Prägefoliendruck und Strukturprägung: Veredelung zum Sehen und Fühlen
Gold, das im Licht aufblitzt. Ein Logo, das man mit dem Finger ertasten kann. Beides entsteht nicht durch Druckfarbe, sondern durch Prägefoliendruck. Dieser Beitrag erklärt, wie das Verfahren funktioniert, was die Strukturprägung davon unterscheidet und wie Sie Ihre Druckdaten für eine Prägung anlegen.
Was ist Prägefoliendruck?
Beim Prägefoliendruck wird eine hauchdünne Folie auf das Papier übertragen. Ein anderer Name dafür ist Heißfolienprägung. So läuft das Verfahren ab:
- Für Ihr Motiv wird ein Prägestempel aus Metall gefertigt.
- Der Stempel wird erhitzt.
- Zwischen Stempel und Papier läuft die Prägefolie.
- Der Stempel drückt die Folie auf das Papier. An den Stellen des Motivs löst sich die Folienschicht vom Trägerband und haftet auf dem Papier.
Das Ergebnis ist eine geschlossene, glänzende Fläche. Mit den vier Druckfarben lässt sich dieser Metallglanz nicht erreichen. Warum das so ist, lesen Sie im Beitrag Gold in CMYK anlegen.
Die Verfahren im Überblick
| Verfahren | Was passiert | Wirkung |
|---|---|---|
| Flachprägung | Die Folie wird flach auf das Papier übertragen | glatte, spiegelnde Fläche |
| Reliefprägung | Folie und Verformung in einem Schritt, das Motiv tritt hervor | erhabenes, fühlbares Motiv mit Glanz |
| Strukturprägung | Der Stempel trägt ein feines Muster, das sich in die Folie überträgt | die Fläche bricht das Licht, je nach Blickwinkel hell oder dunkel |
| Blindprägung | Verformung ohne Folie und ohne Farbe | zurückhaltendes Relief im Papierton |
Strukturprägung: wenn die Fläche selbst zum Muster wird
Bei der Strukturprägung ist die Oberfläche des Prägestempels nicht glatt. Sie trägt ein feines Raster oder Muster. Beim Prägen wird es in Folie und Papier gedrückt. Die Oberfläche wird dreidimensional.
Das hat zwei Wirkungen. Die erste sieht man: Glatte Stellen spiegeln das Licht, strukturierte Stellen streuen es. Je nach Lichteinfall wirkt dieselbe Fläche glänzend oder matt, hell oder dunkel. Die zweite fühlt man: Die Finger spüren den Wechsel zwischen flachen und erhabenen Stellen.
Auch sehr feine Muster sind möglich. Solche Mikrostrukturen werden unter anderem eingesetzt, um Etiketten und Verpackungen schwerer kopierbar zu machen.
Welche Folien gibt es?
- Metallicfolien in Gold, Silber, Kupfer und vielen Farbtönen
- Matte Metallicfolien mit gedämpftem Glanz
- Pigmentfolien ohne Metallglanz, zum Beispiel in Weiß oder Schwarz
- Holografische Folien, die in Regenbogenfarben schimmern
- Transparente Folien für einen Glanzeffekt ohne Farbe
Wofür eignet sich eine Prägung?
- Visitenkarten: Logo oder Name in Gold oder Silber. Im Shop finden Sie Visitenkarten mit Veredelung.
- Etiketten für Wein, Spirituosen und Kosmetik
- Einladungen und Karten zu besonderen Anlässen. Eine Anleitung dazu: Hochzeitskarten selber gestalten.
- Urkunden und Gutscheine
- Verpackungen und Mappen
Eine Prägung lohnt sich für einzelne Elemente: ein Logo, eine Überschrift, eine Linie. Als Schmuck für eine ganze Seite verliert sie ihre Wirkung.
Sieben Regeln für die Druckdaten
- Legen Sie das Prägemotiv als Vektorgrafik an. Pixelbilder ergeben unscharfe Kanten.
- Setzen Sie die Prägung auf eine eigene Ebene in einer eigenen Volltonfarbe. Wie die Farbe heißen soll, steht in der Druckdateninfo. Das Prinzip gleicht dem Weißdruck. Eine Anleitung finden Sie unter Weißdruck richtig anlegen.
- Arbeiten Sie nur mit vollen Flächen. Verläufe und Raster lassen sich nicht prägen.
- Vermeiden Sie sehr feine Linien und sehr kleine Schrift. Feine Zwischenräume laufen mit Folie zu.
- Planen Sie etwas Spielraum zwischen Prägung und Druckbild ein. Beides entsteht in getrennten Arbeitsgängen und kann um Bruchteile eines Millimeters versetzt sein. Eine Prägung, die genau in eine gedruckte Kontur passen muss, ist riskant.
- Legen Sie keine Prägung über einen Falz. Die Folie kann dort brechen.
- Wählen Sie ein glattes Papier. Auf stark strukturiertem Papier wird die Folienfläche unruhig.
Wie Farben und Sonderfarben im Druck zusammenspielen, lesen Sie im Beitrag Druckfarben im Offsetdruck.
Was eine Prägung aufwendiger macht
Für jedes Motiv wird ein eigener Prägestempel hergestellt, und die Prägung ist ein eigener Arbeitsgang nach dem Druck. Der Stempel lässt sich bei Nachauflagen wiederverwenden, solange das Motiv gleich bleibt. Bei sehr kleinen Auflagen fällt er stärker ins Gewicht als bei großen.
Wenn Sie eine Prägung für ein Produkt planen, das Sie im Konfigurator nicht finden, stellen Sie uns eine individuelle Produktanfrage. Nennen Sie darin Format, Papier, Auflage, die Größe der Prägefläche und die gewünschte Folie.
Häufige Fragen zur Prägung
Was ist der Unterschied zwischen Heißfolienprägung und Blindprägung?
Bei der Heißfolienprägung wird eine Folie übertragen, das Motiv glänzt. Bei der Blindprägung wird das Papier nur verformt, ohne Folie und ohne Farbe.
Was ist eine Strukturprägung?
Eine Prägung, bei der der Stempel ein feines Muster trägt. Die Fläche bricht das Licht und ist fühlbar.
Kann ich ein Foto prägen lassen?
Nein. Prägen lassen sich nur klar begrenzte Flächen und Linien, keine Halbtöne.
Glänzt Goldfolie stärker als Goldfarbe?
Ja. Goldfolie ist eine geschlossene Metallschicht und spiegelt. Goldfarbe enthält Metallpigmente und glänzt matter.
