{"id":4148,"date":"2013-06-13T11:05:56","date_gmt":"2013-06-13T09:05:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.flyerpilot.de\/?p=4148"},"modified":"2023-11-09T11:15:02","modified_gmt":"2023-11-09T10:15:02","slug":"geschichte-der-lithografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/flyerpilot-intern\/presse\/geschichte-der-lithografie","title":{"rendered":"Die Geschichte der Lithografie"},"content":{"rendered":"<p>Als in Frankreich um das Jahr 1803 zunehmend die Drucktechnik eingesetzt und weiterentwickelt wurde, kristallisierte sich hieraus der Begriff Lithografie, welcher aus dem Griechischen so viel wie \u201eStein\u201c bedeutet. Lithografie ist also ein Steindruckverfahren und gleichzeitig eines der \u00e4ltesten Flachdruckverfahren der Welt. Vor allem im 19. Jahrhundert fand dieses Druckverfahren seine Anwendung und hier vor allem f\u00fcr den Druck farbiger <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/\">Druck-Erzeugnisse<\/a>.<\/p>\n<p>Man verwendete sie vor allem f\u00fcr Grafiken des t\u00e4glichen Gebrauchs, wie Noten, Schriften, Texte, aber auch Landkarten wurden auf diese Weise hergestellt. Die Lithografie beschreibt allgemein auf dreierlei Weise den Steindruck:<\/p>\n<p>Die Erstellung von Vervielf\u00e4ltigungen mittels einer Farb\u00fcbertragung \u2013 hierzu wurde Farbe von einem Stein in der Steindruckpresse auf dazu passendes Papier \u00fcbertragen.<br \/>\nAllgemein das Steindruckverfahren, welches manuell oder auf maschinellem Wege durchgef\u00fchrt wurde.<br \/>\nDen Stein, welcher f\u00fcr das Druckverfahren genutzt wird. Er ist die Vorlage f\u00fcr das sp\u00e4tere Druckergebnis.<\/p>\n<h2>Lithografie f\u00fcr Kunstdrucke<\/h2>\n<p>Sp\u00e4ter wurde, aus dem zun\u00e4chst f\u00fcr rein allt\u00e4gliche Gebrauchsgrafiken genutztem Druckverfahren, auch eine eigenst\u00e4ndige Kunstform. So erkannte der Musikverleger Johann Anton Andr\u00e9 aus Offenbach als Erster das k\u00fcnstlerische Potenzial dieses Druckverfahrens. Schon bald darauf nutze man die Lithografie auch, um Bilder und Darstellungen anzufertigen.<br \/>\nDie Lithografie machte es m\u00f6glich auch Kunstdrucke in h\u00f6heren Auflagen herzustellen und man entdeckte zudem die Wirtschaftlichkeit dieses Druckverfahrens. Die Lithografie als Massendruckverfahren etablierte sich. K\u00fcnstlern er\u00f6ffneten sich ganz neue M\u00f6glichkeiten, Zeichnungen in ihrem derzeitigen Zustand festzuhalten, zu verbreiten und f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit zu konservieren.<\/p>\n<p>Lang vor der Zeit, als die Fotografie Einzug hielt, war die Lithografie f\u00fcr die damalige Bev\u00f6lkerung etwas \u00c4hnliches.<\/p>\n<h2>Meinungs\u00e4u\u00dferung in Bildform<\/h2>\n<p>Bereits damals machten die Menschen von der bildhaften Darstellung ihrer Meinung Gebrauch und so geschah es, dass auch Honor\u00e9 Daumier das Medium Lithografie nutzte um gesellschaftskritische Karikaturen in der Zeitschrift \u201eLe Charivari\u201c zu ver\u00f6ffentlichen. Insgesamt ca. 4000 an der Zahl, welche noch heute im inzwischen digitalisierten Daumier-Register angesehen werden k\u00f6nnen. Die politische Situation im Lande hatte es ihm angetan und so schilderte er diese zwischen 1830 \u2013 1872 auf seine Weise in Bildform. Missst\u00e4nde in der Gesellschaft und Politik waren das, worauf er seinen Schwerpunkt legte.<\/p>\n<p>Man erreichte fortan viel mehr Menschen mit der Lithografie, weil diese Technik ebenso massentauglich war und die Verbreitung von Bildern und Schriften erschwinglich machte.<\/p>\n<p>Einer der es ebenso kritisch meinte, war Andreas Paul Weber aus Th\u00fcringen, er schuf vor allem gesellschaftskritische Lithografien und wurde wegen eben diesen auch verhaftet. Er schuf vor allem vor und nach dem Krieg (1931- 1941 und nach 1945) Lithografien, welche die Missst\u00e4nde in der Gesellschaft, Politik, Kirche, Justiz und Wirtschaft darstellten. Noch zu seinen Lebzeiten wurde ihm zu Ehren 1973 im Kreis Herzogtum Lauenburg ein Museum eingerichtet und er\u00f6ffnet, das seine Vielzahl von Werken, Skizzen und \u00d6lbildern beherbergt. In 23 R\u00e4umen sind ca. 300 Ausstellungsst\u00fccke aus seiner Schaffenszeit ausgestellt.<\/p>\n<h2>Zeitzeugen &#8211; Bilderbogen<\/h2>\n<p>Der Druck von sogenannten Bilderbogen wurde zur damaligen Zeit als eine Art Chronik verwendet. Man hielt wichtige Ereignisse in Bildform fest. Bekanntes Beispiel sind die Neuruppiner Bilderbogen, welche die Zeit von 1810 bis 1937 widerspiegeln. Mit insgesamt 20.000 Motiven eine echte Leistung f\u00fcr die kleine Stadt, nahe Berlin gelegen. Der Sch\u00f6pfer dieser Bogen war der Drucker Johann Bernhard K\u00fchn, dessen Sohn die Druckerei seines Vaters sp\u00e4ter erfolgreich weiterf\u00fchrte. Nach ihm folgten weitere Bilderbogen-Drucker, jedoch findet sich noch heute eine der gr\u00f6\u00dften Bilderbogen-Sammlungen Europas in der Stadt Neuruppin im dortigen Museum.<\/p>\n<p>Ein wichtiges St\u00fcck Zeitgeschichte in Bildern festgehalten \u2013 Dank Lithografie.<\/p>\n<p>\u00a9 Loucasse &#8211; Fotolia.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als in Frankreich um das Jahr 1803 zunehmend die Drucktechnik eingesetzt und weiterentwickelt wurde, kristallisierte sich hieraus der Begriff Lithografie, welcher aus dem Griechischen so viel wie \u201eStein\u201c bedeutet. Lithografie ist also ein Steindruckverfahren und gleichzeitig eines der \u00e4ltesten Flachdruckverfahren der Welt. Vor allem im 19. 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