Ein Flyer weckt Interesse. Eine Broschüre vertieft es. Sie hat Platz für das, was auf ein einzelnes Blatt nicht passt: mehrere Leistungen, Beispiele, Menschen hinter dem Unternehmen. Und weil sie gebunden ist, wird sie aufgehoben und nicht nur überflogen. Dieser Beitrag zeigt, wann sich eine Broschüre als Werbemittel lohnt, wie Sie Umfang, Bindung und Papier wählen und wie Sie den Inhalt aufbauen.

Wann eine Broschüre das richtige Werbemittel ist

  1. Ihr Angebot braucht Erklärung. Beratung, Handwerk und technische Produkte lassen sich nicht in drei Sätzen verkaufen.
  2. Der Kunde entscheidet nicht sofort. Eine Broschüre bleibt liegen und wird ein zweites Mal zur Hand genommen.
  3. Mehrere Personen entscheiden mit. Die Broschüre wandert vom Einkauf zur Geschäftsführung.
  4. Sie möchten Vertrauen aufbauen, zum Beispiel mit Referenzen, Fotos Ihrer Arbeit und einem Blick ins Unternehmen.

Geht es nur um einen Termin oder ein einzelnes Angebot, reicht ein Flyer. Wie Sie den wirkungsvoll einsetzen, steht im Beitrag Flyer als Werbemittel. Für bis zu acht Seiten kommt auch ein gefalzter Flyer infrage. Die Möglichkeiten zeigt der Beitrag Falzarten von Flyern.

Welche Broschüre für welchen Zweck?

Art Inhalt Typischer Umfang
Imagebroschüre Unternehmen, Team, Arbeitsweise, Referenzen 8 bis 24 Seiten
Produktbroschüre oder Katalog Produkte mit Fotos, Daten und Preisen ab 12 Seiten
Programmheft Ablauf einer Veranstaltung, Mitwirkende, Sponsoren 8 bis 16 Seiten
Kundenmagazin Berichte, Tipps und Neuigkeiten 12 bis 32 Seiten
Geschäftsbericht Zahlen, Entwicklung, Ausblick ab 24 Seiten
Festschrift oder Hochzeitszeitung Geschichten und Fotos zu einem Anlass 8 bis 24 Seiten

Die Bindung: drei Arten im Vergleich

Bindung So wird gebunden Geeignet für Zu beachten
Klammerheftung Gefalzte Bogen werden im Rücken mit Klammern geheftet dünne bis mittlere Broschüren Die Seitenzahl muss durch 4 teilbar sein.
Klebebindung Die Seiten werden am Rücken verleimt und in einen Umschlag gehängt umfangreiche Broschüren und Kataloge Der Rücken lässt sich beschriften. Im Bund geht etwas Fläche verloren.
Ringbindung Gelochte Blätter werden mit einer Drahtspirale verbunden Handbücher, Unterlagen, Kalender Die Broschüre liegt flach auf dem Tisch. Die Seitenzahl muss durch 2 teilbar sein.

Die häufigste Stolperfalle ist die Seitenzahl. Bei der Klammerheftung besteht jeder Bogen aus vier Seiten. Möglich sind also 8, 12, 16, 20 Seiten und so weiter. Wer mit 10 Seiten plant, muss zwei streichen oder zwei ergänzen.

Das Papier: Inhalt und Umschlag getrennt wählen

  1. Viel Text, wenige Bilder: Ein ungestrichenes Papier mit 80 bis 100 g/m² genügt. Es liest sich angenehm, weil nichts spiegelt. Mehr dazu im Beitrag Naturpapiere.
  2. Viele Bilder: Wählen Sie Bilderdruckpapier. Glänzend lässt Fotos leuchten, matt wirkt ruhiger und ist besser lesbar.
  3. Soll die Broschüre fest in der Hand liegen, nehmen Sie für den Inhalt ein schwereres Papier.
  4. Der Umschlag darf dicker sein als der Inhalt. Das schützt die Broschüre und gibt ihr Stand.

Welche Papiere, Formate und Bindungen es gibt, sehen Sie im Konfigurator für Broschüren und Kataloge.

Der Aufbau: so führen Sie den Leser

  1. Titelseite. Sie nennt den Nutzen für den Leser, nicht nur Ihren Firmennamen. „So wird Ihr Bad in zehn Tagen fertig“ sagt mehr als „Unternehmensbroschüre“.
  2. Einstieg. Auf der ersten Doppelseite steht, für wen die Broschüre ist und was sie bietet.
  3. Hauptteil. Ein Thema je Doppelseite. Der Leser soll beim Öffnen der Seite sofort erkennen, worum es geht.
  4. Belege. Referenzen, Zahlen, Fotos fertiger Arbeiten, Stimmen von Kunden.
  5. Letzte Innenseite. Der nächste Schritt: Termin vereinbaren, Angebot anfordern, Muster bestellen.
  6. Rückseite. Adresse, Telefonnummer, Website und ein QR-Code.

Ab etwa zwölf Seiten hilft ein Inhaltsverzeichnis. Zwischenüberschriften und kurze Absätze sind wichtiger als viel Text, denn die meisten Leser blättern zuerst und lesen dann.

Die Auflage planen

Überlegen Sie, wo die Broschüre verteilt wird: auf Messen, im Laden, als Beilage zum Angebot, per Post. Rechnen Sie den Bedarf für ein Jahr zusammen und bestellen Sie nicht viel mehr. Preise, Ansprechpartner und Fotos ändern sich. Eine kleinere Auflage, die Sie nach einem Jahr aktualisieren, ist oft sinnvoller als ein großer Stapel, der veraltet.

Sechs Regeln für die Druckdaten

  1. Liefern Sie die Seiten als Einzelseiten in der richtigen Reihenfolge, nicht als fertig montierte Doppelseiten.
  2. Legen Sie jede Seite mit Beschnitt an.
  3. Halten Sie mit Text Abstand zum Bund. Bei der Klebebindung verschwindet dort ein Streifen.
  4. Lassen Sie Bilder, die über eine Doppelseite laufen, keine Gesichter oder Texte in der Mitte tragen.
  5. Verwenden Sie Bilder mit 300 dpi und den Farbmodus CMYK.
  6. Prüfen Sie am Ausdruck, ob die Seitenzahlen stimmen und keine Seite fehlt.

Eine Anleitung für die Umsetzung finden Sie unter Broschüren mit Photoshop gestalten. Für mehrseitige Dokumente ist ein Layoutprogramm die bessere Wahl. Den Einstieg zeigt der Beitrag Gestalten mit InDesign.

Übergeben Sie die Broschüre zusammen mit einem Angebot, gehört beides in eine Mappe. Mehr dazu unter Imagemappen.

Häufige Fragen zu Broschüren

Wie viele Seiten sollte eine Broschüre haben?

So viele, wie der Inhalt braucht. Für eine Imagebroschüre sind 8 bis 16 Seiten üblich. Bei Klammerheftung muss die Zahl durch 4 teilbar sein.

Klammerheftung oder Klebebindung?

Für dünne bis mittlere Broschüren die Klammerheftung. Für umfangreiche Kataloge die Klebebindung, weil sie einen beschriftbaren Rücken hat.

Zählt der Umschlag zu den Seiten?

Ja. Der Umschlag besteht aus vier Seiten: Titel, zwei Innenseiten und Rückseite. Ob er in der Seitenzahl enthalten ist, steht im Konfigurator beim jeweiligen Produkt.