Eine Kundenkarte aus Kunststoff steckt oft jahrelang im Geldbeutel, direkt neben der Bankkarte. Kaum ein anderes Werbemittel kommt Ihren Kunden so nahe. Je nach Ausstattung ist sie ein einfacher Ausweis, ein Bonuskonto oder ein Schlüssel für Tür und Kasse. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede zwischen Kundenkarte und Chipkarte, zeigt, welche Technik zu welchem Zweck passt, und nennt die Punkte, die Sie vor der Bestellung klären sollten.

Kundenkarte und Chipkarte: Was ist der Unterschied?

Kundenkarte beschreibt den Zweck: eine Karte, die einen Kunden oder ein Mitglied ausweist. Chipkarte beschreibt die Technik: eine Karte mit eingebautem Speicher. Eine Kundenkarte kann eine Chipkarte sein, muss es aber nicht. Die meisten Kundenkarten kommen ohne Chip aus und arbeiten mit einem aufgedruckten Code.

Gemeinsam ist fast allen das Format. Es folgt der Norm ISO/IEC 7810 und misst 85,6 x 53,98 mm bei 0,76 mm Dicke. Das ist das Maß von Bankkarte und Personalausweis. Kartenfächer, Lesegeräte und Kartendrucker sind darauf ausgelegt.

Fünf Kartentypen im Vergleich

Typ So werden Daten gelesen Typischer Einsatz
Bedruckte Karte ohne Technik mit dem Auge: Name und Nummer sind aufgedruckt Mitgliedsausweis, Stammkundenkarte, Gutschein
Karte mit Barcode oder QR-Code mit dem Scanner an der Kasse oder dem Smartphone Bonusprogramm, Bibliothek, Fitnessstudio
Karte mit Magnetstreifen durch Durchziehen im Lesegerät ältere Kassen- und Schließsysteme, Hotelkarten
Karte mit Kontaktchip durch Einstecken, der Chip hat sichtbare Kontakte Bezahlkarten, Ausweise mit geschützten Daten
Kontaktlose Chipkarte, RFID oder NFC durch Vorhalten, der Chip ist unsichtbar eingebettet Zutritt, Zeiterfassung, Bezahlen in der Kantine

Für die klassische Kundenbindung reicht in den meisten Fällen ein Barcode oder QR-Code. Er wird einfach mitgedruckt, Scannerkassen können ihn lesen, und die Daten liegen in Ihrem System statt auf der Karte.

Welche Karte für welchen Zweck?

  1. Sie möchten Stammkunden einen Rabatt geben: bedruckte Karte mit Name und Kundennummer.
  2. Sie möchten Punkte oder Umsätze erfassen: Karte mit Barcode oder QR-Code, passend zu Ihrer Kasse.
  3. Sie verkaufen Gutscheine: Karte mit Code, auf Wunsch mit Rubbelfeld über einer Geheimnummer.
  4. Sie regeln den Zutritt zu Räumen: kontaktlose Chipkarte, abgestimmt auf Ihr Schließsystem.
  5. Sie brauchen Ausweise für Mitarbeiter: Karte mit Foto und Name, bei Bedarf mit Chip für Tür und Zeiterfassung.
  6. Sie geben Karten für eine Veranstaltung aus: bedruckte Karte mit Lochung für das Umhängeband.

Personalisierung: Jede Karte ist ein Einzelstück

Das Motiv ist auf allen Karten gleich. Was sie unterscheidet, wird nachträglich eingedruckt. Das nennt man Personalisierung.

  1. Fortlaufende Nummer
  2. Name des Inhabers
  3. Barcode oder QR-Code, der die Nummer enthält
  4. Foto bei Ausweisen
  5. Gültigkeitsdatum

Dafür liefern Sie eine Liste, in der Regel als Excel- oder CSV-Datei mit einer Zeile je Karte. Legen Sie den Nummernkreis vorher fest. Wenn Sie später nachbestellen, läuft er einfach weiter. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Unterschriftsfeld, eine Hochprägung der Nummer wie bei Bankkarten oder eine Lochung.

Sieben Regeln für die Gestaltung

  1. Legen Sie die Datei im Kartenformat mit Beschnitt an. Die genauen Maße stehen in der Druckdateninfo.
  2. Halten Sie mit Text und Logo etwa 3 mm Abstand zum Rand. Die Ecken der Karte sind abgerundet.
  3. Trennen Sie die Seiten nach Aufgaben: vorne Marke und Name, hinten Code, Unterschrift und Kleingedrucktes.
  4. Drucken Sie Barcodes schwarz auf weißem Grund und lassen Sie rundherum eine freie Zone. Auf farbigem oder gemustertem Hintergrund versagen Scanner.
  5. Halten Sie die Flächen für Chip und Magnetstreifen frei. Ihre Position ist genormt und in der Vorlage eingezeichnet.
  6. Planen Sie das Feld für die Personalisierung ein. Dort bleibt der Hintergrund hell und ruhig.
  7. Verwenden Sie Ihr Logo als Vektordatei. Wie sie entsteht, zeigt die Anleitung Vektorgrafik erstellen.

Das Format liegt nah an dem einer Visitenkarte. Die Arbeitsschritte für die Datei gleichen deshalb denen in der Anleitung Visitenkarte mit Photoshop erstellen. Beispiele für Karten aus Kunststoff finden Sie im Beitrag 40 ausgefallene Visitenkarten.

Sechs Fragen vor der Bestellung

  1. Welche Technik liest Ihre Kasse oder Ihr Schließsystem? Fragen Sie den Anbieter des Systems nach dem genauen Typ von Code oder Chip, bevor Sie Karten bestellen. Chip ist nicht gleich Chip.
  2. Wie viele Karten brauchen Sie im ersten Jahr, und wie viele kommen jährlich dazu?
  3. Welche Daten stehen auf der Karte, und in welcher Form liefern Sie sie?
  4. Soll die Karte ein Ablaufdatum haben?
  5. Wie kommt die Karte zum Kunden: an der Kasse, per Post auf einem Trägerbrief, bei der Anmeldung?
  6. Was passiert bei Verlust? Eine Karte mit Nummer lässt sich im System sperren und ersetzen.

Datenschutz: weniger ist mehr

Sobald Sie Namen, Adressen oder Einkäufe speichern, verarbeiten Sie personenbezogene Daten. Dafür gilt die Datenschutz-Grundverordnung. Drei Grundsätze helfen in der Praxis:

  1. Erheben Sie nur, was Sie für das Programm brauchen.
  2. Sagen Sie Ihren Kunden bei der Anmeldung klar, was Sie speichern und wozu.
  3. Drucken Sie auf die Karte selbst so wenig wie möglich. Eine Nummer genügt, der Rest steht in Ihrem System.

Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung. Lassen Sie die Teilnahmebedingungen für ein Bonusprogramm prüfen.

Karte oder App?

Viele Bonusprogramme laufen heute über eine App oder eine digitale Karte im Smartphone. Die Karte aus Kunststoff hat trotzdem ihren Platz. Sie funktioniert ohne Akku und ohne Anmeldung, sie lässt sich an der Kasse sofort ausgeben, und sie erreicht auch Kunden, die keine weitere App installieren möchten. Beides lässt sich verbinden: Der QR-Code auf der Karte enthält dieselbe Nummer wie die digitale Fassung. Mehr zum Zusammenspiel von Gedrucktem und Smartphone lesen Sie im Beitrag Visitenkarten im Zeitalter der Datenflut.

Karten bei Flyerpilot

Formate, Ausstattung und Auflagen sehen Sie im Konfigurator für Plastikkarten. Planen Sie eine Ausstattung, die Sie dort nicht finden, zum Beispiel einen bestimmten Chip, stellen Sie uns eine Preisanfrage. Nennen Sie darin Auflage, gewünschte Technik, Art der Personalisierung und das System, mit dem die Karte gelesen wird.

Häufige Fragen zu Kundenkarten und Chipkarten

Wie groß ist eine Kundenkarte?

85,6 x 53,98 mm bei 0,76 mm Dicke. Das Format ist in der Norm ISO/IEC 7810 festgelegt und entspricht dem einer Bankkarte.

Braucht eine Kundenkarte einen Chip?

Meist nicht. Für Bonusprogramme genügt ein Barcode oder QR-Code. Ein Chip lohnt sich, wenn die Karte Türen öffnen oder Daten geschützt speichern soll.

Was ist der Unterschied zwischen RFID und NFC?

RFID ist der Oberbegriff für das Auslesen per Funk. NFC ist eine Form davon, die über wenige Zentimeter arbeitet und die auch Smartphones beherrschen.

Kann ich Karten mit Namen und Nummern bestellen?

Ja, das ist die Personalisierung. Sie liefern eine Liste mit den Daten, jede Karte bekommt ihren eigenen Eindruck.