
{"id":719,"date":"2026-10-07T12:16:33","date_gmt":"2026-10-07T10:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.flyerpilot.de\/?p=719"},"modified":"2026-10-26T14:28:53","modified_gmt":"2026-10-26T13:28:53","slug":"naturpapiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/naturpapiere","title":{"rendered":"Naturpapier: Was Sie beim Druck beachten"},"content":{"rendered":"<p>Holzfrei, satiniert, maschinenglatt, geleimt: Wer Papier f\u00fcr eine Drucksache ausw\u00e4hlt, st\u00f6\u00dft schnell auf Fachbegriffe. Dieser Beitrag erkl\u00e4rt, was Naturpapiere sind, wie sie eingeteilt werden und was die wichtigsten Begriffe bedeuten. Er ist als Nachschlagetext gedacht. Wie Sie auf Naturpapier drucken und Ihre Daten vorbereiten, steht im Praxisbeitrag <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/naturpapiere\">Naturpapier: Was Sie beim Druck beachten<\/a>.<\/p>\n<h2>Die Definition in zwei S\u00e4tzen<\/h2>\n<p>Papier ist ein fl\u00e4chiger Werkstoff aus Pflanzenfasern, die sich beim Trocknen miteinander verfilzen und verkleben. Naturpapiere sind wei\u00dfe oder farbige Papiere, deren Oberfl\u00e4che nicht beschichtet wurde: kein Strich, keine Impr\u00e4gnierung, keine Kaschierung. Die Fasern liegen an der Oberfl\u00e4che offen.<\/p>\n<p>Das Gegenst\u00fcck ist gestrichenes Papier, zum Beispiel Bilderdruckpapier. Dort schlie\u00dft eine d\u00fcnne Schicht aus Pigmenten und Bindemitteln die Oberfl\u00e4che.<\/p>\n<h2>Papier, Karton oder Pappe?<\/h2>\n<p>Die Grenze verl\u00e4uft nach dem Gewicht je Quadratmeter, der Grammatur. Nach g\u00e4ngiger Einteilung gilt:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Bezeichnung<\/th>\n<th>Grammatur<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Papier<\/td>\n<td>etwa 7 bis 150 g\/m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Karton<\/td>\n<td>etwa 150 bis 600 g\/m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pappe<\/td>\n<td>ab etwa 600 g\/m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ein Briefbogen mit 90 g\/m\u00b2 ist also Papier, eine Visitenkarte mit 300 g\/m\u00b2 Karton.<\/p>\n<h2>Woraus Papier besteht: die Stoffzusammensetzung<\/h2>\n<ol>\n<li>Holzfrei. Der Begriff f\u00fchrt oft in die Irre. Auch holzfreies Papier wird aus Holz gewonnen. Es besteht aus Zellstoff, bei dem die verholzten Bestandteile chemisch herausgel\u00f6st wurden. Zul\u00e4ssig sind h\u00f6chstens 5 Prozent verholzte Fasern. Holzfreies Papier vergilbt kaum.<\/li>\n<li>Holzhaltig. Dieses Papier enth\u00e4lt Holzschliff, also mechanisch zerfasertes Holz. Es ist weniger wei\u00df und vergilbt im Licht schneller. Zeitungspapier ist ein Beispiel.<\/li>\n<li>Fein holzhaltig, auch fast holzfrei. Eine Zwischenstufe mit geringem Anteil an Holzschliff.<\/li>\n<li>Mit Altpapier. Der Faserstoff stammt ganz oder teilweise aus gebrauchtem Papier. Man spricht auch von Sekund\u00e4rfasern.<\/li>\n<li>Mit Hadern. Hadern sind Textilfasern, zum Beispiel aus Leinen. Sie machen Papier besonders fest. Verwendet werden sie f\u00fcr Urkunden und Banknoten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie sich die Papierherstellung \u00fcber die Jahrhunderte entwickelt hat, lesen Sie im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/papier-geschichte\">Geschichte des Papiers<\/a>. Woran Sie belastbare Angaben zum Altpapieranteil erkennen, steht im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/oekodruck\">\u00d6ko-Druck<\/a>.<\/p>\n<h2>Wie die Oberfl\u00e4che behandelt wird<\/h2>\n<p>F\u00fcr den Druck ist die Oberfl\u00e4che wichtiger als die Zusammensetzung. Sie entscheidet, wie stark das Papier Farbe aufsaugt und wie schnell die Farbe trocknet.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Begriff<\/th>\n<th>Bedeutung<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Maschinenglatt<\/td>\n<td>Das Papier wurde nur im Gl\u00e4ttwerk der Papiermaschine gegl\u00e4ttet. Die Oberfl\u00e4che ist leicht rau.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Satiniert<\/td>\n<td>Das Papier wurde zus\u00e4tzlich in einem Kalander zwischen Walzen gegl\u00e4ttet. Es ist dichter und glatter.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Oberfl\u00e4chengeleimt<\/td>\n<td>Eine d\u00fcnne Leimschicht macht die Oberfl\u00e4che fester. Das Papier staubt weniger und l\u00e4sst sich gut beschreiben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gepr\u00e4gt<\/td>\n<td>Eine Walze dr\u00fcckt ein Muster in das Papier, zum Beispiel Leinen oder Hammerschlag.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Filzmarkiert<\/td>\n<td>Die Struktur entsteht schon in der Papiermaschine durch einen gemusterten Filz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Eine Pr\u00e4gung im Papier ist nicht dasselbe wie eine Pr\u00e4gung im Druck. Wie Motive nachtr\u00e4glich gepr\u00e4gt werden, erkl\u00e4rt der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/praegefoliendruck\">Pr\u00e4gefoliendruck<\/a>.<\/p>\n<h2>Sechs Begriffe, die Ihnen im Konfigurator begegnen<\/h2>\n<ol>\n<li>Grammatur. Das Gewicht eines Quadratmeters Papier in Gramm.<\/li>\n<li>Volumen. Das Verh\u00e4ltnis von Dicke zu Gewicht. Ein Papier mit hohem Volumen f\u00fchlt sich dicker an als ein anderes mit derselben Grammatur.<\/li>\n<li>Opazit\u00e4t. Die Lichtundurchl\u00e4ssigkeit. Je h\u00f6her sie ist, desto weniger scheint der Druck der R\u00fcckseite durch.<\/li>\n<li>Wei\u00dfe. Sie gibt an, wie hell ein Papier ist. Gemessen wird sie zum Beispiel nach ISO 2470.<\/li>\n<li>Laufrichtung. Die Richtung, in der die Fasern \u00fcberwiegend liegen. Bei Schmalbahn laufen sie parallel zur langen Seite des Bogens, bei Breitbahn parallel zur kurzen. Die Laufrichtung beeinflusst, wie sich Papier falzen l\u00e4sst und wie es im B\u00fcrodrucker l\u00e4uft.<\/li>\n<li>Wegschlagen. So nennt der Drucker das Eindringen der Farbe in das Papier. Naturpapier schl\u00e4gt st\u00e4rker weg als gestrichenes Papier. Mehr dazu im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/druckprodukte\/druckfarben-im-offsetdruck\">Druckfarben im Offsetdruck<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Papiere f\u00fcr besondere Aufgaben<\/h2>\n<p>Manche Papiere werden f\u00fcr einen bestimmten Zweck entwickelt:<\/p>\n<ol>\n<li>Plakatpapier f\u00fcr die Au\u00dfenwerbung. Es muss N\u00e4sse und Licht aushalten.<\/li>\n<li>Etikettenpapier. F\u00fcr Mehrwegflaschen wird nassfestes Papier verwendet, das die Waschanlage \u00fcbersteht.<\/li>\n<li>Papiere f\u00fcr Laserdrucker und Inkjetdrucker. Sie sind auf Hitze oder auf fl\u00fcssige Tinte abgestimmt.<\/li>\n<li>Landkartenpapier. Es bleibt auch nach h\u00e4ufigem Falten und bei Feuchtigkeit stabil.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>H\u00e4ufige Fragen<\/h2>\n<h3>Was bedeutet holzfrei?<\/h3>\n<p>Dass das Papier h\u00f6chstens 5 Prozent verholzte Fasern enth\u00e4lt. Es besteht aus Zellstoff und vergilbt kaum. Aus Holz gewonnen wird es trotzdem.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen satiniert und gestrichen?<\/h3>\n<p>Satiniertes Papier wurde nur mechanisch gegl\u00e4ttet und bleibt ein Naturpapier. Gestrichenes Papier tr\u00e4gt eine zus\u00e4tzliche Schicht.<\/p>\n<h3>Ab wann spricht man von Karton?<\/h3>\n<p>Nach g\u00e4ngiger Einteilung ab etwa 150 g\/m\u00b2.<\/p>\n<h3>Ist Naturpapier dasselbe wie Recyclingpapier?<\/h3>\n<p>Nein. Naturpapier beschreibt die unbeschichtete Oberfl\u00e4che, Recyclingpapier den Rohstoff Altpapier. Ein Papier kann beides sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Holzfrei, satiniert, maschinenglatt, geleimt: Wer Papier f\u00fcr eine Drucksache ausw\u00e4hlt, st\u00f6\u00dft schnell auf Fachbegriffe. 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