Recyclingpapier hat ein Imageproblem aus den Achtzigerjahren. Viele denken noch an graue Schulhefte und raue Briefumschläge. Wer heute einen Bogen Recyclingpapier neben einen Bogen aus Frischfaser legt, muss oft zweimal hinsehen. Dieser Beitrag erklärt, woher der Papierton kommt, was die Angabe „Weiße“ bedeutet und wie Sie Ihre Gestaltung auf Recyclingpapier abstimmen.

Die kurze Antwort

Recyclingpapier gibt es heute in beiden Varianten: in einem sichtbar grauen Ton und in einem hellen Weiß. Welche Variante Sie bekommen, hängt von der Papiersorte ab. Ein Beispiel mit Beleg: Vivus 89 besteht laut Datenblatt des Herstellers zu 100 Prozent aus Altpapier und hat laut Datenblatt des Herstellers eine Weiße von 90 Prozent nach ISO 2470.

Recyclingpapier ist hell und gut bedruckbar, wirkt aber wärmer als hochweißes Frischfaserpapier.

Woher der Papierton kommt

Recyclingpapier entsteht aus gebrauchtem Papier. Das Altpapier wird in Wasser aufgelöst, danach werden Druckfarben und Fremdstoffe entfernt. Dieser Schritt heißt Deinking. Wie intensiv er abläuft und welches Altpapier verwendet wird, bestimmt den späteren Ton.

  1. Sortenreines, helles Altpapier ergibt ein helles Papier.
  2. Gemischtes Altpapier mit vielen bedruckten Anteilen ergibt einen graueren Ton.
  3. Je intensiver das Deinking, desto heller das Ergebnis.

Die grauen Papiere von früher waren deshalb grau, weil die Aufbereitung einfacher war. Die Technik hat sich seitdem weiterentwickelt. Wie Papier überhaupt entstanden ist, erzählt der Beitrag Geschichte des Papiers.

Was bedeutet „Weiße“?

Die Weiße ist ein Messwert. Er gibt an, wie viel Licht ein Papier zurückwirft. Gemessen wird nach der Norm ISO 2470, das Ergebnis steht als Prozentzahl im Datenblatt des Papiers.

Weiße nach ISO 2470 So wirkt das Papier
um 60 Prozent deutlich grau, der klassische Recyclington
um 70 bis 80 Prozent naturweiß mit leichtem Grauschleier
um 90 Prozent hell, im Alltag als weiß wahrgenommen
um 100 Prozent und mehr hochweiß mit kühlem, leicht bläulichem Eindruck

Die Tabelle beschreibt, wie man die Werte einordnet. Sie ist keine Liste unserer Papiere. Die Weiße eines bestimmten Papiers entnehmen Sie immer dem Datenblatt. Weitere Papierbegriffe erklärt der Beitrag Was sind Naturpapiere?.

Was der wärmere Ton für Ihren Druck bedeutet

Druckfarben sind durchscheinend. Das Papier scheint also immer durch die Farbe hindurch und mischt sich mit ihr. Auf einem wärmeren Papier verschieben sich deshalb vor allem helle Töne.

  1. Weiß im Motiv ist immer das Papier selbst. Eine weiße Fläche hat auf Recyclingpapier den Ton des Papiers.
  2. Helle Pastelltöne und Hauttöne wirken etwas wärmer.
  3. Kräftige Farben und Schwarz verändern sich kaum.
  4. Die Druckqualität ist die gleiche wie im Standarddruck.

Fünf Tipps für die Gestaltung auf Recyclingpapier

  1. Sehen Sie sich ein Papiermuster bei Tageslicht an. Kunstlicht verfälscht den Eindruck.
  2. Legen Sie das Muster neben Ihr bisheriges Papier. Der Unterschied fällt im direkten Vergleich stärker auf als später im Alltag.
  3. Prüfen Sie Ihre Hausfarbe. Ein helles Logo auf weißem Papier sieht auf einem wärmeren Ton anders aus. Wie Sie Farben verlässlich festlegen, steht im Beitrag Druckfarben im Offsetdruck.
  4. Nutzen Sie den Papierton als Teil der Gestaltung. Viel freie Fläche und wenige kräftige Farben passen gut dazu.
  5. Verwenden Sie für alle Drucksachen einer Reihe dasselbe Papier. Briefbogen, Visitenkarte und Flyer mit drei verschiedenen Weißtönen wirken uneinheitlich.

Gestrichen oder ungestrichen?

Recyclingpapier gibt es mit und ohne Strich. Ungestrichenes Recyclingpapier hat eine offene, matte Oberfläche und eignet sich für Briefbögen und Blöcke. Gestrichenes Recyclingpapier hat eine geschlossene Oberfläche für Flyer und Broschüren mit Bildern, bei uns zum Beispiel 135 g/m² Circlesilk matt. Was der Strich bewirkt, erklärt der Beitrag Naturpapiere.

So prüfen Sie ein Recyclingpapier vor der Bestellung

  1. Fragen Sie nach dem Namen der Papiersorte.
  2. Lesen Sie im Datenblatt den Altpapieranteil und die Weiße nach.
  3. Wenn Sie den Bogen später im Büro bedrucken: Prüfen Sie im Datenblatt, ob das Papier für Ihren Druckertyp freigegeben ist.
  4. Bestellen Sie ein Muster oder eine kleine Auflage, bevor Sie Ihr ganzes Geschäftspapier umstellen.

Woran Sie eine belastbare Angabe erkennen, zeigt der Beitrag Öko-Druck. Dass auch Etiketten aus mehreren Schichten mit eigenem Material bestehen, lesen Sie unter Woraus ein Etikett besteht.

Recyclingpapier bei Flyerpilot

Im Bereich Öko-Druck finden Sie Drucksachen auf Recyclingpapier von 80 bis 350 g/m². Welche Grammaturen es für ein Produkt gibt, zeigt der Konfigurator. Den Preis sehen Sie dort, sobald Sie Format, Papier und Auflage gewählt haben. Planen Sie neue Briefbögen, finden Sie die Auswahl unter Briefpapier im Sortiment.

Häufige Fragen zu Recyclingpapier

Ist Recyclingpapier grau?

Nicht zwingend. Es gibt graue und helle Sorten. Vivus 89 hat laut Datenblatt des Herstellers eine Weiße von 90 Prozent nach ISO 2470.

Ist die Druckqualität auf Recyclingpapier schlechter?

Nein. Die Druckqualität ist die gleiche wie im Standarddruck.

Warum wirkt Recyclingpapier wärmer?

Weil sein Papierton nicht so kühl ist wie der von hochweißem Frischfaserpapier. Da Druckfarben durchscheinend sind, beeinflusst der Papierton vor allem helle Farben.

Was kostet Recyclingpapier?

Den Preis sehen Sie im Konfigurator des jeweiligen Produkts, sobald Sie Format, Papier und Auflage gewählt haben. Für Sonderformate und große Auflagen stellen Sie uns eine Preisanfrage.