
{"id":7682,"date":"2026-10-10T07:06:36","date_gmt":"2026-10-10T05:06:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/?p=7682"},"modified":"2026-10-10T07:12:53","modified_gmt":"2026-10-10T05:12:53","slug":"ppwr-beutel-etikett-beileger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.flyerpilot.de\/magazin\/flexible-verpackungen\/ppwr-beutel-etikett-beileger","title":{"rendered":"PPWR: So planen Sie Beutel, Etikett und Beileger recyclingf\u00e4hig"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit dem 12. August 2026 gilt in der EU die Verpackungsverordnung PPWR, offiziell Verordnung (EU) 2025\/40. Sie bewertet jede Verpackung danach, wie viel Prozent ihres Gewichts sich recyceln lassen. Bei einem Folienbeutel z\u00e4hlen dabei alle Teile mit: Folie, Barriere, Zipper, Etikett und Klebstoff. Hier lesen Sie, welche Kombinationen nach heutigem Stand zusammenpassen und was Sie vor Ihrer n\u00e4chsten Bestellung kl\u00e4ren sollten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Fristen der PPWR<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>12. August 2026: Die PPWR gilt und l\u00f6st die bisherige EU-Verpackungsrichtlinie ab.<\/li>\n\n\n\n<li>Bis 1. Januar 2028: Die EU-Kommission legt die Kriterien f\u00fcr recyclinggerechte Gestaltung in einem delegierten Rechtsakt fest.<\/li>\n\n\n\n<li>12. August 2028: Die einheitliche Kennzeichnung der Materialzusammensetzung wird Pflicht.<\/li>\n\n\n\n<li>1. Januar 2030: Verpackungen m\u00fcssen mindestens Leistungsstufe C erreichen. Tritt der delegierte Rechtsakt sp\u00e4ter in Kraft als geplant, gilt die Pflicht 24 Monate nach diesem Termin.<\/li>\n\n\n\n<li>1. Januar 2038: Zul\u00e4ssig sind nur noch die Leistungsstufen A und B.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die drei Leistungsstufen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die PPWR teilt Verpackungen in Leistungsstufen ein. Ma\u00dfstab ist der Anteil am Gewicht einer Verpackungseinheit, der sich recyceln l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Leistungsstufe<\/th><th>Recyclingf\u00e4higer Anteil<\/th><th>Zul\u00e4ssig<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>A<\/td><td>mindestens 95 Prozent<\/td><td>ohne Enddatum<\/td><\/tr><tr><td>B<\/td><td>mindestens 80 Prozent<\/td><td>ohne Enddatum<\/td><\/tr><tr><td>C<\/td><td>mindestens 70 Prozent<\/td><td>bis Ende 2037<\/td><\/tr><tr><td>keine Stufe<\/td><td>unter 70 Prozent<\/td><td>bis Ende 2029<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stufe wirkt sich auch auf Ihre Kosten aus. Die PPWR sieht vor, dass die Entgelte f\u00fcr die Systembeteiligung nach Leistungsstufe gestaffelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die EU genau rechnet, steht erst mit dem delegierten Rechtsakt fest. Bis dahin gibt es zwei ver\u00f6ffentlichte Regelwerke, an denen Sie sich orientieren k\u00f6nnen: den Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Ausgabe 2025, und die Design-for-Recycling-Leitlinien von RecyClass f\u00fcr flexible PE- und PP-Folien. Die Angaben in den folgenden Abschnitten stammen aus diesen beiden Quellen. Die ZSVR weist selbst darauf hin, dass der Mindeststandard den EU-Rechtsakt nicht vorwegnehmen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Monomaterial bei Beuteln der Ausgangspunkt ist<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Mindeststandard 2025 der ZSVR behandelt eine Verpackung als Verbund, wenn keine Materialart mehr als 95 Prozent der Masse ausmacht. Ein Barrierebeutel aus PET, Aluminiumfolie und PE f\u00e4llt in diese Gruppe. RecyClass stuft Aluminium in PE-Folien als nicht vertr\u00e4glich mit dem Recycling ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Monomaterial-Beutel bestehen fast vollst\u00e4ndig aus einem Kunststoff, entweder Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Welche Beutelformen es gibt, sehen Sie in unserer \u00dcbersicht der <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/flexible-verpackungen\">flexiblen Verpackungen<\/a>. Den Schutz vor Sauerstoff und Wasserdampf \u00fcbernimmt eine d\u00fcnne Barriereschicht. RecyClass bewertet die g\u00e4ngigen Barrieren so:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Aluminiumoxid (AlOx) und Siliziumoxid (SiOx) ohne zus\u00e4tzliche Beschichtung: voll vertr\u00e4glich, bei PE- und bei PP-Folien.<\/li>\n\n\n\n<li>EVOH bis 5 Prozent des Foliengewichts: eingeschr\u00e4nkt vertr\u00e4glich.<\/li>\n\n\n\n<li>EVOH \u00fcber 5 Prozent: nicht vertr\u00e4glich.<\/li>\n\n\n\n<li>Metallisierung bei PP-Folien: eingeschr\u00e4nkt vertr\u00e4glich.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Fragen Sie Ihren Lieferanten deshalb nach dem EVOH-Anteil in Gewichtsprozent und lassen Sie sich die Zahl schriftlich geben. Die Angabe \u201eMonomaterial\u201c allein sagt dar\u00fcber nichts aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Etikett muss zum Beutel passen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Beutel aus PE oder PP kann seine Einstufung durch das Etikett verschlechtern. RecyClass nennt f\u00fcr jedes Bauteil, welches Material zum Beutel passt. Kl\u00e4ren Sie das Material deshalb, bevor Sie <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/branchen\/etiketten\">Etiketten f\u00fcr Ihre Branche<\/a> bestellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Bauteil<\/th><th>Beutel aus PE<\/th><th>Beutel aus PP<\/th><th>Nicht vertr\u00e4glich<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Etikett<\/td><td>PE voll vertr\u00e4glich, PP eingeschr\u00e4nkt<\/td><td>PP voll vertr\u00e4glich, PE eingeschr\u00e4nkt<\/td><td>Papieretiketten, metallisierte Etiketten<\/td><\/tr><tr><td>Zipper und andere Verschl\u00fcsse<\/td><td>PE voll vertr\u00e4glich, PP eingeschr\u00e4nkt<\/td><td>PP voll vertr\u00e4glich, PE eingeschr\u00e4nkt<\/td><td>Metall, Aluminium, PET<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Etikettenklebstoff auf PE-Folien gilt bei RecyClass: Vertr\u00e4glich sind Klebstoffe, die wasserl\u00f6slich sind oder sich bei unter 40 \u00b0C in Wasser abl\u00f6sen. Klebstoffe, die das nicht tun, gelten als nicht vertr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Druckfl\u00e4che z\u00e4hlt. Transparente PE-Folien, die auf mehr als 30 Prozent ihrer Oberfl\u00e4che bedruckt oder dekoriert sind, bewertet RecyClass nach der Leitlinie f\u00fcr eingef\u00e4rbte Folien.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Eine R\u00f6sterei f\u00fcllt Kaffee in einen PE-Beutel und klebt ein Papieretikett auf. Der Beutel selbst ist richtig gew\u00e4hlt, das Papieretikett steht bei RecyClass in der Spalte \u201enicht vertr\u00e4glich\u201c. Mit einem Folienetikett aus PE ist die Kombination stimmig, ohne dass sich am Beutel etwas \u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Papierbeutel mit Barriere<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Marken wechseln von Folie auf Papierbeutel mit einer d\u00fcnnen Kunststoffbarriere. Hier greift dieselbe 95-Prozent-Grenze aus dem Mindeststandard: Macht das Papier nicht mehr als 95 Prozent der Masse aus, behandelt die ZSVR den Beutel als Verbund. Ein Beutel, der wie Papier aussieht, z\u00e4hlt deshalb nicht automatisch als Papierverpackung.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie sich den Faseranteil in Gewichtsprozent nennen, bevor Sie sich f\u00fcr ein Barrierepapier entscheiden. Fragen Sie au\u00dferdem, f\u00fcr welche F\u00fcllg\u00fcter die Barriere ausgelegt ist. Die Werte daf\u00fcr hei\u00dfen OTR f\u00fcr die Sauerstoffdurchl\u00e4ssigkeit und WVTR f\u00fcr die Wasserdampfdurchl\u00e4ssigkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was auf die Verpackung geh\u00f6rt und was in den Beileger<\/h2>\n\n\n\n<p>Pflichtangaben wie Zutatenliste oder Mindesthaltbarkeitsdatum geh\u00f6ren auf die Verpackung. Ab dem 12. August 2028 kommt die einheitliche Kennzeichnung der Materialzusammensetzung dazu. Planen Sie daf\u00fcr schon jetzt Platz im Layout ein. Die Vorlagen mit allen Ma\u00dfen finden Sie bei den <a href=\"https:\/\/www.flyerpilot.de\/druckdaten-flexible-verpackungen\">Druckdaten f\u00fcr flexible Verpackungen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles Weitere k\u00f6nnen Sie auslagern: Zubereitungstipps, die Geschichte Ihrer Marke oder den Hinweis zur Nachbestellung. Ein Beileger oder Flyer im Versandkarton bietet daf\u00fcr mehr Fl\u00e4che als jedes Etikett. Das Etikett kann dann kleiner ausfallen, und ein kleineres Etikett bringt weniger Fremdmaterial auf den Beutel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sieben Fragen an Ihren Verpackungslieferanten<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Aus welchem Kunststoff besteht der Beutel, und wie hoch ist dessen Anteil am Gesamtgewicht in Prozent?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Barriere ist verbaut, und wie hoch ist der EVOH-Anteil in Gewichtsprozent?<\/li>\n\n\n\n<li>Aus welchem Material bestehen Zipper, Ventil und Ausgie\u00dfer?<\/li>\n\n\n\n<li>Besteht das Etikett aus demselben Kunststoff wie der Beutel?<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00f6st sich der Etikettenklebstoff bei unter 40 \u00b0C in Wasser?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie viel Prozent der Beuteloberfl\u00e4che sind bedruckt?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es eine schriftliche Bewertung nach dem ZSVR-Mindeststandard oder nach RecyClass?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Mit diesen sieben Antworten wissen Sie, wo Ihre Verpackung heute steht. Bis 2030 bleibt genug Zeit, ein einzelnes Bauteil wie das Etikett oder den Zipper zu tauschen, statt die ganze Verpackung neu zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen: Verordnung (EU) 2025\/40. Zentrale Stelle Verpackungsregister, Mindeststandard zur Bemessung der Recyclingf\u00e4higkeit, Ausgabe 2025, mit FAQ. RecyClass, Design for Recycling Guidelines f\u00fcr PE- und PP-Folien, abgerufen im Oktober 2026. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 12. August 2026 gilt in der EU die Verpackungsverordnung PPWR, offiziell Verordnung (EU) 2025\/40. Sie bewertet jede Verpackung danach, wie viel Prozent ihres Gewichts sich recyceln lassen. 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