist sie ein absolutes Prachtexemplar professioneller Druckkunst. Das verwendete Pergament und das Papier wurden von Gutenberg von so hoher Qualit\u00e4t gew\u00e4hlt, dass sie auch nach nunmehr 500 Jahren noch fast genauso aussieht wie zu der Zeit, als sie frisch gedruckt worden ist.<\/p>\n<h2>Friedliche Revolution durch \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Bildung<\/h2>\n<p>Gutenbergs Druckverfahren war Teil einer friedlichen Revolution. Von nun an konnten auch B\u00fcrger, welche vorher keinen Zugang zur Bildung h\u00e4tten erlangen k\u00f6nnen, das Recht darauf und die Vervielf\u00e4ltigung der Schriften erleichterte dies erheblich. Lehrschriften waren nun kein Privileg des Einzelnen mehr.<\/p>\n<p>Obwohl er nicht der Einzige war, der sich an der Verbesserung von Druckverfahren und dessen Utensilien versuchte, so hat er doch einen entscheidenden Beitrag zur Herstellung von B\u00fcchern im europ\u00e4ischen Raum geleistet. Allein die Entwicklung einer eigenen Druckerschw\u00e4rze, die Entwicklung eines Handgie\u00dfinstrumentes und dazu passender Gie\u00dfformen in einer speziellen Legierung zeigen, dass er seiner Zeit weit voraus war und mit einer effizienten Art und Weise Schriften zu vervielf\u00e4ltigen gab er vielen Menschen seiner Zeit Zugang zu ganz neuen M\u00f6glichkeiten und einer besseren Zukunft f\u00fcr sie und ihre Familien.<\/p>\n<h2>Das Gutenberg-Museum in Mainz<\/h2>\n<p>Noch heute tragen viele bedeutende Institutionen und Projekte seinen Namen. In seiner fr\u00fcheren Heimatstadt Mainz gibt es ihm zu Ehren ein eigens eingerichtetes Museum. Neben den Einzelheiten zu seinem Leben und dem Menschen Johannes Gutenberg kann man hier Einblick in seine rekonstruierte Werkstatt erhalten. Darin befinden sich Ger\u00e4te aus der Drucktechnik, Pressen und Setzmaschinen. Auch zwei ganz besondere Ausstellungsst\u00fccke kann man sich hier genauer ansehen. Zwei Exemplare der Gutenberg-Bibel (B42) sind hier gut beh\u00fctet aufbewahrt und k\u00f6nnen von allen Interessierten in Augenschein genommen werden.<br \/>\nDes weiteren kann man hier auch Einblicke in die europ\u00e4ische Druckkultur, die Geschichte des Druckens und verschiedene Drucktechniken erhalten. Neben der europ\u00e4ischen Druckgeschichte l\u00e4sst sich hier auch die ostasiatische bestaunen.<\/p>\n<p>Im Druckladen des Gutenberg-Museums kann man dann das Drucken live erleben. Die Werkstatt bietet unter anderem auch Gruppenprogramme f\u00fcr verschiedenste Altersklassen an \u2013 angefangen bei der Schulklasse bis hin ins Seniorenalter. Mit verschiedenen Motiven und Papieren kann man hier mit Holzlettern das Drucken zur Zeit Gutenbergs hautnah miterleben.<br \/>\nDas Museum selbst bietet au\u00dferdem auch umfangreiche Programme, Aktionen und Pr\u00e4sentationen f\u00fcr seine Besucher an. So kann man ein bisschen nachempfinden, wie es in der Zeit von Johannes Gensfleisch gewesen sein muss.<br \/>\nF\u00fcr all diejenigen die trotz E-Books und Co. auch einen Sinn f\u00fcr die handwerkliche Buchdruckkunst haben, ist das Museum in jedem Fall eine Reise wert.<\/p>\n<p>Foto: \u00a9 Georgios Kollidas &#8211; Fotolia.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Gensfleisch, uns besser bekannt als Johannes Gutenberg, ist in unseren K\u00f6pfen wohl unausweichlich mit dem Buchdruck verankert. Obwohl er nicht der Erste war, der den Druck mit beweglichen Lettern entdeckte, ist er im europ\u00e4ischen Raum so etwas wie der \u201eVater des Buchdrucks\u201c. In der Zeit, in der Gutenberg lebte, im 15. 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