Die Haftnotiz verdankt ihre Existenz einem Klebstoff, der zu schwach war, und einem Chorsänger, dem ständig die Lesezeichen aus dem Notenbuch fielen. Hier lesen Sie, wie aus diesen beiden Problemen ein Büroklassiker wurde und worauf Sie achten, wenn Sie Haftnotizen mit Ihrem Logo bedrucken lassen.

1968: ein Klebstoff, der nicht richtig klebt

Spencer Silver arbeitete als Chemiker in der Klebstoffentwicklung des US-Unternehmens 3M. 1968 entwickelte er einen Klebstoff, der auf Oberflächen haftete, sich aber leicht wieder ablösen ließ und dabei keine Spuren hinterließ. Gesucht war eigentlich das Gegenteil, ein besonders starker Kleber.

Silver war trotzdem überzeugt, dass seine Erfindung einen Nutzen haben musste. Über Jahre stellte er den Klebstoff im Unternehmen immer wieder vor. Das brachte ihm den Spitznamen „Mr. Persistent“ ein, der Hartnäckige. Eine Anwendung fand er zunächst nicht.

1974: das Lesezeichen im Notenbuch

Die Idee kam von seinem Kollegen Art Fry. Fry sang im Kirchenchor und ärgerte sich darüber, dass seine Lesezeichen aus Papier aus dem Notenbuch rutschten. 1974 bestrich er die Zettel mit Silvers Klebstoff. Sie hielten auf der Seite und ließen sich ablösen, ohne das Papier zu beschädigen.

Fry und Silver nutzten die Zettel zuerst im eigenen Büro. Dabei zeigte sich der eigentliche Wert: Man konnte auf die Zettel schreiben und sie als Nachricht an Unterlagen, Türen und Telefone kleben.

Woher kommen Haftnotizen? - Haftnotizen konfigurieren im Onlineshop
Bedruckte Haftnotizen

1977 bis 1981: vom Flop zum Welterfolg

  1. 1977 testete 3M das Produkt in vier Städten. Die Reaktionen waren verhalten. Kaum jemand konnte sich vorstellen, wozu ein Zettel mit Klebestreifen gut sein soll.
  2. 1978 änderte das Unternehmen die Taktik und verteilte kostenlose Muster an Büros in der Stadt Boise im US-Bundesstaat Idaho. Wer die Zettel ausprobiert hatte, wollte sie behalten: Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, das Produkt kaufen zu wollen.
  3. 1980 kam die Haftnotiz in den gesamten USA in den Handel.
  4. 1981 folgten Kanada und die europäischen Länder.

Die Lehre aus dieser Geschichte gilt bis heute für viele Produkte: Manches muss man in der Hand gehabt haben, um den Nutzen zu verstehen. Eine Beschreibung reicht nicht.

Warum Haftnotizen gelb sind

Die gelbe Farbe war der Überlieferung nach kein Ergebnis von Marktforschung. Im Labor nebenan lag gelbes Papier bereit, und damit wurden die ersten Zettel hergestellt. Die Farbe blieb. Heute gibt es Haftnotizen in vielen Farben, Formen und Größen.

So funktioniert der Klebestreifen

Der Klebstoff sitzt nicht als geschlossene Schicht auf dem Papier, sondern in winzigen Kügelchen. Nur ein Teil dieser Kügelchen berührt den Untergrund. Deshalb haftet der Zettel, lässt sich aber abziehen und mehrfach neu aufkleben.

Ein Tipp für den Alltag: Ziehen Sie den Zettel seitlich vom Block ab, nicht von unten nach oben. Dann rollt er sich nicht ein und liegt flach auf dem Untergrund.

Wofür Haftnotizen heute genutzt werden

  1. Notizen und Erinnerungen am Bildschirm, am Telefon oder am Kühlschrank
  2. Markierungen in Akten, Büchern und Verträgen
  3. Workshops und Besprechungen: Ideen sammeln, an die Wand kleben, umsortieren
  4. Aufgabentafeln im Team, bei denen jeder Zettel eine Aufgabe ist und von „offen“ nach „erledigt“ wandert
  5. Werbemittel mit dem Logo eines Unternehmens

Bedruckte Haftnotizen als Werbemittel

Eine Haftnotiz mit Logo liegt auf dem Schreibtisch und wird Blatt für Blatt benutzt. Auf jedem Blatt stehen Ihr Name und Ihre Kontaktdaten. Das macht sie zu einem Werbemittel für Messen, als Beilage im Paket oder als Mitbringsel beim Kundentermin. Bei uns können Sie Haftnotizen mit Ihrem Motiv im Online-Shop konfigurieren. Was es zum Start des Produkts zu sagen gab, steht im Beitrag Haftnotizen bei Flyerpilot.

Sechs Tipps für die Gestaltung

  1. Lassen Sie Platz zum Schreiben. Mindestens zwei Drittel der Fläche bleiben frei.
  2. Setzen Sie Logo und Kontaktdaten an den Rand, am besten nach oben oder unten.
  3. Wählen Sie einen hellen Hintergrund. Auf dunklen Flächen ist Kugelschreiber kaum zu lesen.
  4. Nehmen Sie eine Telefonnummer oder Webadresse mit auf. Der Zettel bleibt oft tagelang im Blickfeld.
  5. Halten Sie das Motiv schlicht. Ein blasses Logo als Hintergrund stört beim Schreiben weniger als ein kräftiges Bild.
  6. Bleiben Sie in Ihrem Corporate Design. Die Haftnotiz soll zu Briefpapier und Block passen.

Wie Sie Ihr Erscheinungsbild auf andere Drucksachen übertragen, lesen Sie unter Gestaltungs-Tipps für Briefpapier. Eine Anleitung für ein ähnliches Produkt finden Sie im Beitrag Schreibblock in Illustrator gestalten.

Häufige Fragen zu Haftnotizen

Wer hat die Haftnotiz erfunden?

Zwei Mitarbeiter von 3M. Spencer Silver entwickelte 1968 den ablösbaren Klebstoff, Art Fry hatte 1974 die Idee, ihn auf Papier zu verwenden.

Seit wann gibt es Haftnotizen zu kaufen?

In den gesamten USA seit 1980, in den europäischen Ländern seit 1981.

Kann man auf bedruckten Haftnotizen noch schreiben?

Ja, wenn die Gestaltung genug helle, freie Fläche lässt. Planen Sie das Schreibfeld von Anfang an ein.

Wie viele Blatt hat ein Block und welche Formate gibt es?

Das hängt vom Produkt ab. Formate, Blattzahl und Auflage sehen Sie im Konfigurator.