Druckfarben im Offsetdruck
Die Farbe auf dem Bildschirm und die Farbe auf dem Papier sind zwei verschiedene Dinge. Wer seine Farben am Monitor auswählt, erlebt beim Auspacken der Drucksachen oft eine Überraschung. Hier lesen Sie, wie Farben im Offsetdruck entstehen und wie Sie einen Farbton so festlegen, dass er gedruckt aussieht wie geplant.
Wie Farben im Offsetdruck entstehen
Der vierfarbige Offsetdruck arbeitet mit vier Druckfarben:
- C für Cyan
- M für Magenta
- Y für Yellow, also Gelb
- K für Key, die Schlüsselfarbe Schwarz
Jede Farbe wird in feinen Rasterpunkten gedruckt. Je größer die Punkte, desto kräftiger der Ton. Angegeben wird das in Prozent von 0 bis 100. Aus dem Zusammenspiel der vier Raster mischt das Auge alle anderen Farbtöne. Ein Orange besteht zum Beispiel aus viel Yellow und etwas Magenta.
Das Prinzip des Offsetdrucks geht auf den Steindruck zurück. Wie er entstand, steht im Beitrag Alois Senefelders Erfindung.
Warum der Monitor Sie täuscht
- Ein Monitor mischt Farben aus Licht in den drei Grundfarben des RGB-Farbraums. Papier leuchtet nicht, es wirft nur Licht zurück.
- Der Farbraum RGB ist größer als der Farbraum CMYK. Leuchtendes Orange, kräftiges Blau und Neontöne vom Bildschirm lassen sich mit vier Druckfarben nicht erreichen.
- Jeder Monitor zeigt Farben anders. Helligkeit, Alter und Einstellung des Geräts verändern den Eindruck.
Stimmen Sie Farben deshalb nie am Bildschirm ab. Nehmen Sie etwas Gedrucktes zur Hand.
Der Farbfächer: Farben auf Papier auswählen
Ein Farbfächer zeigt gedruckte Farbfelder, zu jedem Feld stehen die CMYK-Werte dabei. Sie suchen den Ton aus, der Ihnen gefällt, und übernehmen die Werte in Ihr Layout.
Farbfächer gibt es im Handel für verschiedene Papieroberflächen. Sie sind allerdings teuer. Die genaueste Vorlage ist ein Farbfächer Ihrer Druckerei, weil er mit denselben Farben und Maschinen gedruckt wurde wie später Ihr Auftrag. Unser Farbmusterbuch können Sie kostenlos herunterladen oder als gedruckte Ausgabe bestellen. Für die Farbwahl zählt die gedruckte Ausgabe. Die Datei am Bildschirm zeigt Ihnen nur, welche Werte es gibt.
In fünf Schritten zur richtigen Farbe
- Wählen Sie den Farbton im gedruckten Farbfächer aus, und zwar auf der Papierart, auf der Sie drucken lassen.
- Notieren Sie die vier CMYK-Werte.
- Legen Sie den Ton in Ihrem Layoutprogramm als Farbfeld mit genau diesen Werten an.
- Verwenden Sie das Farbfeld an jeder Stelle im Dokument. So bleibt der Ton einheitlich.
- Bestellen Sie bei farbkritischen Aufträgen einen Proof.
Warum es trotzdem leichte Abweichungen gibt
Drei Dinge beeinflussen das Druckergebnis: das Papier, die Druckfarbe und die Druckmaschine. Den größten Unterschied macht das Papier. Auf gestrichenem Papier steht die Farbe auf der Oberfläche und wirkt leuchtend. Ungestrichenes Papier saugt die Farbe auf, derselbe Wert wirkt matter und etwas dunkler.
Eine leichte Abweichung zwischen zwei Auflagen oder zwei Papieren ist deshalb normal. Wer sie so klein wie möglich halten will, arbeitet mit einem Proof.
Der Proof: die verbindliche Vorschau
Ein farbverbindlicher Proof ist ein Prüfdruck, der das spätere Druckergebnis simuliert. Er wird nach der Norm ISO 12647-7 erstellt und trägt einen Kontrollstreifen, den Medienkeil. An diesem Streifen lässt sich nachmessen, ob der Proof stimmt. Ein Ausdruck vom Bürodrucker ist kein Proof. Er zeigt die Aufteilung der Seite, aber nicht die Farbe.
Ein Proof lohnt sich bei Hausfarben, bei Hauttönen in Porträts und bei Produktfotos, deren Farbe stimmen muss.
Vier typische Farbfallen
- Blau wird violett. Das passiert, wenn Cyan und Magenta zu nah beieinander liegen. Halten Sie den Magenta-Wert rund 30 Prozentpunkte unter dem Cyan-Wert.
- Grau bekommt einen Farbstich. Legen Sie neutrales Grau nur mit Schwarz an, zum Beispiel K 40 %.
- Schwarzer Text wirkt unscharf. Setzen Sie Text immer in reinem Schwarz mit K 100 %. Aus vier Farben gemischtes Schwarz ist für feine Schrift ungeeignet.
- Gold, Silber und Weiß fehlen. Diese Töne gibt es in CMYK nicht. Was trotzdem möglich ist, lesen Sie unter Gold in CMYK anlegen und Weißdruck richtig anlegen.
Sonderfarben: wenn CMYK nicht reicht
Für Hausfarben, die immer exakt gleich aussehen müssen, gibt es Sonderfarben nach Pantone oder HKS. Eine Sonderfarbe wird fertig gemischt als eigene Farbe gedruckt. Auch hier wählen Sie am Fächer aus, und auch hier zählt das Papier: Bei HKS steht K für gestrichenes Papier und N für Naturpapier, bei Pantone C für gestrichen und U für ungestrichen.
Legen Sie Ihr Logo am besten als Vektorgrafik mit festen Farbfeldern an. Wie das geht, zeigt die Anleitung Vektorgrafik erstellen. Wirkungen jenseits der Farbe, etwa Metallglanz und fühlbare Strukturen, entstehen durch Veredelung. Mehr dazu im Beitrag Prägefoliendruck.
Welche Produkte wir im Offsetdruck und im Digitaldruck anbieten, sehen Sie unter Drucksachen im Überblick. Zahlen zur Branche finden Sie im Beitrag Lage der Druckindustrie.
Häufige Fragen zu Druckfarben
Wofür steht CMYK?
Für Cyan, Magenta, Yellow und Key. Key ist die Schlüsselfarbe Schwarz.
Kann ich RGB-Daten in den Druck geben?
Besser nicht. Bei der Umwandlung in CMYK verändern sich die Farben, und Sie sehen das Ergebnis erst im Druck. Legen Sie Ihre Daten gleich in CMYK an.
Reicht ein PDF am Bildschirm zur Farbabstimmung?
Nein. Am Bildschirm prüfen Sie Text, Stand und Aufteilung. Für die Farbe brauchen Sie einen gedruckten Farbfächer oder einen Proof.
