Verpackung für den Markttest: Mit kleiner Auflage starten
Wer ein neues Produkt einführt, weiß vorher nicht, wie es sich verkauft. Die Verpackung muss trotzdem bestellt werden. Bei einer großen Auflage liegt das Geld dann im Lager, bevor der erste Kunde gekauft hat. Hier lesen Sie, wie Sie mit kleinen Auflagen starten, in welcher Reihenfolge Sie Beutel, Etiketten und Werbemittel bestellen und wie Sie Stückpreis und Lagerbestand gegeneinander rechnen.
Warum große Auflagen bei neuen Produkten teuer werden können
Im Tiefdruck und im Flexodruck braucht jedes Motiv eigene Druckformen. Diese Kosten fallen einmal an und verteilen sich auf die Auflage. Der Stückpreis sinkt deshalb mit jeder weiteren Tausenderstaffel, und die Mindestmengen sind entsprechend hoch.
Bei einem eingeführten Produkt ist das kein Nachteil. Bei einem neuen Produkt ändert sich in den ersten Monaten oft noch etwas:
- Die Rezeptur wird angepasst. Dann stimmt die Zutatenliste auf der Verpackung nicht mehr.
- Die Füllmenge ändert sich, etwa von 250 auf 200 Gramm.
- Händler oder Kunden melden zurück, dass die Sorte auf der Vorderseite schlecht zu erkennen ist.
- Eine Sorte verkauft sich nicht und wird gestrichen.
In jedem dieser Fälle ist der gedruckte Bestand nicht mehr verwendbar oder muss überklebt werden.
Was der Digitaldruck an der Rechnung ändert
Im Digitaldruck gibt es keine Druckformen. Die Datei geht direkt an die Maschine. Damit entfällt der feste Kostenblock, der große Auflagen erzwingt.
Bei Flyerpilot gelten für bedruckte Standbodenbeutel diese Eckdaten:
- Mindestauflage 50 Stück, bestellbar bis 50.000 Stück.
- Vierfarb-Digitaldruck, Druckplatten fallen nicht an.
- Mehrere Designs lassen sich in einer Bestellung kombinieren.
- Lieferung innerhalb Deutschlands in 10 Werktagen.
- Drei Folien zur Wahl: weiß, transparent mit Weißdruck und Silberfolie.
Für einen Markttest heißt das: Sie bestellen die Menge, die Sie in der Testphase verkaufen wollen, und drucken danach mit geänderter Datei nach.
Stufe 1: Standardbeutel mit Etikett
Für Muster, Verkostungen oder einen ersten Verkauf auf dem Wochenmarkt reicht oft ein unbedruckter Beutel mit einem Etikett. Das Etikett trägt Marke, Sorte und Pflichtangaben.
Diese Lösung passt, wenn sich Texte noch häufig ändern. Sie tauschen dann nur das Etikett aus, der Beutel bleibt. Etiketten auf Rolle lassen sich von Hand aufkleben oder mit einem Etikettenspender verarbeiten.
Zwei Punkte sollten Sie vorher klären:
- Das Aufkleben kostet Zeit. Rechnen Sie den Aufwand je Beutel mit ein, bevor Sie mehrere hundert Stück von Hand etikettieren.
- Bei Folienbeuteln sollte das Etikett aus demselben Kunststoff bestehen wie der Beutel. Ein Papieretikett auf einem Folienbeutel kann die Einstufung der Verpackung beim Recycling verschlechtern.
Stufe 2: Vollflächig bedruckte Beutel in kleiner Auflage
Steht das Design und kommen die ersten Nachbestellungen, lohnt sich der Wechsel auf einen bedruckten Beutel. Das Etikettieren entfällt, und die gesamte Fläche auf Vorder- und Rückseite steht für die Gestaltung zur Verfügung.
Haben Sie mehrere Sorten, bestellen Sie Standbodenbeutel mit mehreren Designs in einer Bestellung. So sehen Sie nach einigen Wochen, welche Sorte läuft, und drucken nur diese nach.
Legen Sie die Druckdatei so an, dass sich Zutatenliste, Nährwerttabelle und Füllmenge einzeln ändern lassen. Die Vorlagen mit allen Maßen finden Sie bei den Druckdaten für flexible Verpackungen.
Stückpreis und Lagerbestand gegeneinander rechnen
Eine kleine Auflage kostet je Beutel mehr als eine große. Das stimmt, sagt aber allein nichts über die Gesamtkosten aus. In die Rechnung gehören vier Posten.
| Posten | Kleine Auflage | Große Auflage |
|---|---|---|
| Preis je Beutel | höher | niedriger |
| Gebundenes Geld | gering, verteilt auf mehrere Bestellungen | hoch, gesamte Summe zu Beginn |
| Lagerfläche | wenige Kartons | eine oder mehrere Paletten |
| Bestand bei einer Textänderung | Rest einer Testauflage | Rest einer Jahresmenge |
Vergleichen Sie zwei Summen. Die erste ist der Gesamtpreis der großen Auflage. Sie zahlen ihn vollständig, auch wenn ein Teil der Beutel nach einer Änderung nicht mehr verwendbar ist. Die zweite ist der Gesamtpreis der kleinen Auflagen für die Menge, die Sie bis zur nächsten absehbaren Änderung tatsächlich verbrauchen. Ist die zweite Summe niedriger, ist die kleine Auflage günstiger.
Die Preise für beide Mengen sehen Sie im Konfigurator, sobald Sie Format, Folie und Stückzahl gewählt haben.
Werbemittel für den Handel zum selben Termin
Listet ein Händler Ihr Produkt, braucht er meist mehr als die Ware. Ein Plakat im Schaufenster, ein Flyer an der Kasse oder ein Roll-Up bei einer Verkostung zeigen den Kunden, dass es etwas Neues gibt. Fehlen diese Teile am Liefertag, steht das Produkt ohne Hinweis im Regal.
Planen Sie deshalb vom Liefertermin rückwärts. Die Beutel brauchen 10 Werktage und gehören deshalb früh in den Zeitplan. Flyer, Plakate und Roll-Ups bestellen Sie so, dass sie zum selben Tag eintreffen. Die Produktionszeit sehen Sie beim jeweiligen Produkt im Konfigurator.
Verwenden Sie in allen Dateien dieselben CMYK-Werte für Ihre Markenfarbe. Rechnen Sie trotzdem mit sichtbaren Unterschieden: Folie, Papier und Bannerstoff nehmen Farbe unterschiedlich auf, und eine Silberfolie verändert jeden Farbton, der ohne Weißdruck darauf liegt.
Fünf Fragen vor der ersten Bestellung
- Wie viele Beutel verkaufen Sie in der Testphase, und wie lange dauert sie?
- Welche Angaben auf der Verpackung können sich in dieser Zeit ändern?
- Füllen Sie von Hand ab oder mit einer Maschine, und passt das Beutelformat dazu?
- Welche Werbemittel braucht der Händler am Liefertag?
- Wann holen Sie die Rückmeldung von Händlern und Kunden ein, bevor Sie nachdrucken?
