Naturpapiere – Reinheit die durch ihre Natürlichkeit besticht
Holzfrei, satiniert, maschinenglatt, geleimt: Wer Papier für eine Drucksache auswählt, stößt schnell auf Fachbegriffe. Dieser Beitrag erklärt, was Naturpapiere sind, wie sie eingeteilt werden und was die wichtigsten Begriffe bedeuten. Er ist als Nachschlagetext gedacht. Wie Sie auf Naturpapier drucken und Ihre Daten vorbereiten, steht im Praxisbeitrag Naturpapier: Was Sie beim Druck beachten.
Die Definition in zwei Sätzen
Papier ist ein flächiger Werkstoff aus Pflanzenfasern, die sich beim Trocknen miteinander verfilzen und verkleben. Naturpapiere sind weiße oder farbige Papiere, deren Oberfläche nicht beschichtet wurde: kein Strich, keine Imprägnierung, keine Kaschierung. Die Fasern liegen an der Oberfläche offen.
Das Gegenstück ist gestrichenes Papier, zum Beispiel Bilderdruckpapier. Dort schließt eine dünne Schicht aus Pigmenten und Bindemitteln die Oberfläche.
Papier, Karton oder Pappe?
Die Grenze verläuft nach dem Gewicht je Quadratmeter, der Grammatur. Nach gängiger Einteilung gilt:
| Bezeichnung | Grammatur |
|---|---|
| Papier | etwa 7 bis 150 g/m² |
| Karton | etwa 150 bis 600 g/m² |
| Pappe | ab etwa 600 g/m² |
Ein Briefbogen mit 90 g/m² ist also Papier, eine Visitenkarte mit 300 g/m² Karton.
Woraus Papier besteht: die Stoffzusammensetzung
- Holzfrei. Der Begriff führt oft in die Irre. Auch holzfreies Papier wird aus Holz gewonnen. Es besteht aus Zellstoff, bei dem die verholzten Bestandteile chemisch herausgelöst wurden. Zulässig sind höchstens 5 Prozent verholzte Fasern. Holzfreies Papier vergilbt kaum.
- Holzhaltig. Dieses Papier enthält Holzschliff, also mechanisch zerfasertes Holz. Es ist weniger weiß und vergilbt im Licht schneller. Zeitungspapier ist ein Beispiel.
- Fein holzhaltig, auch fast holzfrei. Eine Zwischenstufe mit geringem Anteil an Holzschliff.
- Mit Altpapier. Der Faserstoff stammt ganz oder teilweise aus gebrauchtem Papier. Man spricht auch von Sekundärfasern.
- Mit Hadern. Hadern sind Textilfasern, zum Beispiel aus Leinen. Sie machen Papier besonders fest. Verwendet werden sie für Urkunden und Banknoten.
Wie sich die Papierherstellung über die Jahrhunderte entwickelt hat, lesen Sie im Beitrag Geschichte des Papiers. Woran Sie belastbare Angaben zum Altpapieranteil erkennen, steht im Beitrag Öko-Druck.
Wie die Oberfläche behandelt wird
Für den Druck ist die Oberfläche wichtiger als die Zusammensetzung. Sie entscheidet, wie stark das Papier Farbe aufsaugt und wie schnell die Farbe trocknet.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Maschinenglatt | Das Papier wurde nur im Glättwerk der Papiermaschine geglättet. Die Oberfläche ist leicht rau. |
| Satiniert | Das Papier wurde zusätzlich in einem Kalander zwischen Walzen geglättet. Es ist dichter und glatter. |
| Oberflächengeleimt | Eine dünne Leimschicht macht die Oberfläche fester. Das Papier staubt weniger und lässt sich gut beschreiben. |
| Geprägt | Eine Walze drückt ein Muster in das Papier, zum Beispiel Leinen oder Hammerschlag. |
| Filzmarkiert | Die Struktur entsteht schon in der Papiermaschine durch einen gemusterten Filz. |
Eine Prägung im Papier ist nicht dasselbe wie eine Prägung im Druck. Wie Motive nachträglich geprägt werden, erklärt der Beitrag Prägefoliendruck.
Sechs Begriffe, die Ihnen im Konfigurator begegnen
- Grammatur. Das Gewicht eines Quadratmeters Papier in Gramm.
- Volumen. Das Verhältnis von Dicke zu Gewicht. Ein Papier mit hohem Volumen fühlt sich dicker an als ein anderes mit derselben Grammatur.
- Opazität. Die Lichtundurchlässigkeit. Je höher sie ist, desto weniger scheint der Druck der Rückseite durch.
- Weiße. Sie gibt an, wie hell ein Papier ist. Gemessen wird sie zum Beispiel nach ISO 2470.
- Laufrichtung. Die Richtung, in der die Fasern überwiegend liegen. Bei Schmalbahn laufen sie parallel zur langen Seite des Bogens, bei Breitbahn parallel zur kurzen. Die Laufrichtung beeinflusst, wie sich Papier falzen lässt und wie es im Bürodrucker läuft.
- Wegschlagen. So nennt der Drucker das Eindringen der Farbe in das Papier. Naturpapier schlägt stärker weg als gestrichenes Papier. Mehr dazu im Beitrag Druckfarben im Offsetdruck.
Papiere für besondere Aufgaben
Manche Papiere werden für einen bestimmten Zweck entwickelt:
- Plakatpapier für die Außenwerbung. Es muss Nässe und Licht aushalten.
- Etikettenpapier. Für Mehrwegflaschen wird nassfestes Papier verwendet, das die Waschanlage übersteht.
- Papiere für Laserdrucker und Inkjetdrucker. Sie sind auf Hitze oder auf flüssige Tinte abgestimmt.
- Landkartenpapier. Es bleibt auch nach häufigem Falten und bei Feuchtigkeit stabil.
Häufige Fragen
Was bedeutet holzfrei?
Dass das Papier höchstens 5 Prozent verholzte Fasern enthält. Es besteht aus Zellstoff und vergilbt kaum. Aus Holz gewonnen wird es trotzdem.
Was ist der Unterschied zwischen satiniert und gestrichen?
Satiniertes Papier wurde nur mechanisch geglättet und bleibt ein Naturpapier. Gestrichenes Papier trägt eine zusätzliche Schicht.
Ab wann spricht man von Karton?
Nach gängiger Einteilung ab etwa 150 g/m².
Ist Naturpapier dasselbe wie Recyclingpapier?
Nein. Naturpapier beschreibt die unbeschichtete Oberfläche, Recyclingpapier den Rohstoff Altpapier. Ein Papier kann beides sein.
