Stand: Oktober 2026

Die deutsche Druckindustrie wird seit Jahren kleiner. Es gibt weniger Betriebe und weniger Beschäftigte, die Produktion geht zurück. Der Umsatz ist 2024 und 2025 trotzdem gestiegen. Dieser Beitrag fasst die aktuellen Zahlen des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) zusammen und zeigt, was sie für Ihre Druckaufträge bedeuten.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Kennzahl Wert Quelle
Umsatz 2018 20,4 Milliarden Euro BVDM
Umsatz 2024 17,9 Milliarden Euro BVDM
Umsatz 2025 18,3 Milliarden Euro, Schätzung BVDM
Betriebe rund 6.000 BVDM
Beschäftigte rund 95.000 BVDM
Export von Druck- und Verlagserzeugnissen 2025 3,8 Milliarden Euro BVDM
Anteil von Print an den Nettowerbeeinnahmen in Deutschland 26,9 Prozent BVDM

Umsatz: nach Jahren des Rückgangs wieder ein Plus

2018 setzte die Branche nach Berechnungen des BVDM 20,4 Milliarden Euro um. 2024 waren es 17,9 Milliarden Euro. Das ist mehr, als der Verband selbst erwartet hatte: Seine Prognose für 2024 lag bei 16,8 Milliarden Euro.

Für 2025 schätzt der BVDM den Umsatz auf 18,3 Milliarden Euro. Das wären 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz ist ein nominaler Wert. Preissteigerungen sind darin also enthalten.

Produktion: ein Drittel weniger in fünf Jahren

Die Produktion entwickelt sich anders als der Umsatz. Zwischen 2018 und 2023 hat die Branche laut BVDM rund ein Drittel ihres Produktionsvolumens verloren. 2024 sank der Produktionsindex des Statistischen Bundesamts für die Branche im Jahresdurchschnitt um weitere rund 5,2 Prozent.

Auch 2025 ging die Produktionsleistung zurück. Der BVDM beschreibt das Jahr in seinem Branchenbericht vom Juni 2026 als wirtschaftlich schwierig, mit schwacher Auftragslage. Nach Einschätzung des Verbands setzt sich die Konsolidierung, die mit der Energiekrise begonnen hat, 2026 fort.

Weniger Betriebe, weniger Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten sinkt von Bericht zu Bericht:

  1. Branchenbericht 2024: etwa 106.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
  2. Branchenbericht 2025: etwa 99.000 Beschäftigte in rund 6.300 Betrieben
  3. Aktuelle Angabe des BVDM: rund 95.000 Beschäftigte in rund 6.000 Betrieben

Die Branche besteht überwiegend aus kleinen Betrieben. Rund 83 Prozent der Druckereien haben weniger als 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In diesen Betrieben arbeiten rund 24 Prozent aller Beschäftigten der Branche.

Stimmung in den Betrieben 2026: ein Auf und Ab

Der BVDM veröffentlicht jeden Monat ein Konjunkturtelegramm. Die Daten stammen aus der monatlichen Umfrage des ifo Instituts unter Druck- und Medienunternehmen. Der daraus berechnete Stimmungsindex zeigt 2026 keine klare Richtung:

  1. Januar: Verbesserung auf 88,6 Punkte
  2. Februar: erneute Verbesserung auf 90,2 Punkte
  3. März: Verschlechterung
  4. April: leichte Verbesserung
  5. Mai: leichte Verschlechterung
  6. Juni: Verbesserung auf 89,0 Punkte, 2,7 Prozent unter dem Wert vom Juni 2025
  7. Juli: leichte Verschlechterung
  8. August: deutliche Verbesserung
  9. September: Verschlechterung

Wie die Betriebe ihre Lage einschätzen, zeigt die Juni-Umfrage: 8 Prozent bewerteten ihre Geschäftslage als positiv, 22 Prozent als negativ, 70 Prozent als befriedigend.

Kosten: Strom und Löhne

Am 13. November 2025 haben sich CDU/CSU und SPD im Koalitionsausschuss auf einen Industriestrompreis geeinigt. Der BVDM begrüßt das Vorhaben grundsätzlich. In einer Stellungnahme vom April 2026 sieht der Verband die Druckindustrie dabei aber strukturell benachteiligt und fordert Nachbesserungen von der Bundesregierung.

Seit dem 6. Juli 2026 verhandeln BVDM und ver.di über einen neuen Tarifvertrag. Der Verband beschreibt in seiner Mitteilung zum Verhandlungsstart Auslastung, Produktivität, Umsatz und Beschäftigung als seit längerem rückläufig. Die Forderung der Gewerkschaft hält er für nicht finanzierbar.

Investitionen: ersetzen und Kosten senken

Der BVDM hat die Betriebe 2026 zu ihrer Finanzierung befragt. Den Zugang zu Krediten stuften die Unternehmen insgesamt eher positiv ein, ähnlich wie in der Umfrage von 2024. Als wichtigste Ziele ihrer Investitionen nannten sie Ersatzinvestitionen und Kostensenkung.

Preise: die meisten Betriebe erwarten keine Änderung

In der Juni-Umfrage rechneten 72 Prozent der Betriebe für die folgenden drei Monate mit gleichbleibenden Verkaufspreisen. 22 Prozent erwarteten steigende Preise, 6 Prozent sinkende.

Wo Print seinen Platz behält

Printprodukte stehen laut BVDM für 26,9 Prozent der Nettowerbeeinnahmen in Deutschland. Die Auflagen bestimmter Zeitungen und Zeitschriften sinken. Für Verlage bleiben gedruckte Ausgaben nach Angaben des Verbands trotzdem die wichtigste Einnahmequelle.

Was das für Ihre Druckaufträge bedeutet

  1. Prüfen Sie den Preis kurz vor der Bestellung. Gut jeder fünfte Betrieb rechnete im Sommer mit steigenden Verkaufspreisen. Bei uns sehen Sie den Preis im Konfigurator, sobald Sie Format, Papier und Auflage gewählt haben.
  2. Fragen Sie große Auflagen und Sonderformate einzeln an. Dafür gibt es bei uns die Preisanfrage.
  3. Rechnen Sie bei Vergleichen mit aktuellen Angeboten. Ein Angebot aus dem Vorjahr kann überholt sein.

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Der heutige Offsetdruck baut auf dem Flachdruck auf. Wie dieses Verfahren entstand, lesen Sie im Beitrag Alois Senefelders Erfindung. Wie die Farben im Offsetdruck aufgebaut sind, steht unter Druckfarben im Offsetdruck.

Quellen

  1. Bundesverband Druck und Medien: Wirtschaftliche Lage und Branchendaten, abgerufen am 6. Oktober 2026
  2. Bundesverband Druck und Medien: Konjunkturtelegramme Januar bis September 2026
  3. Bundesverband Druck und Medien: Branchenbericht Gesamtjahr 2025 und 1. Quartal 2026, 23. Juni 2026
  4. Bundesverband Druck und Medien: Pressemitteilung zur Tarifrunde 2026, 2. Juli 2026
  5. Bundesverband Druck und Medien: Stellungnahme zum Industriestrompreis, 22. April 2026
  6. Bundesverband Druck und Medien: Umfragebericht Unternehmensfinanzierung 2026, 5. August 2026
  7. print.de: Die Druckindustrie im Juni 2026, Juni 2026