Welcher Verpackungsbeutel passt zu Ihrem Produkt? Drei Beutelarten im Vergleich
Ein Beutel ist schnell bestellt. Ob er im Regal steht, sich sauber befüllen lässt und genug Platz für Ihre Pflichtangaben bietet, entscheidet sich aber schon bei der Wahl der Beutelart. Dieser Artikel vergleicht Standbodenbeutel, Flachbeutel und Blockbodenbeutel. Mit sechs Fragen finden Sie die Form, die zu Ihrem Produkt passt.
Die drei Beutelarten kurz erklärt
Standbodenbeutel
Der Standbodenbeutel hat eine Bodenfalte. Sie öffnet sich beim Befüllen, und der Beutel steht von selbst. Vorder- und Rückseite lassen sich bedrucken. Im Handel heißt diese Form auch Doypack.
Flachbeutel
Der Flachbeutel besteht aus zwei Folienbahnen, die an drei Seiten verschweißt sind. Er hat keinen Boden und keine Seitenfalten. Er liegt flach im Karton oder hängt an einer Lochung am Haken.
Blockbodenbeutel
Der Blockbodenbeutel hat einen rechteckigen, flachen Boden und zwei Seitenfalten. Gefüllt steht er wie eine kleine Schachtel. Neben Vorder- und Rückseite lassen sich auch die Seitenfalten bedrucken.
Die Beutelarten im Vergleich
| Merkmal | Standbodenbeutel | Flachbeutel | Blockbodenbeutel |
|---|---|---|---|
| Aufbau | Bodenfalte, keine Seitenfalten | kein Boden, keine Seitenfalten | flacher Boden, zwei Seitenfalten |
| Präsentation | steht gefüllt von selbst | liegt oder hängt | steht gefüllt wie eine Schachtel |
| Druckflächen | Vorder- und Rückseite | Vorder- und Rückseite | Vorderseite, Rückseite und Seitenfalten |
| Befüllen von Hand | weite Öffnung, gut mit Schaufel oder Trichter | flache Öffnung, für kleine Mengen | weite Öffnung, großes Volumen |
| Typische Füllgüter | Kaffee, Tee, Nüsse, Müsli, Tiersnacks, Badesalz | Proben, Einzelportionen, Gewürzmischungen, Saatgut | große Kaffeepackungen, Mehl, Müsli, Tierfutter |
Sechs Fragen, die zur passenden Beutelart führen
- Soll der Beutel stehen, liegen oder hängen? Für das Regal brauchen Sie einen Standbodenbeutel oder einen Blockbodenbeutel. Für den Haken an der Lochwand oder als Beilage im Versandkarton genügt ein Flachbeutel.
- Wie viel Volumen braucht Ihr Produkt? Entscheidend ist das Volumen, nicht das Gewicht. 250 g Kaffeebohnen brauchen deutlich mehr Platz als 250 g Zucker. Füllen Sie Ihr Produkt in einen Messbecher und lesen Sie die Milliliter ab. Rechnen Sie oben Platz für den Verschluss und die Schweißnaht dazu.
- Wie befüllen Sie? Von Hand arbeiten Sie mit einer weiten Öffnung schneller. Das spricht für Standbodenbeutel und Blockbodenbeutel. Füllt eine Maschine ab, klären Sie vorher mit Ihrem Abfüller, welche Beutelformate die Anlage verarbeitet.
- Wird der Beutel mehrfach geöffnet? Dann brauchen Sie einen Zipper. Bei einer Einzelportion genügt eine Aufreißkerbe.
- Soll der Inhalt sichtbar sein? Das erreichen Sie mit einem Sichtfenster oder einer transparenten Folie. Durch ein Fenster fällt allerdings Licht auf das Produkt. Bei Tee und Gewürzen ist eine blickdichte Folie deshalb die sichere Wahl.
- Wie empfindlich ist Ihr Produkt? Reagiert es auf Sauerstoff, Feuchtigkeit oder Licht, brauchen Sie eine Folie mit Barriereschicht. Frisch gerösteter Kaffee gibt nach dem Rösten noch Gas ab. Dafür gibt es Beutel mit Aromaventil. Es lässt das Gas hinaus und keine Luft hinein.
Welche Beutelart für welches Produkt?
- Röstkaffee in kleinen Packungen: Standbodenbeutel mit Zipper und Aromaventil. Der Beutel steht im Regal, und der Kunde verschließt ihn nach jeder Entnahme.
- Röstkaffee in Packungen mit 1 kg: Blockbodenbeutel. Der flache Boden trägt das Gewicht, und die Beutel lassen sich im Karton dicht nebeneinander stellen.
- Teeproben und Gewürzmischungen für ein einzelnes Gericht: Flachbeutel mit Aufreißkerbe. Der Inhalt wird auf einmal verbraucht, ein Wiederverschluss ist nicht nötig.
- Nüsse, Trockenfrüchte und Müsli: Standbodenbeutel mit Zipper, weil der Inhalt nach und nach entnommen wird.
- Badesalz und Pulver: Standbodenbeutel. Durch die weite Öffnung passt ein Messlöffel.
- Mehl und Tierfutter in größeren Mengen: Blockbodenbeutel wegen des größeren Volumens bei gleicher Stellfläche.
Ausstattung: Was die Begriffe bedeuten
- Zipper: Druckverschluss aus zwei Kunststoffprofilen. Der Beutel lässt sich nach dem ersten Öffnen wieder verschließen.
- Aufreißkerbe: kleiner Einschnitt am Rand. Der Kunde öffnet den Beutel ohne Schere.
- Eurolochung: Ausstanzung im oberen Rand. Der Beutel hängt damit an Haken und Verkaufsständern.
- Aromaventil: Einwegventil für Produkte, die Gas abgeben.
- Sichtfenster: unbedruckter, transparenter Bereich in der Folie.
Vier Fehler bei der ersten Bestellung und wie Sie sie vermeiden
- Größe nach Gewicht gewählt. Die Größenangabe eines Beutels bezieht sich auf das Volumen. Messen Sie Ihr Produkt in Millilitern, bevor Sie eine Größe festlegen.
- Pflichtangaben nicht eingeplant. Bei Lebensmitteln gehören unter anderem Bezeichnung, Zutatenliste, Nettofüllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum und Ihre Anschrift auf die Verpackung. Reservieren Sie dafür Fläche auf der Rückseite, bevor Sie das Motiv gestalten.
- Text und Logo zu nah am Rand platziert. An den Schweißnähten, am Zipper und an der Bodenfalte wird das Motiv verdeckt oder verformt. Arbeiten Sie mit der Druckvorlage Ihrer Druckerei und halten Sie die dort markierten Bereiche frei.
- Große Auflage ohne Test bestellt. Bestellen Sie zuerst eine kleine Menge und befüllen Sie den Beutel mit Ihrem Produkt. So sehen Sie, ob Volumen, Stand und Verschluss passen.
Fällt Ihre Wahl auf einen Standbodenbeutel, stellen Sie ihn direkt online zusammen: Zum Konfigurator.
Fragen und Antworten zu Beutelarten
Was ist der Unterschied zwischen Standbodenbeutel und Doypack?
Es gibt keinen. Doypack ist ein anderer Name für den Standbodenbeutel. Der Begriff geht auf den französischen Erfinder Louis Doyen zurück.
Welcher Beutel eignet sich für Kaffee?
Für kleine Packungen eignet sich ein Standbodenbeutel, für große ein Blockbodenbeutel. In beiden Fällen brauchen Sie bei frisch geröstetem Kaffee ein Aromaventil und eine Folie mit Barriereschicht.
Lässt sich ein Flachbeutel wieder verschließen?
Ja. Flachbeutel gibt es mit und ohne Zipper. Für Einzelportionen und Proben wird meist die Ausführung ohne Zipper gewählt, weil der Inhalt auf einmal verbraucht wird.
Brauche ich für Lebensmittel einen Nachweis zur Folie?
Ja. Für Verpackungen aus Kunststoff, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, schreibt die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 eine schriftliche Konformitätserklärung vor. Lassen Sie sich dieses Dokument von Ihrem Lieferanten geben und bewahren Sie es auf.
