Vegane Etiketten: was der Begriff für Ihr Produkt bedeutet

Immer mehr Hersteller prüfen ihre Produkte auf tierische Bestandteile. Bei der Verpackung hört diese Prüfung häufig auf. Dabei besteht ein Etikett aus fünf Schichten, und jede davon hat ihre eigene Zusammensetzung. Wenn Sie Etiketten drucken lassen und später eine vegane Auslobung planen, brauchen Sie Auskunft über jede einzelne Schicht.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Schichten das sind, wo tierische Bestandteile in der Drucktechnik überhaupt vorkommen können und wie Sie eine belastbare Auskunft für Ihr Material bekommen.

Die fünf Schichten eines Etiketts

Ein selbstklebendes Etikett ist kein einzelnes Material, sondern ein Verbund. Diese fünf Bestandteile gehören dazu:

  1. Obermaterial. Papier oder Kunststofffolie. Bei uns sind das gestrichene und ungestrichene Papiere sowie Folien aus Polypropylen.
  2. Druckbild. Die Druckfarbe, mit der Ihr Motiv aufgebracht wird.
  3. Schutzschicht. Je nach Ausführung ein UV-gehärteter Lack, eine Cellophanierung in matt, glänzend oder Softtouch, oder eine Heißfolienprägung.
  4. Klebstoff. Bei uns Acrylatklebstoffe, je nach Material permanent haftend, ablösbar oder laugenlöslich.
  5. Trägerpapier. Ein silikonisiertes Glassinepapier. Es hält die Rolle zusammen und wird beim Etikettieren abgezogen.

Merken Sie sich einen Satz: Eine Aussage über das ganze Etikett ist immer nur so belastbar wie die Angabe zur schwächsten Schicht. Wer nur das Papier prüft, hat vier Fünftel offen gelassen.

Wo tierische Bestandteile in der Drucktechnik vorkommen können

Die folgenden Punkte beschreiben, was in der Drucktechnik grundsätzlich vorkommen kann. Sie sind keine Aussage über ein bestimmtes Produkt, weder über unseres noch über das eines anderen Anbieters. Sie sind Ihre Prüfliste für die Abfrage beim Lieferanten.

  1. Klebstoffe. Klassische Leime auf Basis von Knochen oder Haut. In modernen Haftklebstoffen auf Acrylatbasis spielen sie keine Rolle, die Frage gehört trotzdem in die Abfrage.
  2. Lacke. Schellack wird aus dem Ausscheidungsprodukt von Lackschildläusen gewonnen.
  3. Papierleimung und Streichfarben. Gelatine und Casein sind hier historisch gebräuchliche Bindemittel.
  4. Pigmente. Einzelne Schwarzpigmente wurden früher aus tierischen Rohstoffen hergestellt.
  5. Additive. Wachse und Gleitmittel können tierischen Ursprungs sein.

Fragen Sie jeden dieser fünf Punkte getrennt ab. Eine Sammelantwort über das Etikett hilft Ihnen im Zweifelsfall nicht weiter.

Was wir über unsere Materialien sagen können

Zu unseren Etikettenmaterialien liegen uns diese Angaben vor:

  1. Obermaterialien. Gestrichene und ungestrichene Papiere sowie Folien aus Polypropylen. Bei der Recycling-PP-Folie besteht das Obermaterial aus recyceltem Polypropylen mit 87 Prozent Anteil aus Verbraucher-Altmaterial.
  2. Klebstoffe. Acrylatklebstoffe, je nach Material permanent haftend, ablösbar oder laugenlöslich.
  3. Träger. Superkalandriertes Glassinepapier.
  4. Konformitätserklärungen. Verordnung (EU) 1907/2006 REACH, Lieferanten-Statement nach Verordnung (EU) 2025/40 PPWR einschließlich Schwermetallen und PFAS, dazu ein Druckfarben-Statement.
  5. Ausdrücklicher Ausschluss. Zur Eignung für den direkten oder indirekten Kontakt mit Lebensmitteln treffen wir keine Aussage.

Und was wir bewusst nicht tun: Wir bewerben unsere Etiketten nicht pauschal als vegan. Eine solche Aussage müsste für jede der fünf Schichten belegt sein, und zwar für genau das Material und genau die Verarbeitung, die Sie bestellen. Bei über 20 Obermaterialien mit unterschiedlichen Klebstoffen und Veredelungen wäre eine pauschale Zusage nicht haltbar.

Deshalb gehen wir den anderen Weg. Sie nennen uns Ihre Konfiguration, wir holen die Zusammensetzung materialgenau beim Hersteller ein und geben sie an Sie weiter.

So fordern Sie eine Materialauskunft an

Je genauer Ihre Anfrage, desto schneller und belastbarer die Antwort. Diese vier Angaben brauchen wir:

  1. Das Obermaterial. Zum Beispiel PP-Folie weiß glänzend permanent oder Primecoat Offset-Papier ablösbar.
  2. Die Verarbeitung. Also Lack, Cellophanierung oder Heißfolienprägung.
  3. Den Zweck. Ob Sie die Angabe intern brauchen oder ob eine Auslobung auf Ihrem Produkt geplant ist.
  4. Ihre Frist. Damit wir beim Hersteller entsprechend nachfassen können.

Schreiben Sie uns an info@flyerpilot.de oder rufen Sie an unter 09721 730 737 11, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.

Welches Material zu welchem Einsatz passt

Die Materialwahl entscheidet über Haftung, Optik und Verarbeitung. Diese vier Wege führen zum passenden Material:

  1. Papieretiketten für klassische Anwendungen mit matter oder gestrichener Oberfläche.
  2. Folienetiketten aus Polypropylen, wenn das Etikett Feuchtigkeit ausgesetzt ist.
  3. Etiketten auf Rolle, wenn Sie maschinell spenden oder größere Mengen verarbeiten.
  4. Unter nachhaltige Etiketten finden Sie die Materialien mit ausgewiesenem Recyclinganteil im Obermaterial.

Wenn Sie auf transparentem Material drucken, brauchen Sie zusätzlich eine weiße Deckschicht. Wie Sie die in der Druckdatei anlegen, lesen Sie in Weißdruck richtig anlegen.

Häufige Fragen zu veganen Etiketten

Sind Ihre Etiketten vegan?

Dazu treffen wir keine pauschale Aussage. Die Zusammensetzung hängt von Obermaterial, Klebstoff, Druckfarbe und Schutzschicht ab und unterscheidet sich je Material. Nennen Sie uns Ihre Konfiguration, dann holen wir die Angaben beim Hersteller ein.

Welche Schichten muss eine vegane Prüfung abdecken?

Fünf: Obermaterial, Druckfarbe, Schutzschicht, Klebstoff und Trägerpapier. Eine Prüfung, die nur das Obermaterial betrachtet, ist unvollständig.

Reicht eine Herstellerangabe für eine Auslobung auf meinem Produkt?

Das entscheiden Sie zusammen mit Ihrer Rechtsberatung. Wir liefern Ihnen die Materialangaben unserer Lieferanten. Die Auslobung auf Ihrem Produkt und deren rechtliche Bewertung verantworten Sie.

Wie lange dauert eine Materialauskunft?

Das hängt vom jeweiligen Hersteller ab. Wir melden uns bei Ihnen mit dem Stand, sobald die Antwort vorliegt.

Kann ich vorab ein Muster bekommen?

Ja. Wir empfehlen ohnehin, das gewählte Material mit Ihrem eigenen Motiv anzudrucken und unter Ihren Bedingungen zu testen. Ihre Anwendung, also Untergrund, Temperatur und Oberfläche, kennen wir im Vorfeld nicht.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie eine vegane Auslobung planen, fangen Sie bei der Materialwahl an und nicht beim Text auf der Verpackung. Nennen Sie uns Material und Verarbeitung, dann klären wir die Zusammensetzung für Sie. So steht Ihre Aussage später auf Belegen und nicht auf Vermutungen.