Ein Flyer besteht aus einem einzelnen Blatt. Was daraus wird, entscheidet die Falzung: eine Klappkarte, ein Faltblatt mit sechs Seiten oder ein kleines Plakat zum Aufklappen. Dieser Beitrag stellt die sechs gängigen Falzarten vor, zeigt, wofür sich jede eignet, und nennt die Maße, auf die Sie beim Anlegen der Druckdatei achten müssen.

Die sechs Falzarten im Überblick

Falzart Falze Seiten So wird gefalzt
Einbruchfalz 1 4 einmal in der Mitte
Wickelfalz 2 6 beide Falze in dieselbe Richtung, eine Seite wird eingeklappt
Zickzackfalz, auch Leporello 2 oder mehr 6 oder mehr abwechselnd nach vorne und nach hinten
Fensterfalz, auch Altarfalz 2 6 beide Außenseiten klappen zur Mitte
Doppelparallelfalz 2 8 erst in der Mitte, dann noch einmal in dieselbe Richtung
Kreuzbruch 2 8 erst in der Mitte, dann um 90 Grad gedreht noch einmal

Bei den ersten fünf liegen alle Falze parallel. Man nennt sie deshalb Parallelfalze. Beim Kreuzbruch stehen die Falze im rechten Winkel zueinander.

Einbruchfalz: die einfachste Form

Ein Falz in der Mitte, vier Seiten. Das Blatt wirkt wie ein kleines Heft oder eine Klappkarte. Der Einbruchfalz passt für Einladungen, Speisekarten und Programme. Die Aufteilung ist klar: Titel, zwei Innenseiten, Rückseite.

Wickelfalz: der Klassiker für den Werbeflyer

Zwei Falze teilen das Blatt in drei Teile. Der rechte Teil wird nach innen geklappt, der linke legt sich wie ein Deckel darüber. So entsteht aus einem A4-Bogen im Querformat ein Flyer im Format DIN lang, der in jeden Prospektständer und in jeden Briefumschlag passt.

Der Leser öffnet den Flyer in zwei Schritten. Das können Sie nutzen: Auf der eingeklappten Seite steht ein Angebot oder eine Überraschung, die erst beim zweiten Aufklappen sichtbar wird.

Wichtig für die Druckdatei: Die eingeklappte Seite muss etwas schmaler sein als die beiden anderen, sonst staucht sie sich im Falz. Bei einem A4-Bogen mit 297 mm Breite sind 100 mm, 100 mm und 97 mm üblich. Die genauen Werte stehen in der Druckdateninfo.

Zickzackfalz: das Leporello

Beim Zickzackfalz wird abwechselnd nach vorne und nach hinten gefalzt. Der Flyer lässt sich wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen. Zwei Falze ergeben sechs Seiten, drei Falze acht. Alle Teile sind gleich breit.

Seinen zweiten Namen hat dieser Falz aus der Oper. In Mozarts Don Giovanni führt der Diener Leporello ein Verzeichnis der Liebschaften seines Herrn, das so lang ist, dass er es zusammenfalten muss.

Der Zickzackfalz eignet sich für Inhalte mit einer Reihenfolge: eine Anleitung in Schritten, eine Zeitleiste, ein Rundgang. Er passt auch für Flyer in mehreren Sprachen, bei denen jede Sprache einen eigenen Teil bekommt.

Fensterfalz: der Auftritt mit zwei Flügeln

Die beiden äußeren Teile sind halb so breit wie der mittlere und klappen von links und rechts zur Mitte. Der Leser öffnet den Flyer wie zwei Fensterläden. Daher der Name. Die zweite Bezeichnung, Altarfalz, erinnert an Flügelaltäre.

Diese Falzung lohnt sich, wenn innen ein großes Bild steht: ein neues Produkt, ein Gebäude, ein Vorher-Nachher-Vergleich. Legen Sie die beiden Flügel in der Datei je 1 bis 2 mm schmaler an, damit sie in der Mitte nicht aneinanderstoßen.

Doppelparallelfalz: viel Inhalt auf kleinem Format

Das Blatt wird in der Mitte gefalzt und danach noch einmal in dieselbe Richtung. Es entstehen acht schmale Seiten. Diese Falzung kennen Sie von Beipackzetteln und Fahrplänen. Sie eignet sich für viel Text, der kompakt bleiben soll.

Kreuzbruch: der Flyer, der zum Plakat wird

Der Kreuzbruch beginnt wie der Einbruchfalz. Danach wird das Blatt um 90 Grad gedreht und noch einmal gefalzt. Aufgeklappt zeigt die Innenseite eine große, zusammenhängende Fläche. Deshalb wird der Kreuzbruch für Stadtpläne, Wanderkarten und Flyer verwendet, deren Innenseite ein kleines Plakat ist. Der Kreuzbruch stammt aus der Buchherstellung. Dort werden die gefalzten Bogen an den Kanten aufgeschnitten und zu Seiten.

Fünf Regeln für die Druckdatei

  1. Falten Sie zuerst ein Muster aus Büropapier und nummerieren Sie die Seiten. So sehen Sie, welche Seite außen liegt, welche zuerst aufklappt und ob Sie einen Inhalt vergessen haben.
  2. Legen Sie keinen Text und kein Gesicht über einen Falz.
  3. Halten Sie mit Text einige Millimeter Abstand zu jedem Falz.
  4. Beachten Sie die verkürzten Seiten bei Wickelfalz und Fensterfalz.
  5. Fragen Sie bei festem Papier nach einer Rillung. Ab etwa 170 g/m² kann die Farbe im Falz aufbrechen, wenn das Papier vorher nicht gerillt wird.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Datei finden Sie unter Flyer mit Photoshop erstellen und Bewerbungsflyer in InDesign gestalten.

Welche Falzart passt zu Ihrem Vorhaben?

  1. Kurze Botschaft, ein Anlass: ungefalzter Flyer oder Einbruchfalz
  2. Angebot mit mehreren Leistungen: Wickelfalz
  3. Ablauf, Rundgang oder mehrere Sprachen: Zickzackfalz
  4. Ein großes Bild als Höhepunkt: Fensterfalz
  5. Viel Text auf kleinem Raum: Doppelparallelfalz
  6. Karte oder Plakat zum Mitnehmen: Kreuzbruch

Welche Falzarten und Formate Sie bestellen können, sehen Sie im Konfigurator für gefalzte Flyer. Ungefalzte Blätter finden Sie unter Flyer für Ihre Aktion. Wie Sie einen Flyer inhaltlich aufbauen, lesen Sie im Beitrag Flyer als Werbemittel. Reichen acht Seiten nicht aus, ist eine Broschüre der nächste Schritt. Mehr dazu unter Broschüren als Werbung.

Häufige Fragen zu Falzarten

Was ist der Unterschied zwischen Wickelfalz und Zickzackfalz?

Beim Wickelfalz zeigen beide Falze in dieselbe Richtung, eine Seite liegt innen. Beim Zickzackfalz wechselt die Richtung, der Flyer lässt sich auseinanderziehen.

Wie viele Seiten hat ein Flyer mit zwei Falzen?

Sechs bei Wickelfalz, Zickzackfalz und Fensterfalz. Acht bei Doppelparallelfalz und Kreuzbruch.

Was ist ein Leporello?

Ein anderer Name für den Zickzackfalz. Er geht auf den Diener Leporello aus Mozarts Oper Don Giovanni zurück.

Warum ist beim Wickelfalz eine Seite schmaler?

Die eingeklappte Seite liegt innen und braucht etwas weniger Platz. Wäre sie gleich breit, würde sie sich im Falz stauchen.