Die Geschichte der Lithografie

Die Geschichte der Lithografie

Als in Frankreich um das Jahr 1803 zunehmend die Drucktechnik eingesetzt und weiterentwickelt wurde, kristallisierte sich hieraus der Begriff Lithografie, welcher aus dem Griechischen so viel wie „Stein“ bedeutet.

Als in Frankreich um das Jahr 1803 zunehmend die Drucktechnik eingesetzt und weiterentwickelt wurde, kristallisierte sich hieraus der Begriff Lithografie, welcher aus dem Griechischen so viel wie „Stein“ bedeutet. Lithografie ist also ein Steindruckverfahren und gleichzeitig eines der ältesten Flachdruckverfahren der Welt. Vor allem im 19. Jahrhundert fand dieses Druckverfahren seine Anwendung und hier vor allem für den Druck farbiger Druck-Erzeugnisse.

Man verwendete sie vor allem für Grafiken des täglichen Gebrauchs, wie Noten, Schriften, Texte, aber auch Landkarten wurden auf diese Weise hergestellt. Die Lithografie beschreibt allgemein auf dreierlei Weise den Steindruck:

Die Erstellung von Vervielfältigungen mittels einer Farbübertragung – hierzu wurde Farbe von einem Stein in der Steindruckpresse auf dazu passendes Papier übertragen.
Allgemein das Steindruckverfahren, welches manuell oder auf maschinellem Wege durchgeführt wurde.
Den Stein, welcher für das Druckverfahren genutzt wird. Er ist die Vorlage für das spätere Druckergebnis.

Lithografie für Kunstdrucke

Später wurde, aus dem zunächst für rein alltägliche Gebrauchsgrafiken genutztem Druckverfahren, auch eine eigenständige Kunstform. So erkannte der Musikverleger Johann Anton André aus Offenbach als Erster das künstlerische Potenzial dieses Druckverfahrens. Schon bald darauf nutze man die Lithografie auch, um Bilder und Darstellungen anzufertigen.
Die Lithografie machte es möglich auch Kunstdrucke in höheren Auflagen herzustellen und man entdeckte zudem die Wirtschaftlichkeit dieses Druckverfahrens. Die Lithografie als Massendruckverfahren etablierte sich. Künstlern eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten, Zeichnungen in ihrem derzeitigen Zustand festzuhalten, zu verbreiten und für längere Zeit zu konservieren.

Lang vor der Zeit, als die Fotografie Einzug hielt, war die Lithografie für die damalige Bevölkerung etwas Ähnliches.

Meinungsäußerung in Bildform

Bereits damals machten die Menschen von der bildhaften Darstellung ihrer Meinung Gebrauch und so geschah es, dass auch Honoré Daumier das Medium Lithografie nutzte um gesellschaftskritische Karikaturen in der Zeitschrift „Le Charivari“ zu veröffentlichen. Insgesamt ca. 4000 an der Zahl, welche noch heute im inzwischen digitalisierten Daumier-Register angesehen werden können. Die politische Situation im Lande hatte es ihm angetan und so schilderte er diese zwischen 1830 – 1872 auf seine Weise in Bildform. Missstände in der Gesellschaft und Politik waren das, worauf er seinen Schwerpunkt legte.

Man erreichte fortan viel mehr Menschen mit der Lithografie, weil diese Technik ebenso massentauglich war und die Verbreitung von Bildern und Schriften erschwinglich machte.

Einer der es ebenso kritisch meinte, war Andreas Paul Weber aus Thüringen, er schuf vor allem gesellschaftskritische Lithografien und wurde wegen eben diesen auch verhaftet. Er schuf vor allem vor und nach dem Krieg (1931- 1941 und nach 1945) Lithografien, welche die Missstände in der Gesellschaft, Politik, Kirche, Justiz und Wirtschaft darstellten. Noch zu seinen Lebzeiten wurde ihm zu Ehren 1973 im Kreis Herzogtum Lauenburg ein Museum eingerichtet und eröffnet, das seine Vielzahl von Werken, Skizzen und Ölbildern beherbergt. In 23 Räumen sind ca. 300 Ausstellungsstücke aus seiner Schaffenszeit ausgestellt.

Zeitzeugen – Bilderbogen

Der Druck von sogenannten Bilderbogen wurde zur damaligen Zeit als eine Art Chronik verwendet. Man hielt wichtige Ereignisse in Bildform fest. Bekanntes Beispiel sind die Neuruppiner Bilderbogen, welche die Zeit von 1810 bis 1937 widerspiegeln. Mit insgesamt 20.000 Motiven eine echte Leistung für die kleine Stadt, nahe Berlin gelegen. Der Schöpfer dieser Bogen war der Drucker Johann Bernhard Kühn, dessen Sohn die Druckerei seines Vaters später erfolgreich weiterführte. Nach ihm folgten weitere Bilderbogen-Drucker, jedoch findet sich noch heute eine der größten Bilderbogen-Sammlungen Europas in der Stadt Neuruppin im dortigen Museum.

Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte in Bildern festgehalten – Dank Lithografie.

© Loucasse – Fotolia.com

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